Mehr Lohngerechtigkeit hat ihren Preis: Ein bürokratischer Flickenteppich unterschiedlichster Meldeverfahren lässt Entsendungen für Arbeitgeber zu einer zunehmend komplexen Aufgabe werden - zusätzlich zur Erfüllung der arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Pflichten. 

Wir haben den Stand der Dinge zur Meldepflicht in den wichtigsten Nachbarstaaten und Entsendeländern für Sie zusammengefasst (alphabetisch sortiert):

Belgien

Deutsche Unternehmen müssen bei vorübergehenden Dienstleistungen in Belgien eine Meldung über das Portal Limosa vornehmen. Die belgische Regierung stellt auf ihrer Internetseite eine ausführliche Anleitung zur Verfügung sowie eine Auflistung der beizubringenden Dokumente in deutscher Sprache. 

Dänemark

In Dänemark müssen deutsche Unternehmen ihre Mitarbeiter im Register für ausländische Dienstleister (RUT) anmelden. Allerdings gilt hier die Meldepflicht nicht für alle Entsendungen: Die Teilnahme an Geschäftsreisen, Seminaren und Konferenzen sowie konzerninterne Entsendungen von bis zu acht Tagen sind von der Meldepflicht ausgenommen. Außerdem gibt es eine Monteur-Regel, die unter bestimmten Voraussetzungen keine Meldung erfordert. Eine Übersicht stellt die Deutsch-Dänische Handelskammer zur Verfügung. 

Frankreich

Wann immer Unternehmen vorübergehend Mitarbeiter nach Frankreich entsenden, müssen sie diese beim zentralen Online-Portal SIPSI anmelden, wobei die Eintragungen sowohl in englischer als auch in französischer Sprache erfolgen sollten. Zuletzt hatte die französische Regierung Lockerungen bei der Meldepflicht angekündigt. Ausführliche Details finden Sie in unserer TK-Länderübersicht Frankreich .

Großbritannien

Im Rahmen der Freizügigkeit von Arbeitnehmern benötigen EU-Bürger keine gesonderte Arbeitserlaubnis. Für Staatsangehörige außerhalb der EU gelten allerdings besondere Einreisebestimmungen, die auf der Webseite der britischen Regierung zu finden sind. Durch den geplanten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU könnten sich langfristig Änderungen ergeben, über die wir in unserer Länderübersicht  informieren.

Italien 

Wer Mitarbeiter nach Italien entsendet, muss spätestens bis zum Tag vor Beginn der Entsendung eine Anmeldung bei Cliclavoro vornehmen, dem Meldesystem des italienischen Arbeitsministeriums. Ein Merkblatt der Deutsch-Italienischen Handelskammer gibt ausführliche Hinweise für Arbeitgeber zu den jeweiligen Meldepflichten. 

Luxemburg

Wer als deutscher Anbieter in Luxemburg  Mitarbeiter einsetzt, muss diese im Vorfeld per "Mitteilung über die Entsendung von Arbeitnehmern" beim Luxemburger Gewerbeamt (ITM) anmelden. Auf der Webseite ist ein Benutzerhandbuch in deutscher Sprache zu finden. Die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen hat ein Merkblatt herausgegeben, in dem ausführliche Informationen zur Entsendung zusammengestellt sind.

Niederlande

Ein Gesetz, das die Meldepflicht bei Entsendungen in den Niederlanden umsetzt, ist aktuell in Vorbereitung. Auch ein obligatorisches elektronisches Meldesystem gibt es noch nicht, soll aber in Kürze zur Verfügung stehen . Die niederländischen Behörden haben auf ihrer Webseite eine Checkliste für entsendende Unternehmen veröffentlicht.

Österreich 

Unsere südlichen Nachbarn haben umfangreiche Pflichten zur Anmeldung und Bereithaltung von Dokumenten beschlossen. Alle Mitarbeiter ausländischer Dienstleister müssen bei der Zentralen Koordinierungsstelle des Bundesministeriums für Finanzen für die Kontrolle illegaler Beschäftigung angemeldet werden. Zudem müssen die Lohnunterlagen jederzeit vorgezeigt werden können. Auf ihrer Webseite stellt die Behörde verschiedene Formulare zur Anmeldung zur Verfügung. Weitere Details erhalten Sie in unserer Länderübersicht Österreich .

Polen

Bei Entsendungen nach Polen müssen ausländische Arbeitgeber ihre Mitarbeiter bei der staatlichen Arbeitsinspektion PIP anmelden und neben Namen, Arbeitsort und Arbeitsdauer eine Kontaktperson benennen. Ein entsprechendes Gesetz erlaubt der Behörde unter anderem Kontrollfragen an Kunden von Unternehmen, die Arbeitnehmer nach Polen entsenden. 

Schweden

Wer als ausländisches Unternehmen mehr als fünf Tage lang in Schweden Dienstleistungen erbringt, muss entsandte Mitarbeiter beim Arbetsmiljöverket melden. Die Behörde stellt auf ihrer Webseite alle erforderlichen Informationen zur Verfügung.

Schweiz

Ob ausländische Dienstleister ihre Mitarbeiter schon ab dem ersten Tag oder erst nach acht Tagen anmelden müssen, hängt in der Schweiz von der Art der Arbeit ab. Im Bau-, Gast- und Sicherheitsgewerbe ist schon ab dem ersten Tag eine Meldung fällig. Alle anderen Tätigkeiten müssen erst ab einer Dauer von acht Tagen pro Kalenderjahr erfasst werden. Ausführliche Informationen erhalten Arbeitgeber auf der Internetseite der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Spanien

Bei Entsendungen nach Spanien müssen ausländische Arbeitgeber ab einer Dauer von acht Tagen eine Meldung an die lokalen Arbeitsbehörden (Autoridades laborales) vornehmen. Ausführliche Informationen zur Entsendemitteilung (Comunicación del desplazamiento) stehen auf der Webseite nur in spanischer Sprache zur Verfügung. Umfassende Hinweise zur Entsendung nach Spanien erhalten deutsche Arbeitgeber in einem Merkblatt der IHK Nord Westfalen.