Digitalisierung: Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz auf gutem Weg, aber Luft nach oben
Pressemitteilung aus Rheinland-Pfalz
Mainz, 24. August 2026. Die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser machen Fortschritte bei der Digitalisierung. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Studie "DigitalRadar Krankenhaus" hervor, die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt wurde und den sogenannten digitalen Reifegrad der Kliniken untersucht. Demnach sind die Kliniken in Rheinland-Pfalz digital deutlich besser aufgestellt als noch vor fünf Jahren, wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz berichtet.
Der digitale Reifegrad der Kliniken in Rheinland-Pfalz ist zwischen 2021 (1. Erhebung) und 2026 (3. Erhebung) von 29,5 auf 53,0 von maximal 100 möglichen Punkten gestiegen. Das entspricht einer Verbesserung von knapp 80 Prozent oder 23,5 Punkte. Trotzdem rangiert Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Baden-Württemberg im unteren Drittel aller Bundesländer auf Platz zwölf.
Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung, betont: "Rheinland-Pfalz ist hier auf einem guten Weg. Wie man anhand des DigitalRadar Krankenhaus sieht, haben die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser die Zeit genutzt, um die Digitalisierung voranzutreiben. Aber es gibt noch Luft nach oben, wie der Ländervergleich zeigt." Bei der Messung des Digitalisierungsgrads der Krankenhäuser nimmt die Studie unter anderem die IT-Sicherheit, klinische Abläufe, telemedizinische Angebote sowie die Einbindung der Patientinnen und Patienten in den Blick.
Rückgang der teilnehmenden Krankenhäuser
Im Rahmen der Digitalradar-Studie wurden in der dritten Erhebung 1.531 Krankenhäuser untersucht, davon 69 in Rheinland-Pfalz. Sachsen führt das Ranking mit 60,3 Punkten an - gefolgt von Berlin mit 59,4 Punkten. Im Jahr 2026 beträgt der bundesweite Durchschnitt des DigitalRadar-Scores 55,0 Punkte - 2024 waren es noch 42,4 Punkte (Verbesserung um 65 Prozent). "Bedauerlich ist allerdings, dass die Zahl der teilnehmenden Krankenhäuser sowohl bundesweit als auch bei uns im Land deutlich zurückgegangen ist. Bei der ersten Erhebung im Jahr 2021 hatten sich noch 1.624 Häuser, davon 83 aus Rheinland-Pfalz, beteiligt", sagt Simon. Deswegen seien die Zahlen nicht eins zu eins vergleichbar.
Digitalisierung kann Zufriedenheit steigern
"Eine konsequente Digitalisierung kann erheblich zur Zufriedenheit von Mitarbeitenden und Patientinnen und Patienten beitragen", so Simon. So könne sich beispielsweise durch KI-gestützte Dokumentation der Aufwand für die Behandelnden verringern, wodurch mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten bleibe. Andere Beispiele seien Mehrwerte und bessere Serviceleistungen durch digitale Terminbuchungen, Patientenformulare und Self-Check-In-Lösungen als auch Befunde, die in die elektronische Patientenakten eingestellt werden. Zudem könnten sektorenübergreifende telemedizinische Netzwerkstrukturen die Weiterbehandlung nach einer Entlassung vereinfachen.
Digitalisierung braucht gesicherte Finanzierung
Mit dem Krankenhauszukunftsfonds (KHZF) steht bundesweit ein Fördervolumen von bis zu 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon stammen drei Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds von den Gesetzlichen Krankenkassen, weitere 1,3 Milliarden Euro werden von den Ländern beziehungsweise den Krankenhausträgern kofinanziert.
Rheinland-Pfalz erhält aus dem Krankenhauszukunftsfonds rund 142 Millionen Euro Kassenmittel. Das Land steuert zusätzlich rund 61 Millionen Euro Kofinanzierung bei, sodass insgesamt etwa 203 Millionen Euro für Digitalisierungsprojekte in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern zur Verfügung stehen. "Digitalisierung ist kein Projekt, welches irgendwann abgeschlossen ist. Vielmehr benötigt die Digitalisierung im Gesundheitswesen langfristige, nachhaltige und kompatible Strukturen und eine gesicherte Finanzierung, um Prozesse für Personal, Patientinnen und Patienten in der medizinischen Versorgung zu vereinfachen", betont Simon.
Hinweis für die Redaktion:
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat das Konsortium DigitalRadar Krankenhaus zur Messung der digitalen Reife der deutschen Krankenhäuser beauftragt. 1.531 Krankenhäuser haben bundesweit in der dritten Datenerhebung teilgenommen.
Hier finden Sie die Ergebnisse und Berichte des DigitalRadars: Ergebnisse & Berichte - DigitalRadar Krankenhaus