Für pflegende Angehörige ist das eine anspruchsvolle Situation, denn gerade die häusliche Pflege tritt meist unvorbereitet ein. So bleibt kaum Zeit, sich vorzubereiten, oder die Angebote sind schlichtweg nicht bekannt. Deshalb bietet die TK jetzt einen interaktiven PflegeCoach an, um pflegende Angehörige zu unterstützen.

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, stellt den TK-PflegeCoach vor.

Maren Puttfarcken

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Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg

TK: Frau Puttfarcken, warum bietet die TK ein Online-Programm zum Thema Pflege an?

Maren Puttfarcken:  Wir sehen es als unsere Aufgabe, unser Informations- und Leistungsangebot ständig weiterzuentwickeln. Dazu gehören für uns als TK auch digitale Angebote - nicht nur für junge Leute, sondern auch für ältere Menschen. Dazu gehört auch das weite Feld der Pflege. In unserer Pflegestudie haben wir herausgefunden, dass jeder zweite pflegende Angehörige gern Unterstützung von seiner Krankenkasse hätte. Von diesen wiederum wünschen sich 80 Prozent Beratung bei Fragen zur Pflegeversicherung oder der Planung des Pflegealltags. Außerdem möchten die meisten Entlastungsmöglichkeiten kennenlernen, um eigenen Stress abzubauen.

Der TK-PflegeCoach setzt genau dort an und soll pflegende Angehörige dabei unterstützen, die mit der Pflege einhergehenden Herausforderungen besser zu meistern. Er ist ein zeit- und ortsunabhängiges Angebot. Pflegende Angehörige können die Unterstützung auswählen, die sie wirklich brauchen.

TK: Die Digitalisierung bietet große Potentiale. Welche Vorteile hat der Online-PflegeCoach für pflegende Angehörige?

Puttfarcken:  Der Coach bietet verschiedene Module, die die Teilnehmer frei auswählen können. Pflegende lernen zum Beispiel, sich besser in die Pflegesituation hineinzuversetzen oder wie sie eine bedarfsgerechte Pflegeumgebung gestalten. Auch die richtige Anwendung von Pflegetechniken und wie man eigene körperliche und psychische Belastungen reduzieren kann, sind Themen des Coaches. Durch gezielte Aufgabenstellungen kann das Gelernte auf die eigene Situation übertragen werden. Zusätzlich gibt es Lernvideos, die zeigen, wie zum Beispiel ein Transfer vom Auto in den Rollstuhl funktioniert oder was bei einer richtigen Lagerung beachtet werden muss. Den TK-PflegeCoach können Pflegende auf ihrem Smartphone, Tablet oder PC nutzen.

TK: Im Internet findet man viele Angebote. Woher wissen die Nutzer, dass sie sich auf die Qualität des Coaches verlassen können?

Puttfarcken: Der TK-PflegeCoach wurde in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der RWTH Aachen entwickelt. Dort wurden auch die Inhalte erstellt und programmiert. Die E-Learning-Methoden werden kontinuierlich von der RWTH Aachen weiterentwickelt. So kann der Coach optimiert und den Bedürfnissen der Nutzer weiter angepasst werden.

Hintergrund

3,4 Prozent der Hamburger Bevölkerung benötigen pflegerische Unterstützung. Mit Blick auf die demografische Entwicklung braucht es künftig ein gut ausgebautes Netz an Angeboten, das auf die veränderten Bedürfnisse aller Beteiligten eingeht - für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und die Pflegekräfte.  Der Artikel " Gut gepflegt in Hamburg " gibt eine Übersicht über Hamburger Projekte, die den Pflegeberuf stärken und die Digitalisierung in der Pflege vorantreiben.