„Babys nicht schütteln!“ - Präventionsbündnis in Rheinland-Pfalz wird fortgesetzt
Pressemitteilung aus Rheinland-Pfalz
Mainz, 8. September 2026. Wenn ein Baby über längere Zeit schreit und sich nicht beruhigen lässt, können Eltern und andere Betreuungspersonen an ihre Belastungsgrenzen geraten. Gerade in solchen Momenten ist es wichtig zu wissen: Ein Baby zu schütteln, kann lebensgefährliche Folgen haben. Um über die Risiken des kindlichen Schütteltraumas zu informieren und konkrete Hilfsangebote aufzuzeigen, setzen die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK), die rheinland-pfälzische Landesregierung und die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz ihre gemeinsame Präventionsarbeit fort.
Aufklärung kann dazu beitragen, Überforderung frühzeitig zu erkennen
"Eltern zu sein, ist mit viel Freude verbunden - kann aber auch Momente von Belastung und Überforderung mit sich bringen. Mit dem Aufklärungsflyer wollen wir Eltern direkt erreichen und ihnen konkrete Hilfsangebote an die Hand geben. In Rheinland-Pfalz gibt es darüber hinaus ein starkes Netzwerk von Beratungsstellen, Hebammen und Arztpraxen, die für sie und ihr Baby da sind - vertraulich und mit viel Verständnis", so Ministerpräsident Gordon Schnieder anlässlich der gemeinsamen Neuauflage.
Es kann für Säuglinge normal sein, über Stunden zu schreien
Vielen Eltern und Betreuungspersonen ist nicht bewusst, dass es für Säuglinge völlig normal sein kann, über längere Stunden zu schreien. Dieses Wissen hilft gegebenenfalls schon, in belastenden Situationen ruhiger zu bleiben. "Seit 2010 klären wir gemeinsam mit unseren Partnern über das kindliche Schütteltrauma auf. Umso mehr freut es uns, dass die Landesregierung und die Landesärztekammer dieses wichtige Präventionsthema weiterhin gemeinsam mit uns tragen", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz.
Schwere Hirnschädigungen und lebenslange Beeinträchtigungen können folgen
Bis zu 200 Babys erleiden in Deutschland pro Jahr ein sogenanntes Schütteltrauma. Das heftige Hin- und Herschleudern des Kopfes kann zu schweren Hirnschädigungen und lebenslangen Beeinträchtigungen führen - im schlimmsten Fall auch tödlich enden.
Der neu aufgelegte Flyer enthält einen persönlichen Impuls des Ministerpräsidenten sowie Tipps und Anregungen, wie Eltern und andere Betreuungspersonen, mit solchen belastenden Situationen besser umgehen können. Die wichtigste Botschaft der Handreichung lautet dabei: "Wie auch immer Sie sich fühlen, schütteln Sie niemals das Baby, selbst wenn das in diesem Moment bedeutet, dass das Baby allein gelassen wird, um kurz einmal vor die Tür zu gehen, um innezuhalten."
Neben den Empfehlungen sind in dem Ratgeber auch Rufnummern aufgeführt, unter welchen Betreuungspersonen qualifizierte Unterstützung erhalten können.
Prävention: Ärztinnen und Ärzte können Warnsignale früh erkennen
Auch die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz unterstützt die Initiative als langjähriger Partner. "Ärztinnen und Ärzte nehmen bei der Prävention eine wichtige Rolle ein: Sie können Eltern frühzeitig für Belastungssituationen, oft schon während der Schwangerschaft, sensibilisieren. Sie erkennen häufig im Austausch mit den werdenden Eltern Warnsignale und können auf Unterstützungsangebote hinweisen," erklärt Dr. Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz.
TK bietet Elternkurs mit Video-Lektionen an
Die TK bietet übrigens auch einen Elternkurs an: In 26 Video-Lektionen, die sich an den verschiedenen Lebensphasen des Neugeborenen orientieren, können Väter und Mütter erfahren, wie sie die Gesundheit ihres Kindes fördern können und welche Entwicklungsphase es gerade durchläuft, damit man sich optimal darauf einstellen kann.