Über 900 Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz haben sich mit kreativen Beiträgen gegen Mobbing und für einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien stark gemacht. Beim landesweiten Kreativwettbewerb, den die Techniker Krankenkasse (TK) im Rahmen des Präventionsprogramms "Gemeinsam Klasse sein" zusammen mit dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium und dem Pädagogischen Landesinstitut (PL) ausgerufen hatte, wurden sechs Schulen mit einem Hauptpreis und zwei weitere mit Sonderpreisen ausgezeichnet. Der besondere Gewinn: ein individuell auf die jeweilige Schule zugeschnittenes Präventionsprojekt, welches die TK gemeinsam mit den Schulen entwickelt und umsetzt. Die ersten Planungsgespräche laufen bereits: Gemeinsam werden Bedarfe analysiert und individuelle Konzepte entwickelt, die auf die jeweilige Schule zugeschnitten sind. 

Nach den Sommerferien starten die ersten Umsetzungen. Mit einer neuen Serie begleitet TK spezial diesen Prozess. Wir zeigen, wie aus den ersten Konzepten passgenaue Präventionsprojekte entstehen und wie nachhaltige Gesundheitsförderung im Schulalltag gelingen kann. Den Auftakt bildet ein Gespräch mit Martina Geib, Beraterin Lebenswelten (Kita, Schule, Kommune) bei der TK. Sie betreut die Sieger-Schulen des Wettbewerbs federführend bei der Ermittlung und Umsetzung der gesundheitsfördernden Maßnahmen.

TK: Der Kreativwettbewerb ist abgeschlossen. Jetzt beginnt die Umsetzung der Präventionsprojekte. Was passiert in den kommenden Monaten?

Martina Geib: Mit einigen Schulen stehen wir bereits seit April im Austausch. Noch bevor die eigentliche Umsetzung beginnt, ermitteln wir zusammen den Bedarf: Welche Themen und Herausforderungen beschäftigen die Schulen aktuell - beispielsweise Mobbing, der Umgang mit sozialen Medien oder das Klassenklima? Welche Ressourcen sind bereits vorhanden? Gibt es bereits engagierte Lehrkräfte, Schulsozialarbeit oder bestehende Projekte, an die wir anknüpfen können?

Martina Geib

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Beraterin Lebenswelten bei der Techniker Krankenkasse

Diese Analyse bildet die Grundlage dafür, ein individuelles Präventionsprojekt zu entwickeln, das wirklich zu der jeweiligen Schule passt. Das kann Workshops für einzelne Jahrgänge und Klassen ebenso umfassen, wie Fortbildungen für Lehrkräfte, Elternabende oder Maßnahmen, die dauerhaft im Schulalltag verankert werden - etwa gemeinsame Klassenregeln, digitale Vereinbarungen oder Peer-Projekte. Dabei geht es nicht um einzelne, voneinander unabhängige Maßnahmen, sondern um ein stimmiges Gesamtkonzept, das alle Beteiligten - Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte einbezieht und nachhaltig wirkt.

Wichtig ist uns dabei, die Projekte so zu gestalten, dass sie sich in den Schulalltag integrieren lassen. Nach den Sommerferien beginnt dann die praktische Umsetzung.
 

TK: Wie müssen Präventionsangebote im Schulalltag gestaltet sein, um nachhaltig wirken zu können?

Geib: Nachhaltige Prävention funktioniert dann besonders gut, wenn sie integraler Teil des Schulalltags wird und nicht als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen wird. Deshalb knüpfen wir an bestehende Strukturen und die gelebte Schulkultur an - etwa an den Umgang miteinander, den Einsatz digitaler Medien oder bestehende Verfahren zur Konfliktlösung.

Wir machen sehr gute Erfahrungen mit Multiplikatorenkonzepten: Lehr- und pädagogische Kräfte erhalten Grundlagenwissen, zum Beispiel zum Thema Stress, sowie praktische Tools, die sie sowohl für sich selbst als auch im Unterricht mit ihren Schülerinnen und Schülern einsetzen können. Wenn etwa kleine Stressmanagement-Übungen, Reflexionsphasen oder Entspannungsimpulse regelmäßig im Unterricht eingebaut werden, entsteht ein Schulalltag, in dem gesundheitsfördernde Aspekte berücksichtigt werden. 

