Erfurt, 13. Januar 2026. Magen-Darm-Infektionen machten vergangenes Jahr besonders den jüngsten und den ältesten Menschen in Thüringen zu schaffen. Mit Windpocken und Keuchhusten infizierten sich vorwiegend Thüringerinnen und Thüringer bis 14 Jahren. Ein großer Teil der Erkrankungen könnte durch Impfungen vermieden werden. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich auf die Daten der meldepflichtigen Infektionskrankheiten des Robert Koch-Institut (RKI).

Die Norovirus-Meldungen haben sich mit rund 7.400 Fällen 2025 im Vergleich zu 2024 fast verdoppelt (2024: 3.800 Meldungen). Rotavirus-Infektionen wurden 2025 rund 2.200-mal aus Thüringen gemeldet und damit ein Drittel mehr als 2024 (rund 1.700 Meldungen).

Impfung gegen Rotaviren für Kleinkinder

Beide Erkrankungen traf besonders die jüngsten und die ältesten Thüringerinnen und Thüringer. 1.089 Norovirus-Meldungen wurden für Kinder zwischen null und vier Jahren erfasst, 2.571 Meldungen für Menschen über 80. Rotavirus-Infektionen bei Kleinkindern bis vier wurden 513-mal aus Thüringen an das RKI gemeldet, 626-mal bei Menschen über 80.

Die Infektionen äußern sich vor allem durch Erbrechen und Durchfall. Da die darin enthaltenen Viren hochansteckend sind, verbreiten sich die Infektionen vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Krankenhäusern. Hygienemaßnahmen, besonders sorgfältiges Händewaschen, schützen vor einer Ansteckung.

"Säuglinge sind besonders von schweren Krankheitsverläufen betroffen, da sie empfindlich auf den Flüssigkeits- und Salzverlust reagieren", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Die von der Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI empfohlene Schluckimpfung gegen Rotaviren schützt die Jüngsten vor schweren Krankheitsverläufen und möglichen Krankenhausaufenthalten."

Fast 1.000 Keuchhusten- und 500- Windpocken-Infektionen

Vergangenes Jahr wurden fast 1.000 Keuchhusten-Fälle aus Thüringen an das RKI gemeldet, davon über die Hälfte bei Kindern bis 14 Jahren. Bei Windpocken wurden zwar mit rund 470 deutlich weniger Fälle gemeldet, die Verteilung ist aber noch deutlicher: 395 der gemeldeten Windpockenfälle betrafen Kinder bis 14 Jahre.

"Beide Erkrankungen ließen sich durch eine Impfung nach den STIKO-Empfehlungen vermeiden. Es ist deswegen gut und richtig, dass sich viele Akteure im Thüringer Gesundheitswesen gemeinsam auf den Weg gemacht haben, um diese Form der Prävention wieder zu stärken. Die Impfungen werden unkompliziert über die Versichertenkarte der Gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet ," sagt Dressel.

Gürtelrose als mögliche Spätfolge von Windpocken

Die Tendenz bei Windpockeninfektionen ist seit fünf Jahren kontinuierlich steigend. Dem entgegenzuwirken ist auch deswegen wichtig, weil die Viren nach der überstandenen Erkrankung im Körper bleiben und Jahre später eine Gürtelrose verursachen können. Menschen jenseits der 50 oder mit geschwächter Abwehr erkranken am häufigsten. Gürtelrose ist äußerst schmerzhaft und kann Komplikationen wie Nerven- oder Gehirnentzündungen zur Folge haben. Auch gegen Gürtelrose empfiehlt die STIKO eine Impfung, und zwar Personen über 60 Jahre und bei bestimmten Indikationen bereits ab 50 Jahren.


Ausgewählte aus Thüringen an das RKI gemeldete Infektionskrankheiten 

(Quelle: Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin und SurvStat@RKI 2.0)
 

  Impfpräventable KrankheitImpfpräventable KrankheitImpfpräventable KrankheitImpfpräventable KrankheitImpfpräventable Krankheit
 Norovirus-GastroenteritisRotavirus-GastroenteritisKeuchhustenWindpockenMasernFSME
20257.4372.244 970472113
20243.8061.6861.504389713
20232.6412.036542430011
20222.0351.28826319706
20212.121266438106
20201.736480256171017
20194.3202.60660736058

Hinweis für die Redaktion

Die Daten stammen aus den Epidemiologischen Bulletin und aus der Datenbank SurvStat@RKI 2.0, Stand 08.01.2026, des Robert Koch-Instituts.