Fehlzeiten von Pflegekräften in Rheinland-Pfalz weiterhin auf hohem Niveau
Pressemitteilung aus Rheinland-Pfalz
Mainz, 29. Mai 2026. Laut einer aktuellen Auswertung der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbspersonen waren Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz im Jahr 2025 durchschnittlich 28,3 Tage krankgeschrieben - rund ein Drittel mehr als alle Berufstätigen in Rheinland-Pfalz (18,7 Tage). Im Bundesschnitt waren Pflegekräfte im vergangenen Jahr 27,8 Tage arbeitsunfähig gemeldet (Durchschnitt aller Berufstätigen Bund: 17,7 Tage). Daraus ergibt sich, dass die Fehltage rheinland-pfälzischer Pflegekräfte zwei Prozent über dem Bundesschnitt liegen.
Besonders viele Fehltage in der Altenpflege
Besonders hoch sind die Fehltage in Berufen der Altenpflege. Altenpflegekräfte in Rheinland-Pfalz kamen 2025 auf durchschnittlich 34,6 Krankheitstage (Bund: 32,7 Fehltage). In Krankenpflegeberufen lag der Krankenstand pro Pflegekraft im selben Jahr bei 25,9 Tagen (Bund: 25,8 Tage).
"Trotz einer insgesamt rückläufigen Tendenz über die letzten beiden Jahre liegt der Krankenstand bei Pflegekräften über dem Niveau von anderen Berufsgruppen", so Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "Pflegekräfte sind in ihrem Job sowohl physisch als auch psychisch stark beansprucht, sodass in beiden Bereichen Potenzial für Unterstützungsmaßnahmen durch die Arbeitgeber liegt", sagt Simon.
Psychische Erkrankungen als häufigste Ursache
Psychische Erkrankungen verursachten bei den Pflegekräften in Rheinland-Pfalz 6,3 Fehltage - der Durchschnitt über alle Berufsgruppen liegt bei 3,3 Fehltagen. Erkrankungen des Atmungssystems (5,3 Fehltage) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (4,8 Fehltage) gehören ebenfalls zu einer der häufigsten Ursachen für Krankschreibungen.
Gesundheitsfördernde Angebote für Arbeitgeber
"Natürlich begegnet uns der demografische Wandel auch in der Pflege. Um die steigende Zahl an Pflegebedürftigen zu versorgen, benötigen wir qualifizierte Pflegekräfte, die langfristig und gesund ihren Beruf ausüben können", betont Simon. Die TK unterstützt stationäre, teilstationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser dabei, gesundheitsfördernde Maßnahmen und Strukturen für Beschäftigte und Pflegebedürftige zu etablieren. "Nachhaltige, effiziente und digitale Strukturen sind für Rheinland-Pfalz notwendig, damit Pflege ein tragfähiges Konstrukt für alle Beteiligten bleibt", so Simon.
Hinweis für die Redaktion:
Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 6,2 Millionen versicherten Erwerbspersonen ausgewertet, davon rund 275.000 mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I.