TK-DocTour: Medizinischer Nachwuchs wirft Blick in die Zukunft der ambulanten Versorgung
Pressemitteilung aus Baden-Württemberg
- Zehn Studierende der Medizin und Physician Assistance erhalten vom 30. September bis zum 2. Oktober Einblicke in hausärztlichen Praxisalltag
- Der Besuch in Arztpraxen macht deutlich, wie attraktiv und abwechslungsreich eine Niederlassung im ländlichen Raum ist
- Gut koordinierte Zugänge in die Primärversorgung und motivierte Nachwuchskräfte sichern auch künftig eine gute Versorgung
Stuttgart, 29. September 2026. "Roadtrip zur Zukunftspraxis" - unter diesem Motto gehen vom 30. September bis zum 2. Oktober zehn Studierende der Medizin und Physician Assistance (PA) auf Tour durch Baden-Württemberg. Gespräche mit erfahrenen Praxisteams stehen auf dem Weg von Stuttgart nach Konstanz und zurück ebenso auf dem Programm wie Hinweise rund um die Themen Niederlassung, Digitalisierung und Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsberufe.
Austausch mit erfahrenen Hausärztinnen und Hausärzten
Das Ziel der Tour, die bereits zum dreizehnten Mal stattfindet: Durch den Austausch mit erfahrenen Hausärztinnen und Hausärzten können sich die Studierenden ein realistisches Bild von der Arbeit in einer Praxis machen. "Wir möchten die Studierenden frühzeitig für eine Niederlassung sensibilisieren und eventuell vorhandene Vorurteile aus dem Weg räumen", sagt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, vor dem Start der Tour. Zudem gibt es Infos von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) mit der zentralen Frage: Welche Wege gibt es nach dem Studium, bis der Titel "Fachärztin oder Facharzt für Allgemeinmedizin" geführt werden darf?
TK: neue Konzepte in der ambulanten Versorgung notwendig
Damit der ärztliche Nachwuchs in Zukunft optimal eingesetzt werden kann, braucht es nach Einschätzung der TK neue Konzepte in der ambulanten Versorgung. "Derzeit werden Patientinnen und Patienten nicht immer direkt dort behandelt werden, wo ihnen am besten geholfen werden kann. Das muss sich ändern", betont Nadia Mussa. "Mit unserem Primärversorgungskonzept "Digital vor ambulant vor stationär" wollen wir den Zugang zur Versorgung für Patientinnen und Patienten schneller, gerechter und transparenter gestalten. Mehr Zielgenauigkeit entlastet auch die Ärztinnen und Ärzten."
Medizinische Ersteinschätzung führt schnell zur passenden Behandlung
Zentraler Baustein des TK-Konzeptes: Bei jeder neuen Behandlung erfolgt eine verbindliche medizinische Ersteinschätzung des Versorgungsbedarfs - digital, telefonisch oder vor Ort an allen relevanten Zugängen ins Gesundheitssystem. Dabei werden Symptome schnell erfasst und die dazu passende Versorgung ermittelt. "Das wird in den meisten Fällen die Hausärztin oder der Hausarzt sein. Aber auch telemedizinische, fachärztliche oder qualifiziert pflegerische Versorgung ist je nach Bedarf denkbar", erläutert Mussa. "Parallel dazu braucht es eine zentrale digitale Terminplattform, über die Patientinnen und Patienten zeitnah Termine erhalten."
Austausch mit SPD-Gesundheitspolitikerin Dr. Lina Seitzl MdB
Über das Konzept der TK und die richtigen Rahmenbedingungen für ihre zukünftige Arbeit insgesamt diskutieren die Studierenden mit der Gesundheitspolitikerin Dr. Lina Seitz, die für die SPD den Wahlkreis Konstanz vertritt. Sie wird erläutern, welche gesundheitspolitischen Weichen derzeit in Berlin gestellt werden und sicher die eine oder andere Anregung von den Studierenden dafür mitnehmen.
Wieder mit dabei: Studierende im Fach Physician Assistance
Der Teamgedanke und damit die Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen werden immer wichtiger. "Nichtärztliche medizinische Fachkräfte sollten in Zukunft leichtere Fälle selbst behandeln dürfen, um die Ärztinnen und Ärzte zu entlasten", fordert die Leiterin der TK-Landesvertretung. Ein Beispiel dafür sind die Physician Assistants, die ebenfalls bei der Tour mit dabei sind. Nach Abschluss des Studiums arbeiten sie als Arztassistentinnen und -assistenten an der Schnittstelle zwischen Pflegekräften und ärztlichem Personal.
Das Programm der TK-DocTour 2026 ist unter www.tk.de/doctour abrufbar.