• In RLP werden überdurchschnittlich viele Herz-Kreislauf-Medikamente verordnet
  • Männer erhalten fast doppelt so viele Tagesdosen wie Frauen
  • Fast 35 Prozent aller Sterbefälle gehen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück

Mainz, 4. August 2026. Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass in Rheinland-Pfalz die Anzahl der verordneten Tagesdosen für Herz-Kreislauf-Medikamente ansteigt. 2025 wurden rund 129 Tagesdosen je versicherter Erwerbsperson verordnet - das Jahr zuvor waren es noch rund 125 Tagesdosen.

Bezogen auf alle verschreibungspflichtigen Medikamente erhielt jede rheinland-pfälzische Erwerbsperson im vergangenen Jahr 317 Tagesdosen verschrieben. Damit rangiert Rheinland-Pfalz über dem Bundesschnitt von 292 Tagesdosen. "Rheinland-Pfalz liegt bei den verordneten Tagesdosen weit vorne - sowohl insgesamt als auch im speziellen bei Herz-Kreislauf-Medikamenten", so Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

Männer bekommen fast doppelt so viele Tagesdosen

Blickt man auf die Geschlechter, ist der Unterschied bei Herz-Kreislauf-Verordnungen in Rheinland-Pfalz besonders auffällig: Männer bekommen mit 165 Tagesdosen fast doppelt so viel Herz-Kreislauf-Medikamente verschrieben wie Frauen mit 87 Tagesdosen.

Im Ländervergleich gehört Rheinland-Pfalz mit rund 129 Tagesdosen je Erwerbsperson zu den Bundesländern, in denen am häufigsten Medikamente zur Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems verschrieben werden. Nur die Menschen im Saarland (rund 131 Tagesdosen), Thüringen (knapp 134 Tagesdosen) und Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit jeweils ca. 140 Tagesdosen erhielten noch mehr dieser Arzneimittel.

Krankheiten des Kreislaufsystems sind häufigste Todesursache: Prävention ist wesentlich

Laut dem aktuellen Bericht des statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz starben im Jahr 2024 im Bundesland insgesamt 18.105 Menschen an Krankheiten des Kreislaufsystems. Damit verursachen diese Erkrankungen mehr als 35 Prozent der gesamten Sterbefälle im Land. Entsprechende Diagnosen wie beispielsweise Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt oder die Koronare Herzkrankheit gehören somit zu den häufigsten Todesursachen.

Simon: "Die hohe Zahl an Verordnungen und Sterbefällen zeigt die erhebliche Relevanz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Patientinnen und Patienten sowie für das Gesundheitssystem. Häufig liegen die Ursachen im Lebensstil: Fett- und zuckerreiche Ernährung, wenig Bewegung, Rauchen und hoher Alkoholkonsum führen zu Verfettung der Organe und verstopfen Venen und Arterien. Menschen haben die Gesundheit ihres Herz-Kreislauf-Systems also häufig selbst in der Hand. Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten muss es deshalb auch sein, Aufklärung zu betreiben und die Menschen zu einem gesunden Lebensstil anzuhalten."

Hinweis für die Redaktion

Für die Auswertung hat die TK die Arzneimittelverordnungen ihrer aktuell rund 6,2 Millionen versicherten Erwerbspersonen ausgewertet, davon rund 275.000 mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I (Erwerbspersonen).

Als Tagesdosis (Defined Daily Dose, kurz DDD) wird die Dosis eines Arzneimittels bezeichnet, die bei einer bestimmten Indikation im Durchschnitt pro Tag verordnet wird.