Trotz größter Anstrengungen passieren in der Medizin Fehler. Patientensicherheit bedeutet, Fehler zu vermeiden und aus ihnen zu lernen. Auch die TK engagiert sich mit Projekten und Angeboten für eine sichere Versorgung ihrer Versicherten.

Als erste Krankenkasse hat die TK einen Beauftragten für Patientensicherheit benannt. Hardy Müller ist seit 2019 im Amt, und seither sind neue Initiativen realisiert worden: Im TK-Monitor Patientensicherheit etwa werden die Erfahrungen und Meinungen von bevölkerungsrepräsentativ befragten Menschen zu vermuteten Behandlungsfehlern veröffentlicht. Sollte der Verdacht aufkommen, dass ein ärztlicher Fehler passiert ist, unterstützt die TK ihre Versicherten bei der Aufklärung. Im " Zur Sache " erklärt Christian Soltau, Team Regresse und Ersatzansprüche bei der TK, welche Schritte dann folgen, und plädiert für eine offene Fehlerkultur.

"Der Weg für Betroffene von medizinischen Behandlungsfehlern ist oft belastend. Häufig dauert er sehr lange - in manchen Fällen bis zu zehn Jahre. Als TK fordern wir daher die Erprobung eines Patientenentschädigungs- und Härtefallfonds . Damit sollen Betroffene innerhalb weniger Monate unbürokratisch Hilfe erhalten", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin TK-Landesvertretung Hamburg.
 

Jeder Vierte vermutet Behand­lungs­fehler

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Bei Diagnostik und Therapie kann auch einmal etwas schief gehen. Gut vier von zehn Befragten (27 Prozent) glauben, in den vergangenen zehn Jahren schon einmal selbst einen Fehler erlitten zu haben. 40 Prozent von ihnen haben ihren Verdacht weitergemeldet, 57 Prozent haben nichts gesagt. Das zeigt der TK-Monitor Patientensicherheit 2021.

Im Bericht des TK-Beauftragten für Patientensicherheit stehen die Aktivitäten zum Ausbau der Patientensicherheit im Fokus, wie zum Beispiel die stärkere Partizipation der Versicherten. Weiterhin finden sich im TK-Transparenzbericht  Informationen zum Engagement in dem Bereich. Die Digitalisierung in der Versorgung geht einher mit der Verfügbarkeit von Daten. "Versicherte haben mit der elektronischen Patientenakte selbst Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten. Das stärkt sie in ihrer Souveränität, fördert ihre Teilhabe und kann ihre Versorgung sicherer machen", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin TK-Landesvertretung Hamburg.

Versicherte haben mit der elektronischen Patientenakte selbst Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten. Das stärkt sie in ihrer Souveränität, fördert ihre Teilhabe und kann ihre Versorgung sicherer machen. Maren Puttfarcken, Leiterin TK-Landesvertretung Hamburg

Selbst­be­wusste Pati­enten und Pati­en­tinnen

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Rund drei Viertel (73 Prozent) der erwachsenen Menschen in Deutschland sagen: Ich kann selbst als Patient dazu beitragen, dass ich beim Arzt oder in der Klinik sicher versorgt werde. Das zeigt der TK-Monitor Patientensicherheit 2021.

Aktionsbündnis Patientensicherheit

In Hamburg sind die Themen Patientensicherheit und Patientenrechte schon lange präsent. Das Land Hamburg war als erstes Bundesland Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS). Das APS wurde von Vertreterinnen und Vertretern der Gesundheitsberufe und Patientenorganisationen im Jahr 2005 gegründet. Es setzt sich seither dafür ein, dass die Gesundheitsversorgung durch Erforschung, Entwicklung und Verbreitung geeigneter Methoden sicherer wird.

Im Jahr 2018 legte der Hamburger Senat mit einer Rechtsverordnung ergänzende Qualitätsanforderungen für Hamburger Krankenhäuser fest. Damit wurden Standards für mehr Patientensicherheit und eine gute ärztliche und pflegerische Versorgung bei komplizierten Eingriffen geschaffen.

Aktion Saubere Hände

Eine Möglichkeit, die Patientensicherheit zu erhöhen, ist die Sicherstellung der Händedesinfektion in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie in der ambulanten Medizin. Die Aktion Saubere Hände, im Jahr 2008 ins Leben gerufen, hat dies zum Ziel. Viele Hamburger Gesundheitseinrichtungen haben sich der nationalen Kampagne angeschlossen oder verfügen über eigene Compliance-Regeln, die auf eine regelmäßige und gut dokumentierte Desinfektion der Hände abzielen. 

Antibiotika gezielt einsetzen 

Die Hamburger Initiative " Antibiotika gezielt einsetzen " wurde im Jahr 2018 vorgestellt. Verschiedene Akteure des Hamburger Gesundheitswesens haben ein Strategie- und Maßnahmenplan beschlossen. Ziel ist es, unnötige Antibiotikaverordnungen möglichst zu vermeiden und die Wirksamkeit von Antibiotika zu erhalten. Die vereinbarten Maßnahmen richten sich an Patientinnen und Patienten, an Ärztinnen und Ärzte sowie andere Gesundheits- und Pflegeberufe und an die Politik.

Landeskonferenz Versorgung

In der Erfüllung der Patientensicherheit nimmt der aufgeklärte Patient einen wichtigen Stellenwert ein. Voraussetzung dafür ist eine gewisse Gesundheitskompetenz. Die Hamburger "Sektorenübergreifende Landeskonferenz zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung" hat im Jahr 2018 Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz als Jahresthema beschlossen. Daraus resultiert ein Strategie- und Maßnahmenpapier, das ebenfalls auf die Gesundheitskompetenz von Organisationen abzielt. Es stellt vier Handlungsfelder heraus: Transparenz und Navigation im Gesundheitssystem, Information, Kommunikation, Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Das Hamburger Netzwerk für Versorgungsforschung HAM-NET forscht an dem Projekt "Entwicklung gesundheitskompetenter Organisationen zur Förderung der Gesundheitskompetenz in Hamburg" (OHL-HAM), das aus dem Jahresthema 2019 hervorgegangen ist. HAM-NET will einen Kriterienkatalog für gesundheitskompetente Organisationen im Gesundheitswesen entwickeln und evaluieren.