Rekordhoch bei Verordnungen für Herz-Kreislauf-Medikamente
Pressemitteilung aus Baden-Württemberg
- Von 257 Tagesdosen je Erwerbsperson adressieren 95 Tagesdosen das Herz
- Männer erhalten doppelt so viele Tagesdosen wie Frauen
- Vorbeugung - mit digitaler Unterstützung - ist sinnvoll
Stuttgart, 3. November 2026. Erwerbstätigen in Baden-Württemberg wurden im Jahr 2025 so viele Herz-Kreislauf-Medikamente verschrieben wie noch nie. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich der Herzwochen, die die Deutsche Herzstiftung im November veranstaltet. Jeder und jede TK-versicherte Erwerbstätige bekam im vergangenen Jahr durchschnittlich 95 Tagesdosen Herzmedikamente, wie zum Beispiel Blutdruck- oder Cholesterinsenker, verschrieben. Damit wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Im Jahr 2024 lag die Verordnungszahl bei 92 Tagesdosen, zu Beginn der Auswertungen im Jahr 2000 waren es nur 42 Tagesdosen. Der Anteil dieser Medikamentengruppe am gesamten Verordnungsvolumen von 257 Tagesdosen je Erwerbsperson beträgt fast 37 Prozent.
Männer bekommen mehr Blutdrucksenker & Co.
Besonders auffällig: Herzmedikamente kommen bei Männern deutlich häufiger zum Einsatz. Frauen wurden im Schnitt 62 Tagesdosen verschrieben, bei den Männern war es mit 123 Tagesdosen fast die doppelte Menge. "Zum einen stellen sich die medikamentös zu behandelnden Erkrankungen bei Frauen hormonbedingt oft später ein, zum anderen werden sie noch zu häufig übersehen", erklärt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg.
Vielfältige Risikofaktoren
Laut Deutscher Herzstiftung sind die üblichen Risikofaktoren bei beiden Geschlechtern gleich: Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und Übergewicht, aber auch Stress und schlechter Schlaf gehören dazu. "Es lohnt sich, vorbeugend aktiv zu werden, denn mit 34 Prozent waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall 2024 die mit Abstand häufigste Todesursache in Baden-Württemberg", betont die TK-Leiterin. Ein herzgesunder Lebensstil beinhalte eine ausgewogene Ernährungsweise, ausreichend Bewegung und Zeit zur Entspannung.
App unterstützt bei Prävention
Digitale Unterstützung bietet dabei die kostenlose HerzFit-App, die von der Deutschen Herzstiftung und weiteren Partnern in Zusammenarbeit mit der TK entwickelt wurde. Sie erfasst und bewertet relevante Gesundheitsdaten, informiert über Symptome und Therapiemöglichkeiten und motiviert, persönliche Ziele für eine bessere Herzgesundheit zu erreichen. "Nach einer individuellen Risikoanalyse können sinnvolle Maßnahmen gezielt ausgewählt und in den Tagesablauf integriert werden", erklärt Mussa. Die App sei ein Beispiel dafür, wie verantwortungsvolle Datennutzung eine maßgeschneiderte individuelle Prävention ermögliche.
- Die HerzFit-App der Deutschen Herzstiftung
- Lesetipp: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind keine Männersache!
Hinweise für die Redaktion
Für die Auswertung hat die TK die Arzneimittelverordnungen ihrer rund 6,2 Millionen versicherten Erwerbspersonen (640.000 mit Wohnsitz in Baden-Württemberg) betrachtet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I. Als Tagesdosis (Defined Daily Dose, kurz DDD) wird die Dosis eines Arzneimittels bezeichnet, die bei einer bestimmten Indikation im Durchschnitt pro Tag verordnet wird.