Am 9. Oktober 2022 ist es so weit: In Niedersachsen wird ein neuer Landtag gewählt. Zu diesem Anlass hat die TK eine repräsentative Forsa-Befragung in Auftrag gegeben. Die befragten Personen gaben Antworten auf Fragen, wie es um die Zufriedenheit der gesundheitlichen Versorgung steht, welche Topthemen für sie mit Blick auf die bevorstehende Wahl ausschlaggebend sind und welche Erwartungen sie für die kommende Legislaturperiode an die Landespolitik haben.

Für die Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen steht Gesundheitspolitik auf Platz 1 der Themen, die für sie wahlentscheidend sind. 92 Prozent der Befragten stufen das Thema als wichtig oder sehr wichtig ein. Gesundheitspolitik steht also noch knapp vor Arbeits- und Wirtschaftspolitik sowie Bildungspolitik. Mit etwas mehr Abstand folgt mit 85 Prozent erst das Thema Umwelt- und Klimaschutzpolitik.

Gesund­heits­po­litik ist wahl­ent­schei­dend

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Thema Nummer Eins bei der diesjährigen Landtagswahl ist für Niedersächsinnen und Niedersachsen Gesundheitspolitik (92 Prozent). 

Hohe Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem

Die große Mehrheit äußert sich positiv zum niedersächsischen Gesundheitssystem. Insgesamt 45 Prozent sind vollkommen oder sehr zufrieden mit der Gesundheitsversorgung im Land, 44 Prozent sind mindestens zufrieden.

Zufrie­den­heit mit der Gesund­heits­ver­sor­gung

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Die Auswertung zeigt, 14 Prozent sind mit der Gesundheitsversorgung im Land vollkommen zufrieden. 

Topthemen in der Versorgung

Wenngleich die Zufriedenheit der Befragten hoch ist, gibt es für die Bürgerinnen und Bürger im Land Themen der Gesundheitspolitik, die für die zukünftige Regierung relevant sein werden. 92 Prozent der Befragten wünschen sich die Förderung einer verbesserten regionalen Verteilung von Arztpraxen, so dass auch in schwächer besiedelten Regionen mehr Praxen zur Verfügung stehen. Platz zwei der für notwendig gehaltenen Topthemen, ist mit 91 Prozent eine bessere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern sowie Pflegediensten. Aber auch eine größere Förderung von Investitionen in Krankenhäuser - bspw. in die technische Ausstattung - wurden hierbei häufig genannt. Zudem bewegt die Niedersächsinnen und Niedersachsen auch die Situation in der Pflege. Nahezu alle Befragten (98 Prozent) sind dafür Pflegeberufe attraktiver zu gestalten.

Digitalisierung: Das ist den Bürgern im Land wichtig

Die große Mehrheit der befragten Personen verbindet mit der Digitalisierung die Hoffnung auf eine bessere Kommunikation im Gesundheitssystem. 62 Prozent der Teilnehmenden spricht sich für die Förderung der Digitalisierung aus. Ganz besonders wichtig für die Niedersächsinnen und Niedersachsen: Förderung des fachlichen Austauschs zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie eine schnelle Verfügbarkeit von Patientendaten aus bisherigen Behandlungen.

Digi­ta­li­sie­rung

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98 Prozent der Befragten halten Digitalisierung im Gesundheitswesen für wichtig um beispielsweise den fachlichen Austausch zwischen Ärztinnen und Ärzten zu fördern. 

Insbesondere die letzten zwei Corona-Jahre haben gezeigt, wie wertvoll digitale Angebote in der medizinischen Versorgung sind. Die Befragten würden vor allem digitale Begleitungen bei chronischen Krankheiten, Hausbesuche von qualifiziertem Fachpersonal zur schnelleren Behandlung, bei denen sich Arzt oder Ärztin per Video zuschalten, sowie die Online-Terminvergabe nutzen wollen. Mehr als 70 Prozent würden außerdem elektronische Rezepte direkt über das Smartphone verwenden.

