Mainz, 19. März 2026. Endometriose zählt zu den häufigsten gutartigen Unterleibserkrankungen von Frauen - auch in Rheinland-Pfalz. Nach Auswertungen der Techniker Krankenkasse (TK) waren im Jahr 2024 2.881 TK-Versicherte in Rheinland-Pfalz mit dieser Diagnose in ärztlicher Behandlung. 750 von ihnen erhielten die Diagnose erstmals.

"Die Zahlen machen deutlich, dass Endometriose längst keine Randerscheinung ist", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen noch höher liegt, weil viele Frauen ihre Beschwerden lange nicht ärztlich abklären lassen oder erst spät die richtige Diagnose erhalten. Unser Ziel ist es, diese Erkrankung früher zu erkennen und betroffene Frauen besser zu unterstützen, zum Beispiel durch das digitale FEMNA Endometriose-Programm."

Schmerzhafte Erkrankung mit vielen Gesichtern

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst - etwa im Bauchraum oder in der Gebärmuttermuskulatur. Typische Beschwerden sind starke Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen sowie chronische Unterbauchschmerzen. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch kann mit Endometriose zusammenhängen.

In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein für Endometriose deutlich gewachsen - eine Erkrankung, die lange Zeit kaum bekannt war. "Viele Betroffene arrangieren sich über Jahre mit massiven Schmerzen, weil sie glauben, das gehöre zur Menstruation dazu", so Simon weiter. "Wir brauchen hier mehr Sensibilität - sowohl bei Betroffenen als auch im medizinischen Bereich. Je früher Endometriose erkannt wird, desto eher können Therapien eingesetzt werden, die Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern."

Digitale Unterstützung für Betroffene

Zur Unterstützung der Behandlung stellt die TK ihren Versicherten unter anderem das digitale FEMNA Endometriose-Programm zur Verfügung. Das Online-Angebot bietet Informationen zu Symptomen, Verlauf und Therapiemöglichkeiten sowie praktische Hilfen für den Alltag mit Endometriose, etwa Entspannungsübungen zur Schmerzlinderung und Anregungen zum Selbstmanagement.
"Digitale Angebote können den Arztbesuch nicht ersetzen, aber sie sind ein wichtiger Baustein, um Betroffenen zwischen den Terminen Sicherheit zu geben und sie im Umgang mit der Erkrankung zu stärken", betont Simon.

Hinweis für die Redaktion

In Rheinland-Pfalz zählt die TK rund 555.000 Versicherte (Stand: März 2026). Ausführliche medizinische Informationen zur Endometriose bietet die Website Frauenärzte im Netz.