Mainz, 9. März 2026. Die finanzielle Belastung für Menschen, die in stationären Pflegeheimen leben, nimmt weiter zu. Nach Angaben des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) mussten Bewohnerinnen und Bewohner in den ersten zwölf Monaten ihres Heimaufenthalts in Rheinland-Pfalz durchschnittlich monatlich 3.222 Euro selbst aufwenden (Stand: 1. Januar 2026). Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) würde eine deutliche Mehrheit der Menschen in Rheinland-Pfalz politische Schritte begrüßen, deren Ziel es ist, die finanzielle Belastung für Menschen, die auf stationäre Pflege angewiesen sind, zu senken.

Demnach bewerten 86 Prozent der Umfrageteilnehmenden den Vorschlag positiv, dass sich das Land an Investitionskosten stationärer Pflegeheime beteiligt. Darunter fallen beispielsweise Kosten für Umbau oder Instandhaltung von Pflegeheimen, die in der Regel an Heimbewohner weitergegeben werden. 43 Prozent bewerten diesen Ansatz als "sehr gut", weitere 43 Prozent als "eher gut", lediglich zwölf Prozent stehen dieser Idee kritisch gegenüber. Die Forsa-Befragung zeigt zudem, dass gut zwei Drittel (67 Prozent) Interviewten sich bewusst sind, dass sich Pflegebedürftige in der Regel selbst an der Instandhaltung und Ausstattung von Pflegeheimen beteiligen müssen.

Bislang keine verbindliche gesetzliche Pflicht für Rheinland-Pfalz

"Bislang gibt es keine verbindliche gesetzliche Pflicht für das Land Rheinland-Pfalz sich bei  den Investitionskosten stationärer Pflegeheime finanziell zu engagieren. Das Land könnte das zwar durchaus, muss aber nicht", erklärt Jörn Simon, Leiter der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK). Landesrecht und Sozialgesetzbuch lassen hier Spielräume, welche die Bundesländer sehr unterschiedlich wahrnähmen. Rheinland-Pfalz beteilige sich bislang mit keinem einzigen Euro an den Kosten. Simon weiter: "Die Umfrage zeigt, dass vielen Bürgerinnen und Bürger bewusst ist, dass sie die Investitionskosten in stationären Pflegeheimen weitgehend selbt tragen müssten. Das Stimmungsbild, welches sich in der Befragung abzeichnet, sollte die neue Landesregierung dazu bewegen, ihre bisherige Nichtbeteiligung an den Investitionskosten zu überdenken."  

Hinweis für die Redaktion:

Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im November 2025 insgesamt 1.001 Personen ab 18 Jahre bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Rheinland-Pfalz.