Mainz, 6. Mai 2026. Jede dritte Person in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland hat schon "einmal" (13 Prozent) oder "mehrfach" (20 Prozent) während einer Behandlung erlebt, dass die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren (bspw. Arztpraxis, Physiotherapiepraxis, Krankenhaus, Pflegedienst oder Pflegeeinrichtung) nicht wie gewünscht verlief. Bundesweit berichteten dies sogar 38 Prozent der Befragten. Dies ergab eine bundesweit repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) mit regionalen Teilergebnissen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland.

Die bundesweiten Ergebnisse zeigen, was genau im Behandlungsverlauf schief geht: Vielen der Befragten, bei denen die Zusammenarbeit nicht optimal lief, fehlte eine klare Ansprechperson (67 Prozent), es gab zu lange Wartezeiten zwischen Terminen (65 Prozent) und kam zu unnötigen Doppeluntersuchungen (36 Prozent). Zudem waren Informationsdefizite die Ursache, weshalb die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren nicht wie gewünscht erlebt wurde. Bei sechs von zehn Teilnehmenden (64 Prozent) "kamen wichtige Informationen nicht rechtzeitig an" oder sie erhielten "keine Informationen darüber, was der nächsten Behandlungsschritt sein soll" (63 Prozent) und 61 Prozent bemängelten, dass "wichtige Informationen falsch oder unvollständig waren").

Entlastung durch Primärversorgungssystem

"Bei der Optimierung der ambulanten Gesundheitsversorgung kann das von der Regierung geplante Primärversorgungssystem helfen", betont Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "In einem solchen System mit einer vorgeschalteten einheitlichen digitalen Ersteinschätzung hat ein Arzt oder eine Ärztin den Überblick über die Behandlung und stellt die nötigen Überweisungen aus. Dies sorgt für klare Zuständigkeiten und kann dabei unterstützen, Ressourcen effizient einzusetzen und für Patienten und Patientinnen eine verlässliche, qualitätsgesicherte und zeitnahe Versorgung zu gewährleisten." 

Die Forsa-Daten untermauern dies und zeigen, dass 70 Prozent der Personen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland die Idee eines Primärversorgungssystems als "sehr gut/gut" bewerten (bundesweit: 72 Prozent).

Die elektronische Patientenakte (ePA) für besseren Informationsfluss

"Auch die elektronische Patientenakte nimmt eine wichtige Rolle ein. In ihr werden Informationen wie Befunde, Laborergebnisse und Verordnungen an einem Ort gebündelt und stehen bei einer Behandlung zur Verfügung. So sind alle Beteiligten besser informiert und können sich enger abstimmen. Davon profitieren Ärztinnen und Ärzte im Behandlungsalltag ebenso wie Patientinnen und Patienten: Die ePA ermöglicht damit einen besseren Überblick und unterstützt eine gezieltere Behandlung", sagt Simon.

Hinweis für die Redaktion: 

Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Personen ab 18 Jahre mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die Teilergebnisse beziehen sich auf die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland mit insgesamt 200 Teilnehmenden.