TK: Auch ohne die Teilnahme an einem Wettbewerb können Schulen gemeinsam mit der TK Präventionsangebote entwickeln, richtig?

Geib: Richtig, allerdings wissen viele Schulen gar nicht, wie vielfältig die Unterstützungsmöglichkeiten der TK im Bereich Prävention sind. Grundsätzlich können sich Schulen jederzeit an uns wenden - unabhängig davon, ob sie an einem Wettbewerb teilgenommen haben oder nicht.

Im Rahmen des § 20a SGB V begleiten wir Schulen dabei, ihre individuellen Bedarfe im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention zu erkennen und gemeinsam passende Maßnahmen zu entwickeln. Dabei geht es nicht um vorgefertigte Programme, sondern um Lösungen, die zur jeweiligen Schule, ihrer Schulgemeinschaft und ihren Herausforderungen passen.

Die Unterstützung kann unterschiedlich aussehen: Wir beraten Schulen beim Aufbau gesundheitsfördernder Strukturen, begleiten die Entwicklung eines individuellen Präventionskonzepts und vermitteln erfahrene Referentinnen und Referenten. Darüber hinaus fördern wir Projekte zu Themen wie psychische Gesundheit, Bewegung, Ernährung sowie Sucht- und Gewaltprävention oder zur Stärkung sozialer Kompetenzen. Zudem hat die TK eigene, wissenschaftlich evaluierte Präventionsprojekte entwickelt - wie "Gemeinsam Klasse sein". Schulen können diese Angebote nutzen, unabhängig davon, ob sie am Kreativwettbewerb teilgenommen haben oder nicht.
 

TK: Was empfehlen Sie Schulen, die nun mit der Umsetzung eines Präventionsprogramms starten?

Geib: Prävention ist dann besonders wirksam, wenn alle Beteiligten - Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Eltern - gemeinsam an einem Strang ziehen. Dabei sollte Prävention nicht als zusätzliche Pflichtaufgabe verstanden werden, sondern als Chance, den Schulalltag gemeinsam positiv zu gestalten.

Wichtig ist dabei, offen für neue Ideen zu bleiben und Maßnahmen auszuprobieren, die zur eignen Schule passen. Gleichzeitig braucht es die Bereitschaft, Erfahrungen zu reflektieren und Angebote eventuell weiterzuentwickeln. So entsteht nach und nach eine Präventionskultur, die nachhaltig wirkt und von der gesamten Schulgemeinschaft getragen wird.
 

Prävention in Schulen - gut zu wissen

Die Techniker Krankenkasse unterstützt Schulen bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention. Grundlage hierfür ist § 20a SGB V. Ziel ist es, gesundheitsfördernde Strukturen im Schulalltag zu stärken und Kinder sowie Jugendliche nachhaltig in ihrer gesundheitlichen Entwicklung zu unterstützen.

Gefördert werden Projekte, die an den konkreten Bedarfen einer Schule ansetzen, nachhaltig wirken und gemeinsam mit den Beteiligten entwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie psychische Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Sucht- oder Gewaltprävention sowie die Stärkung sozialer Kompetenzen.

Für einige Schulen passen auch unsere TK-Produkte zu ihren aktuellen Bedarfen, diese finden die Schulen auf dem Lebensweltenportal der TK: Gesunde Schule

Zur Person

Martina Geib liegt als Mama eines Jungen die Gesundheit von Kindern besonders am Herzen. Sie hat eine klassische Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten bei der Krankenkasse absolviert und sich zur Krankenkassenbetriebswirtin weiterqualifiziert. Durch ihr privates Interesse an Gesundheitsthemen hat sie zudem eine berufsbegleitende Ausbildung zum zertifizierten Stress-Coach und zur kreativen Tanzpädagogin absolviert.