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Die einstige Nischensportart Bouldern ist mittlerweile zum allseits beliebten zum Trendsport herangereift. Gab es 1989 etwa 20 Kletterhallen in ganz Deutschland, sind es heute über 500. Dabei wuchs die Zahl der Boulderhallen in den letzten Jahren deutlich stärker als die der Seilkletterhallen. Seit 2016 gibt es auch die Boulder Bundesliga.

Hannah erklärt Boul­dern

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Sie weiß, wovon Sie spricht - Hannah Meul ist Deutsche Meisterin und kletterte bei der Europameisterschaft und der Jugendolympiade jeweils auf Platz Vier.
Die Anforderungen beim Bouldern sind super vielfältig. Die Deutsche Meisterin Hannah Meul

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Was ist Bouldern genau?

Der Begriff Bouldern leitet sich vom englischen Wort Boulder ab, was so viel wie Fels bedeutet. Spricht man also vom Bouldern, meint man das Klettern an Felswänden oder in Kletterhallen - ganz wichtig! - in Absprunghöhe und ohne Gurt und ohne Sicherungsseil.

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Boulder-Hallen sind komplett mit dicken Matten ausgelegt.

Die Verletzungsgefahr ist dabei relativ gering, da man beim Bouldern nur maximal viereinhalb Meter hoch klettert. Boulder-Hallen sind komplett mit dicken Matten ausgelegt, auf denen man nach jedem Kletterversuch sicher und unversehrt landet.

Bouldert man am Felsen, ist es wichtig, auf dem Boden ein oder mehrere sogenannte Crashpads zu legen, um auch da weich zu landen. Zusätzlich wird das Bouldern in freier Natur durch einen Spotter gesichert, also einen Kletter-Partner. Der verfolgt aufmerksam jede Aktion an der Wand und sorgt dafür, dass man, im Fall eines Sturzes, nicht mit dem Rücken aufschlägt, sondern sicher auf den Füßen beziehungsweise auf dem Crashpad landet.

Warum ist Bouldern so beliebt?

  1. Weil’s einfach Spaß macht!
  2. Es sorgt für positiven Nervenkitzel, bringt uns dazu, Grenzen und Ängste zu überwinden und befriedigt unseren ureigenen Instinkt, etwas zu erklimmen.
  3. Im Gegensatz zum Joggen und Gewichte stemmen, fördert es nicht nur Kondition und Muskelkraft - es stärkt gleichzeitig Körpergefühl, Koordinationsfähigkeit, Gleichgewichtssinn, Konzentration sowie Achtsamkeit. 
  4. Kaum eine Sportart fordert uns mental so heraus wie Bouldern. Im Grunde ganz ähnlich wie Schach. Um ans Ziel zu gelangen, ist strategisches Denken und Planen nicht nur gefragt - es ist essentiell. Ohne Kopfarbeit lässt sich beim Bouldern kein Blumentopf gewinnen, ganz egal wie viel Kraft man auch einsetzt. Ein super Denksport also, der uns auch noch fit hält!
  5. Bouldern ist ein unglaublich sozialer Sport. Man tauscht sich aus, berät sich gemeinsam, unterstützt sich - und freut sich für einander, wenn‘s mal "flasht".

Das Problem geflasht

Boulder-Einsteigern sollten ihre Kletterfähigkeiten erst einmal in einer Halle verfeinern, ehe sie sich an einen echten Felsen wagen. In jeder Boulder-Halle gibt es Kletterrouten für Beginner und für Fortgeschrittene. In der Regel ist eine Route, die in Boulder-Kreisen gern auch als "Problem" bezeichnet wird, in ein und derselben Farbe markiert. Ein Problem hat meist sechs bis zwölf Griffe, und das Ziel ist es ohne Sturz durchgängig vom Start- zum Ziel-Griff zu gelangen. Bezwingst du eine Route gleich beim ersten Versuch, hast du einen sogenannten "Flash" gelandet.

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Beim Erklettern eines Boulders dürfen immer nur die Boulder einer Farbe verwendet werden. Auf der gegenüberliegenden Wand sieht man, dass hier die blaue und die graue Route wesentlich anspruchsvoller als die gelbe und grüne Route sind.

In jeder Boulder-Halle gibt es Kletterrouten für Beginner und für Fortgeschrittene.

Greif zu - Henkel, Sloper oder Zange...

