Beim Mobbing gibt es keine Unbeteiligten
Artikel aus Sachsen
Das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) und die Techniker Krankenkasse (TK) Sachsen setzen gemeinsam das Projekt "Gemeinsam Klasse sein" um. Damit wollen sie Schulen helfen, Mobbing und Cybermobbing zu verhindern.
Seit zwei Jahren läuft das Schulprojekt "Gemeinsam Klasse sein" und weist eine erfreuliche Bilanz auf. Aktuell nutzen 57 Schulen in Sachsen das Präventionsprogramm. Kernelement ist die Online-Plattform "Gemeinsam Klasse sein" auf die Lehrende nach dem Absolvieren einer Fortbildung mit einem Zugangscode jederzeit kostenfrei zugreifen können. Die digitalen Materialen führen mit Leitfäden, Filmen, Tutorials, Arbeitsblättern und Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen durch das Thema. Das Anti-Mobbing-Programm richtet sich vor allen Dingen an Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis sieben.
Unterstützung der Schulen bei Mobbingprävention
"Beim Thema Mobbing gibt es keine Unbeteiligten. Genau darauf setzt das Programm ‚Gemeinsam Klasse sein‘. Ziel ist es, alle Schülerinnen und Schüler für das Thema Mobbing zu sensibilisieren und zu einem positiven Klassenklima beizutragen, damit Mobbing gar nicht erst entsteht", fasst Alexander Krauß, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Sachsen den Leitgedanken des Präventionsprogramms zusammen.
Das Anti-Mobbing-Projekt ist eine gemeinsame Initiative des Sächsischen Landesamtes für Schule und Bildung (LaSuB) und der TK Sachsen. Das Programm setzt konsequent auf Prävention von Mobbing und Cybermobbing und befähigt Schulen dazu, aktiv gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Übergriffe vorzugehen. Die Kinder lernen, sich aktiv gegen Mobbing einzusetzen und werden zu Expertinnen und Experten für verschiedene Interventionsstrategien. Patrick Schreiber, Präsident LaSuB: "Mobbing ist seelische Gewalt, vor der wir Kinder und Jugendliche schützen müssen. Wir unterstützen die sächsischen Schulen bei der Mobbingprävention. Unsere Lehrkräfte erhalten umfangreiche kostenfreie Materialien und können bis zu fünf Projekttage gestalten. Mit einer Kultur des Hinschauens senden sie somit ein Signal, dass Mobbing nicht geduldet wird."
Nachweislich verbessertes Klassenklima
Laut einer Evaluation des Programms aus dem Jahre 2023 fühlten sich die beteiligten Kinder durch das Anti-Mobbing-Projekt nachweislich besser in der Lage, bei Mobbing aktiv einzuschreiten und Unterstützung zu leisten. Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter bescheinigen der Plattform eine hohe Praxistauglichkeit. Teilnehmende Schulklassen bestätigen ein deutlich verbessertes Klassenklima und die Schülerinnen und Schüler haben eine erhöhte Sensibilisierung gegenüber Mobbing. "Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig Prävention und frühzeitige Sensibilisierung sind. Wir empfehlen, das Anti-Mobbing-Programm als festen Bestandteil des Schulprogramms zu integrieren", so Krauß.
Es wird empfohlen, "Gemeinsam Klasse sein" als Projektwoche von mindestens vier Tagen durchzuführen. Eine sorgfältige Vorbereitung ist dabei wichtig. Die Integration von "Gemeinsam Klasse sein" als festen Bestandteil des Schulprogramms erleichtert die Durchführung.
Inhalte werden ständig aktualisiert
Die Programmmaterialien werden ständig überarbeitet und fachlich weiterentwickelt. Erst im Herbst 2025 sind neue Materialien und Filme auf der Plattform eingebunden worden. Mit der laufenden Überarbeitung und Digitalisierung der Unterrichtsmaterialien sowie der kontinuierlichen Schulung von Multiplikatoren setzt "Gemeinsam Klasse sein" verstärkt auf Innovation und nachhaltige Wirksamkeit gegen Mobbing und Cybermobbing im sächsischen Schulalltag.
In Sachsen wir haben jetzt 7 Ländermultiplikatoren, die die Fortbildungen durchführen.
Interessierte Schulen, die am Projekt teilnehmen wollen, können sich an das LaSuB wenden. Danach nehmen die Lehrerinnen und Lehrer an einer Fortbildung teil und können das Programm dann in ihre Schulen tragen.
Videointerview mit Alexander Krauß, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen
Videointerview mit Aaron Winges, Lehrer an der Leipziger Oberschule Ihmelsstraße
Videointerview mit Kathrin Peters, Referentin Gesundheitsförderung und Prävention, LaSuB Sachsen
Beitrag des MDR zum Thema "Mobbing an Schulen" vom 15.08.2023