Mainz, 24. April 2026. Anlässlich des Kabinettsbeschlusses zur Notfallreform macht die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Mainz darauf aufmerksam, dass eine bessere Koordination von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Reform ist. Das Gesetzesvorhaben soll unter anderem Patientinnen und Patienten künftig gezielter in die jeweils passende Versorgungsstruktur lenken und Versorgungsstrukturen entlasten.

Wie notwendig mehr Orientierung bei gesundheitlichen Notfällen ist, zeigen auch die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK in Rheinland-Pfalz: So gaben insgesamt 41 Prozent der Interviewten in Rheinland-Pfalz an, dass sie innerhalb der letzten drei Jahre "plötzlich auftretende gesundheitliche Beschwerden, einen Unfall oder eine Zustandsverschlechterung" außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten hatten. Von ihnen suchte mehr als jeder zweite Interviewte (53 Prozent) direkt eine Notaufnahme auf. Lediglich 15 Prozent riefen den Rettungsdienst über die 112 an und nur 13 Prozent nutzten Angebote, wie den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).

"Kaum jemand geht einfach so in die Notaufnahme. Die Menschen haben Beschwerden und sind besorgt. Bislang bietet das System aber zu wenig Orientierung, so dass Hilfesuchende nicht immer dort landen, wo ihr Anliegen gut versorgt werden kann", so Simon.

Notfallreform des Bundes setzt an den richtigen Stellen an

Aus Sicht des TK-Landeschefs setze die Notfallreform dabei an den richtigen Stellen an: "Es ist gut, dass die Nummern 112 und 116 117 enger verzahnt werden sollen. Gemeinsam mit den integrierten Notfallzentren (INZ) entstehen so zentrale Anlaufstellen für Hilfesuchende. Entscheidend ist die vorgesehene Ersteinschätzung - telefonisch wie vor Ort -, damit Patientinnen und Patienten schnell in die für sie passende Versorgungsstruktur gelenkt werden können."

Auch die vorgesehenen Maßnahmen im Rettungswesen bewertet der TK-Chef positiv: "Die von der Bundesregierung geplante Notfallreform ist sehr zu begrüßen, kann aber nur greifen, wenn der Rettungsdienst mitberücksichtigt wird. Bislang gibt es in diesem Bereich viele unterschiedliche Regelungen zu Hilfsfristen, Qualität und Finanzierung. Bessere Standards müssen deshalb das Ziel sein."

Entscheidend sei nun, das Reformvorhaben des Bundes in Rheinland-Pfalz konsequent und bedarfsgerecht umzusetzen: "Gerade in einem Flächenland kommt es darauf an, die Integrierten Notfallzentren strategisch sinnvoll zu verorten und bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. Es kann nicht darum gehen, mehr oder weniger Standorte zu schaffen, sondern um die richtigen am richtigen Ort, um auch in Zukunft eine Daseinsvorsorge auf hohem Niveau sicherstellen zu können", appelliert Simon an die Beteiligten.

Hinweis an die Redaktion

Die ausführliche Position der TK in Rheinland-Pfalz zur Notfallversorgung gibt es unter: TK-Position zur Notfallreform  

Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im November 2025 insgesamt 1.001 Personen ab 18 Jahre bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Rheinland-Pfalz.