Mainz, 25. Juni 2026. Nur jeder oder jede zweite Darmkrebs-Betroffene wird in Rheinland-Pfalz in einem zertifizierten onkologischen Zentrum behandelt, berichtet die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) mit Bezug auf Daten des Krebsregister Rheinland-Pfalz. Dabei sind in der Regel die Heilungs- und Überlebenschancen in solchen Zentren höher. 

Zudem gehört die Erkrankung zu den häufigsten Krebsarten: Das Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten (IDG) gibt an, dass in Rheinland-Pfalz 2.801 Menschen (1.262 Frauen und 1.539 Männer) im Jahr 2024 an Darmkrebs erkrankten. Im gleichen Jahr verstarben insgesamt 1.124 Menschen (491 Frauen und 633 Männer) an der Erkrankung.

"Eine Krebsdiagnose und die sich daran anschließende Behandlung ist für Betroffene und Angehörige eine stark belastende Situation. In einem zertifizierten onkologischen Zentrum erhalten Patientinnen und Patienten eine qualitätsgesicherte Behandlung, die mit höheren Heilungschancen verbunden ist", betont Jörn Simon, Landeschef der TK in Rheinland-Pfalz.

Forsa-Umfrage: Weitere Wege für mehr Qualität

In einer repräsentativen Forsa-Umfrage geben 92 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer an, dass sie sich "für ein Krankenhaus, das umfassende Erfahrungen mit dieser Behandlung bzw. Operation hat, aber weiter weg von ihrem Wohnort ist" entscheiden würden. Nur acht Prozent der Befragten würden "ein Krankenhaus, das gut von ihrem Wohnort aus erreichbar ist, aber nicht für ihre Behandlung spezialisiert ist" bevorzugen.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Rheinland-Pfalz bereit sind, weitere Wege auf sich zu nehmen, wenn es um eine aufwändige Behandlung oder Operation geht. Zertifizierte Krebszentren sind qualitätsgesichert, hochspezialisiert und sie besitzen die notwendige Fachexpertise, um Patientinnen und Patienten bestmöglich zu behandeln", betont Simon. Trotzdem werden nur 50 Prozent der Darmkrebsfälle in Rheinland-Pfalz in solchen Zentren behandelt. "Es ist deshalb wichtig, dass Patientinnen und Patienten nach der Diagnose von ihrem behandelnden Arzt oder Ärztin darauf hingewiesen werden, dass es Qualitätsunterschiede in der Behandlung geben kann und die Auswahl der Klinik eine große Rolle spielt", sagt Simon.

Krankenhausqualität ist Menschen wichtig

Auch "komplizierte Behandlungen nur noch in dafür spezialisierten Kliniken" durchzuführen, bewerten laut der Forsa-Umfrage 73 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer als "sehr gut/eher gut". Mit dem kürzlich in Kraft getretenen Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) soll eine Verbesserung der Krankenhausqualität erreicht werden. "Es gilt auf Spezialisierung im Krankenhaussektor zu setzen, damit Patientinnen und Patienten von gesundheitlichen Vorteilen profitieren können", so Simon.

Hinweis für die Redaktion:

Verschiedene Studien belegen, dass die Überlebenschancen in zertifizierten Darmkrebszentren höher sind als in nicht zertifizierten Krankenhäusern. Unter anderem das Projekt WiZen (Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren) untersuchte in einer Studie das Langzeitüberleben von Darmkrebspatientinnen und -patienten. 

Die Auswertung zeigte für ca. 50.000 Darmkrebspatientinnen und -patienten eine bessere Überlebenschance, wenn sie in zertifizierten Zentren behandelt wurden. Erkrankte hatten ein um elf Prozent (Dickdarmkrebs) und neun Prozent (Enddarmkrebs) geringeres Risiko, innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Diagnose, zu versterben.

Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im November 2025 insgesamt 1.001 Personen ab 18 Jahre bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Rheinland-Pfalz.