Das gute Klima, welches zwischen den Akteuren im schleswig-holsteinischen Gesundheitswesen herrscht, ist etwas ganz besonderes. Darüber waren sich die Teilnehmer der diesjährigen gesundheitspolitischen Jahrestagung der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein einig. Und genau diese konstruktive Zusammenarbeit sei auch notwendig, um das große Ziel zu erreichen: die Grenzen aufbrechen und eine sektorenverbindende Versorgung schaffen. Das betonte Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg in seinem Impulsvortrag. Vor rund 150 Gästen diskutierten die Referenten über das Thema "Weichen für die Zukunft stellen - Versorgung in Schleswig-Holstein neu denken."

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Dr. Heiner Garg und Sören Schmidt-Bodenstein diskutierten über die medizinische Versorgung von morgen.


Telemedizin entlastet Ärzte und Patienten

Welche Rolle die Digitalisierung und insbesondere die Telemedizin dabei spielt, wurde anhand  verschiedener Modellprojekte im Norden deutlich. Das aus dem Versorgungssicherungsfonds des Landes geförderte Projekt "Telemedizin im ländlichen Raum" sei beispielhaft, betonte Minister Garg. Mithilfe digitaler ärztlicher Konsultation wird die medizinische Versorgung im Flächenland weiter verbessert. Dank des Telearztrucksacks können ärztliche Leistungen von medizinischen Fachangestellten übernommen werden, sodass der Arzt wieder mehr Zeit für die sprechende Medizin hat.  Wie das Innovationsfondsprojekt "Shared Decision Making" mehr Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen ermöglicht, erklärte Projektleiter Prof. Dr. Friedemann Geiger vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Auch Lisa Schütte vom Diabetes-Blog "Lisabetes" betonte, wie wichtig die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten auf der einen und unter den Patienten auf der anderen Seite sei.

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Bloggerin Lisa Schütte berichtete von ihrem Diabetes-Blog "Lisabetes".


Patienten haben den Anspruch einer höchstmöglichen Evidenz und Expertise in der Versorgung. Dabei kann Digitalisierung ein wichtiger Treiber sein. Medizinische Versorgung hat dabei auch immer eine lokale Komponente. Es ist also die Kunst, aus beiden Welten das Beste zu verknüpfen. 
Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein 


Bei den zahlreichen Modellprojekten geht es neben einer zukunftsfähigen, sektorenverbindenden und patientenorientierten Versorgung auch darum, den großen Konzernen wie Google oder Amazon nicht das Gesundheitswesen zu überlassen, sondern selber aktiv zu gestalten, machte auch Laila Wahle vom St. Adolf-Stift Reinbek auf der Tagung deutlich.

Künstliche Intelligenz hilft bei Entscheidungen

Neben all der Freude über zukunftsweisende Projekte drängte sich am Abend vor allem die Frage auf: Wie schaffen wir es, dass innovative Modellprojekte in die Regelversorgung überführt werden? Ein positives Beispiel nannte Dr. Thomas Schang vom Ärztenetz Eutin-Malente mit dem Projekt "Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung" (SAPV).  

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Prof. Dr. Horst Hahn vom Frauenhofer-Institut sprach über Künstliche Intelligenz. 


"Unsere zentrale Aufgabe ist es jetzt, die verschiedenen Inseln miteinander zu verbinden. Dafür müssen Politik, Krankenkassen und alle Akteure im Gesundheitswesen an einem Strang ziehen, um die Versorgungsstrukturen weiterzuentwickeln", betonte Sören Schmidt-Bodenstein. 


Einen Ausblick, welche Rolle die Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen bereits spielt und noch spielen wird, gab Prof. Dr. Horst Hahn vom Frauenhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS. Seine These: Künstliche Intelligenz kann ein geeignetes Werkzeug sein, um in der immer komplexer werdenden Medizin die richtigen Entscheidungen zu treffen.