Das Projekt "Lebensqualität und Gesundheit in Rostock - LeGeR" ist ein regionales Präventionsprojekt, in dessen Rahmen bedarfsorientiert Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention im Stadtteil Evershagen entwickelt und angeboten werden. Das bisherige Engagement der Projektpartnerinnen und -partner spiegelte sich in der LeGeR-Gesundheitswoche 2022 wider.

Gesundheitswoche mit vielfältigen Angeboten

Das Portfolio der Gesundheitswoche verzahnte Ernährungs- und Bewegungsangebote klug mit Entspannungs- und Informationsangeboten. Gerade mit Blick auf die beiden Hauptzielgruppen von LeGeR, Seniorinnen und Senioren sowie Kinder und Jugendliche, erwies sich diese Kombination als fruchtbar. Denn so inspirierte die feinadjustierte Angebotskaskade aus gesunden Frühstücksangeboten, leicht zugänglichen Gesundheitsinformationen und breitensportliche Bewegungsmodulen das Gesundheitsbewusstsein der Teilnehmenden. Die Angebote fanden eingebettet in die Alltagsgewohnheiten der Einwohnenden in Evershagen in den Partnereinrichtungen (z. B. im Stadtteil- und Begegnungszentrum Maxim) oder bei gutem Wetter unter freiem Himmel (z. B. im Fischerpark) statt. 

Den Abschluss der Woche markierte das Gesundheits- und Familienfest am 10. September. Das mit einem bunten Gesundheitsprogramm ausgestattete Event diente auch als Vernetzungsmöglichkeit für die Aktiven untereinander. Zudem wurde die neue Koordinatorin des Projekts, Frau Nicole Baade, vorgestellt. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Akteurinnen und Akteure vor Ort, führt Bedarfsanalysen durch und entwickelt gemeinsam mit den Projekt- und Netzwerkpartnern Angebote. Langfristig wird die Projektkoordinatorin die Vernetzung im Stadtteil vorantreiben und die existierenden Einzelinitiativen und Programme auf dem Weg zu einer gefestigten Netzwerkstruktur begleiten. Die Projektwebsite bietet weitere Informationen zum Projekt und Kontaktmöglichkeiten zur Projektkoordinatorin. 

Einzelangebote zu Präventionsketten verknüpfen

Der Projektansatz von LeGeR ist aus unserer Sicht ein Konzept mit Perspektive. Denn gerade im Vergleich zu anderen Ansätzen, etwa vorwiegend beratenden oder vermittelnden Angeboten, bietet die strukturschaffende Arbeit vor Ort viele Vorteile sowohl für junge Menschen als auch für Seniorinnen und Senioren. Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die großen Risikofaktoren für gesundheitliche Probleme.  

In der internationalen Forschung wird die Auswirkung von chronischer Einsamkeit auf die Gesundheitssituation einer Person ist zunehmend ein Forschungsgegenstand. Einige Forschende können aufzeigen, dass chronisch Einsame mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an Herzinfarkten, Schlaganfällen, Krebs oder Demenz erkranken. Die zunehmende Einsamkeit im Alter resultiert vorwiegend aus der eigenen eingeschränkten Mobilität, erkrankten oder verstorbenen Partnerinnen und Freunden, sowie Angehörigen, die weit weg wohnen. 

Außerdem deutet eine bundesweit durchgeführte und repräsentative Studie des Bundesministeriums für Gesundheit darauf hin, dass die individuelle Gesundheitskompetenz in Deutschland stark ausbaufähig ist. Demnach empfindet jede bzw. jeder Zweite die eigene Gesundheitskompetenz als eingeschränkt. Gesundheitskompetenz ist aber eine wichtige Voraussetzung, um im Alltag gesundheitsförderliche Ernährungs- und Verhaltensweisen umzusetzen. Diese Entscheidungsebene ist mit Beratungsangeboten an einem nicht alltagsintegrierten Ort nicht erreichbar. 

Neben der chronischen Einsamkeit und ausbaufähiger Gesundheitskompetenz ist ebenso der weit verbreitete Bewegungsmangel ein typisches "Symptom" unseres modernen und industrialisierten Lebensstils. Bewegungsmangel fördert die Entstehung von Übergewicht und erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes, weiterhin sind Herz-Kreislauferkrankungen und die Entstehung von Krebs mit ihm assoziert. Oftmals erreichen exisitierende Angebote zum Vereinssport nur ohnehin aktive Personengruppen.  

Mit dem bedarfsorientierten und invidiuellem Projektansatz von LeGeR können die drei genannten und in Evershagen besonders häufig anzutreffenden Belastungsfaktoren: Einsamkeit, Bewegungsmangel und fehlende Gesundheitskompetenz passgenau adressiert werden. Die Gesundheitsbedarfe der Menschen sind so individuell, dass Sie mit vorgefertigten Angeboten nicht mehr adäquat adressierbar sind. Daher machen wir uns als TK auf den Weg, um die Versorgungs- und Präventionsangebote am Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer entlang weiterzuentwickeln. Dieser möglichst personalisierte Versorgungsanspruch gilt sowohl in der digitalen als auch in der echten Welt.

Forderung: Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Der demografische Wandel wird die Herausforderungen im Gesundheitswesen in den kommenden Jahren noch verschärfen. Mit einer besseren Vorsorge, Prävention und Gesundheitsförderung können die wesentlichen Faktoren für die individuelle Gesundheiterhaltung in der Gesellschaft gestärkt werden. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass einzelne Akteurinnen und Akteure den umfassenden Bedarf in diesem Bereich nur unzureichend bedienen können. Dem Leitgedanken von Vorsorge und Prävention folgend muss dieser Bereich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zielgruppenspezifisch und umfassend weiterentwickelt werden. Ein Schritte dazu wäre es, für alle Sozialversicherungsträger eine einheitliche rechtliche Grundlage und damit gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dieses kann dann als Basis für ein umfassendes zielgruppenorientiertes System zur Förderung der gesundheitserhaltenden Ressourcen dienen. Diese Maßnahme sollte von einer besseren personellen und materiellen Ausstattung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) flankiert werden. 

Als Techniker Krankenkasse setzen wir uns dafür ein, dass unsere Versicherten am Ende der Legislaturperiode in allen Leistungsbereichen besser versorgt werden als gegenwärtig. Die dafür notwendigen Reformschritte haben wir in unserer Position "Besser versorgt 2025" aufbereitet.

TK-Posi­ti­ons­pa­pier "Besser versorgt 2025"

Die Versorgung für die Zukunft aufzustellen, ist eine zentrale Aufgabe der aktuellen Gesundheitspolitik.

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