Pflegende Angehörige entlasten

Rund Dreiviertel der pflegebedürftigen Hamburger werden zuhause in den eigenen vier Wänden versorgt.  Das zeigt auch, dass die Betroffenen möglichst lange im gewohnten Umfeld leben möchten. Die Angehörigen übernehmen hier mit 44 Prozent den Großteil der benötigten pflegerischen Leistung. Auch wenn die Pflege eines Angehörigen erfüllend sein kann, dürfen die möglichen körperlichen und mentalen Belastungen nicht außer Acht gelassen werden. Die TK hat deshalb den TK-Pflege-Coach entwickelt, um die Pflegenden mit Pflege-Know-how zu unterstützen. Mittels Smartphone, Tablet oder PC können sie die Anwendung als digitalen Pflegekurs oder digitales Nachschlagewerk nutzen. 

Wer sich um pflegebedürftige Angehörige kümmert, kommt nicht selten auch an seine psychischen Grenzen und benötigt schnell und unbürokratisch Rat oder Hilfe. Über das Internet-Portal pflegen-und-leben.de erhalten pflegende Angehörige von TK-Versicherten persönliche Unterstützung durch ein speziell ausgebildetes Psychologen-Team. 

Pflegekräfte stärken

Ambulante Pflegedienste sind zur Stelle, wenn Angehörige die pflegerische Leistung nicht allein bewältigen oder der Pflegebedürftige nicht auf familiäre Strukturen zurückgreifen kann. In Hamburg helfen die Pflegekräfte bei der Haushaltsführung, aber vor allem bei der körperbezogenen Pflege. Zwei Drittel der Pflegeleistung entfällt beispielsweise auf das Duschen oder Baden. Dabei sind die Pflegerinnen und Pfleger in Hamburg selbst nicht mehr jung. Mehr als jede Dritte ist älter als 50 Jahre. Zudem arbeiten 70 Prozent in Teilzeit oder als geringfügig Beschäftigte. Es werden dringend zusätzliche Pflegekräfte gebraucht. Um das zu erreichen, muss der Pflegeberuf attraktiver werden. Die TK spricht sich deshalb für den Masterplan Pflege  aus.   

In Hamburg hat die TK den Anfang gemacht, für eine bessere Vergütung der Pflegekräfte - zunächst in der Krankenpflege. Ambulante Pflegedienste, die ihre Mitarbeiter nach Tariflohn bezahlen und dies auch nachweisen, erhalten eine höhere Vergütung.

Eine bessere Entlohnung allein reicht aber nicht aus. Die Gesundheit von Pflegekräften muss gefördert werden, damit sie länger in ihrem Beruf tätig sein können. Deshalb bietet die TK Pflegeeinrichtungen, Bewohnern und Pflegekräften spezielle Präventionsprogramme an.

Probleme in der Praxis: Erkennen und Vorbeugen

PROCARE , ein Modellprojekt der TK unter der Leitung der Universität Hamburg, erarbeitet und evaluiert ein Präventionsprogramm für Mitarbeiter und Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen. Aktuell ermitteln in Hamburg und Umgebung sechs stationäre Pflegeeinrichtungen ihre Präventionsbedarfe. Anschließend werden gemeinsam Maßnahmen umgesetzt. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich das Programm positiv auf das Wohlbefinden der Pflegekräfte und Pflegebedürftigen auswirkt. Ziel des Hamburger Forschungsprojekts ist es, ein praxisnahes Modell für gute Präventionsarbeit in Pflegeeinrichtungen zu konzipieren. 

PROCARE: Präven­tion für Pfle­ge­kräfte und Bewohner

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Ein Präventionsprogramm für Pflegeeinrichtungen, das sich an Pflegekräfte und Pflegebedürftige richtet.



Die TK berät im Präventionsprogramm Starke Pflege stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser, um ihre gesundheitsfördernden Potenziale zu mobilisieren und nachhaltig Strukturen einzuführen. Neben individuellen Maßnahmen, wie Kursen oder Einzelberatungen, sollen auch die betrieblichen Rahmenbedingungen und Prozesse auf eine bessere Gesundheit ausgerichtet werden. 

Im Alter selbstständig Zuhause sein

Den Wunsch nach einem Lebensabend in der eigenen Häuslichkeit, teilen vier von fünf der älteren Menschen. Sie fürchten vor allem ihre Selbstständigkeit im zunehmenden Alter einzubüßen. Das NetzWerk GesundAktiv  (NWGA)  setzt an diesem Punkt an. Das Innovationsfondsprojekt, dessen Konsortialführer die TK ist, schafft für betroffene Hamburger Versorgungsstrukturen direkt Zuhause sowie im Quartier. Die Teilnehmenden nutzen eine digitale Plattform, die sie untereinander, mit pflegerischen und altersmedizinischen, aber auch Freizeit-Angeboten in ihrem Umfeld vernetzt. Hierbei kommt das System "Persönlicher Assistent für Unterstütztes Leben", kurz PAUL - zum Einsatz. Die Projektteilnehmer erhalten hierfür ein persönliches, leicht zu bedienendes Tablet.

Mit zunehmenden Alter steigt die Gefahr zu stürzen und folglich die Angst, in dem Fall keine Hilfe zu erhalten. Um den Teilnehmenden die Sorge zu nehmen und ihnen damit die Selbstständigkeit mit einem Gefühl von Sicherheit zu ermöglichen, umfasst die nächste Ausbaustufe von PAUL - PAULa - eine Inaktivitätserkennung. Über Bewegungssensoren lernt das System den typischen Tagesablauf des älteren Menschen kennen. Tritt nun eine untypische Inaktivität (zum Beispiel nach einem Sturz) auf, kann PAULa durch die Vernetzung mit einem angeschlossenen Hausnotrufgerät direkt bei der Johanniter-Unfall-Hilfe einen Notruf absetzen.

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Smart-Home als Sicherheitsfaktor

" Sicher Zuhause " ist ebenfalls ein Programm, das sich dem Sturzrisiko von Pflegebedürftigen annimmt und Stürze sowie Krankenhausaufenthalte vermeiden soll. Dabei verknüpft "Sicher Zuhause" die Kompetenz geschulter Fachkräfte mit den Vorteilen digitaler Datenverarbeitung. Pflegebedürftige, die am Programm teilnehmen, tragen einen Funksensor, der Bewegungsdaten für die Sturzerkennung registriert. Unter Einbeziehung der persönlichen Situation, der Krankengeschichte sowie der Medikation, ermittelt ein selbstlernender Algorithmus tagesaktuell das Sturzrisiko. Ist ein Grenzwert überschritten, nimmt ein Gesundheitsberater Kontakt mit dem Pflegebedürftigen auf, um über Ursachen und sinnvolle präventive Maßnahmen, wie Krankengymnastik oder einen Arztbesuch zu sprechen. "Sicher Zuhause" wird derzeit im Rahmen einer gemeinsamen Studie von Philips und der TK erprobt. 

TK-Position

Auf dem Sektor Pflege wird an vielen Stellschrauben gedreht. Die politische Diskussion um die Digitalisierung in der Pflege nimmt aber erst langsam Fahrt auf. In der Position Altenpflege: Perspektiven für Hamburg  schlägt die TK Maßnahmen zur Beschleunigung des technischen Wandels in der Pflege vor.