Eine Route setzt sich aus verschiedenen Halte- und Trittvarianten zusammen, um das Klettererlebnis abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Die unterschiedlichen Formen nennen sich beispielsweise Henkel, Leisten, Sloper oder Zange und bestehen in der Regel aus griffigem Kunststoff. Im Gegensatz zum Seilklettern wird beim Bouldern aber nicht nur nach oben geklettert - hier kann‘s auch mal seitwärts, runter oder schräg über Felsvorsprünge gehen.

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Beim Bouldern kann‘s auch mal seitwärts, runter oder schräg über Felsvorsprünge gehen. Die Deutsche Meisterin Hannah Meul zeigt, wie's geht.

Ständig neue Routen - Man muss immer mal nachdenken, wie man was klettert. Hannah Meul

In den Boulder-Hallen werden die Routen oder die Anordnung der Griffe regelmäßig verändert, um den Besuchern ständig neue Herausforderungen zu bieten. Mittlerweile gibt es immer mehr professionelle Routenbauer, die sich beruflich auf die Konzeption neuer Probleme spezialisiert haben und von den Hallenbetreibern zur Neugestaltung der Wände gebucht werden können.

Was unterscheidet Klettern und Bouldern?

Auch wenn die Bewegungsabläufe ähnlich sind, unterscheidet sich Bouldern vom Seilklettern in einigen Punkten grundlegend:

  • Höhe: Während beim Seilklettern schon mal Höhen bis zu 40 Metern erreicht werden, wird beim Bouldern in der Regel nicht mehr als 4,50 Meter hoch geklettert.
  • Sicherung: Aufgrund der Höhe und den damit verbundenen Risiken sind beim Klettern das Anlegen von Seil und Sicherungsgerät Voraussetzung und muss im Vorfeld unter professioneller Anleitung erlernt werden. Beim Bouldern braucht man aufgrund der niedrigen Kletterhöhe, keinerlei Sicherungstechnik. Für das Seilklettern wird damit deutlich mehr Equipment als für‘s Bouldern benötigt.

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Fokus: Beim Bouldern wird eher mit Maximalkraft gearbeitet, beim Klettern eher mit Ausdauer. Denn während eine Boulderroute in wenigen Sekunden bewältigt ist, dauert eine Klettertour oft mehrere Minuten. Bouldern ist damit auch deutlich dynamischer als das klassische Seilklettern.

Wo ist Bouldern entstanden? Und wer hat‘s erfunden? 

Nein, diesmal waren es nicht die Schweizer. 

Tatsächlich war es eine Gruppe junger französischer Alpinisten, die Ende des 19. Jahrhunderts im Umland der französischen Kleinstadt Fontainebleau, südlich von Paris, Findlinge und Felsen von einige Metern Höhe erklommen und dabei komplett auf Sicherheitsequipment verzichteten. Dennoch war das Klettern auf Absprunghöhe in den folgenden Jahrzehnten stark an den herkömmlichen Klettersport gebunden und fristete eher ein Schattendasein. 

In den 1950er Jahren war es vor allem der US-Amerikaner John Gill, ein Mathematik-Professor aus Kalifornien, der für die wachsende Popularität des Bouldersports sorgte. Er nutzte nicht nur als erster Klettersportler Magnesiumcarbonat (auch als Magnesia oder Chalk bezeichnet), um die Hände griffiger zu machen, er führte auch innovative Klettertechniken und eine neue Bewertungsskala ein, die wiederum dafür sorgten, das Bouldern endlich als eigenständige Disziplin wahrgenommen wurde. Den Titel "Urvater des Boulderns" verdient er also zurecht.

Als weiterer Wegbereiter des Boulder-Sports gilt der Nürnberger Wolfgang "Flipper" Fietz, der in den 1970er und 1980er Jahren in der Fränkischen Schweiz aktiv war und seinerzeit zu den besten Sportkletterern der Welt gehörte. Er bezwang im freien Klettern zahlreiche Felsen, die bis dahin als "unerkletterbar" galten. Flipper wurde damit zum Idol einer neuen und schnell wachsenden Boulder-Community.

Auf in die nächste Boulder-Halle

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Und? Hast du Lust bekommen, deine Kletterkunst auch mal an einer Wand zu erproben? Dann schnapp dir ein paar bequeme Sportklamotten - und ab geht’s zur nächsten Boulderhalle. Kletterschuhe kannst du dir in der Regel vor Ort ausleihen.