Digi­tale Möglich­keiten

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Über 80 Prozent der Menschen würden digitale Begleiter bei chronischen Erkrankungen nutzen wollen. 

Behandlungsqualität vor Wohnortnähe?

Für eine klare Mehrheit der Niedersächsinnen und Niedersachsen steht Qualität an oberster Stelle, wenn es um die eigene Behandlung geht: 92 Prozent der Befragten würden sich für ein Krankenhaus entscheiden, das umfassende Erfahrungen mit der Behandlung bzw. Operation hat, aber weiter weg von ihrem Wohnort entfernt ist. Nur für 8 Prozent der Befragten ist Wohnortnähe das entscheidende Kriterium. Ausschlaggebend kann hier z.B. Immobilität sein. Interessant ist, dass gerade Einwohnerinnen und Einwohner von Orten mit unter 20.000 Einwohnern noch seltener Wohnortnähe (5 Prozent) bevorzugen, als Menschen aus größeren Kommunen (10 Prozent).

Ganz klar ist für die große Mehrheit der Menschen Qualität das entscheidende Kriterium: Die Top zwei der genannten Punkte sind eine geringe Zahl an Komplikationen (95 Prozent) und dass die Qualität der Behandlung durch objektive Daten belegt ist (93 Prozent). Immerhin 84 Prozent der Befragten ist wichtig, dass Krankenhäuser durch eine hohe Fallmenge genügend Erfahrungen haben.

Behand­lungs­qua­lität ist wich­tiger als Wohn­ort­nähe

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Bei einer planbaren Operation gilt für die befragten Personen eindeutig Qualität für Wohnortnähe. 

Neun von zehn Personen stehen der Idee von regionalen Gesundheitszentren (RGZ) positiv gegenüber. 86 Prozent der Niedersächsinnen und Niedersachsen finden die Idee von RGZ gut oder sogar sehr gut. Lediglich 13 Prozent halten die Etablierung für keine gute Idee. 

Regio­nale Gesund­heits­zen­tren

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38 Prozent der Befragten finden die Idee von regionalen Gesundheitszentren gut. 

Erste Anlaufstelle: Notaufnahme

Bei gesundheitlichen Beschwerden außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Arztpraxen haben Patientinnen und Patienten verschiedene Optionen als Anlaufstelle für eine Behandlung. Die Umfrage zeigt, 37 Prozent der Niedersächsinnen und Niedersachsen wandten sich bei einem gesundheitlichen Anliegen an die Notaufnahme eines Krankenhauses. 22 Prozent riefen einen Krankenwagen über die Rufnummer 112. Nur 16 Prozent warteten bis die Praxen wieder geöffnet waren. Insgesamt 21 Prozent haben über 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktiert oder eine Bereitschaftspraxis aufgesucht. 

Notauf­nahme ist erste Anlauf­stelle

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59 Prozent würden bei Beschwerden außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Praxen die Notaufnahme besuchen oder einen Krankenwagen rufen. 

Pflegemangel: Aufwertung des Pflegeberufs

Der Bedarf an Pflegefachpersonal ist im ganzen Land hoch - so auch in Niedersachsen. Auf die Frage, welche Maßnahmen die Befragten für sinnvoll halten, um die Anzahl der Pflegekräfte zu erhöhen, gingen folgende Ergebnisse hervor: Alle Maßnahmen werden größtenteils als (sehr) sinnvoll erachtet, um die Anzahl der Pflegekräfte zu erhöhen: Bessere Bezahlung wird am häufigsten als (sehr) sinnvoll genannt (98%), danach folgen attraktivere Arbeitszeitmodelle (96%), gesundheitsfördernde Angebote (89%) und Einsatz digitaler Technologien (86%).

Pfle­ge­kräfte

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Um die Anzahl an Pflegekräften zu erhöhen, halten 98 Prozent der befragten Personen eine bessere Bezahlung für sinnvoll. 

Weitere Informationen

Für die repräsentative Befragung hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK zwischen Januar und Februar über 1.000 Personen in Niedersachsen ab 18 Jahren befragt.