Mehr Menschen wegen Migräne in Behandlung
Pressemitteilung aus Berlin/Brandenburg
Berlin/Potsdam, 6. Oktober 2026. 6,9 Prozent der TK-versicherten Berlinerinnen und Berliner waren im vergangenen Jahr wegen Migräne in ärztlicher Behandlung. Das zeigen ambulante Versorgungsdaten der Techniker Krankenkasse (TK). Ebenfalls 6,9 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger waren so schwer von Migräne betroffen, dass sie sich in Behandlung begaben.
Bei den Frauen betrug der Anteil sogar 10,5 Prozent in Berlin und 10,9 Prozent in Brandenburg. Männer waren deutlich seltener betroffen: 2025 begaben sich 3,0 Prozent der Berliner und 2,9 Prozent der Brandenburger wegen Migräne in ärztliche Behandlung.
In den vergangenen fünf Jahren hat dieser Anteil etwas zugenommen: 2020 waren noch 6,0 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sowie 6,1 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger in Behandlung.
"Der Leidensdruck ist groß, Erkrankte erleben oft gravierende Einschränkungen ihres Alltags", sagt Susanne Hertzer, Leiterin der TK-Landesvertretung in Berlin und Brandenburg.
Bundesweit gab es 2025 rund 662.000 Migräne-bedingte Fehltage. Migräne steht damit auf Platz acht der Diagnosen mit den meisten Arbeitsunfähigkeitsfällen.
Hilfe erhalten Betroffene unter anderem in speziellen Schmerzzentren, Unterstützung gibt es auch im digitalen Bereich: Zum zehnjährigen Bestehen der Migräne-App, die die Schmerzklinik Kiel und die TK gemeinsam entwickelt haben, ist jetzt eine wissenschaftliche Befragung der Nutzerinnen und Nutzer durchgeführt worden.
Einige der Ergebnisse der Befragung: 89 Prozent nutzen die App, um ihre Akutmedikation zu erfassen. 83 Prozent haben Informationen oder Auswertungen aus der Migräne-App bereits beim Arzttermin genutzt oder gezeigt. 59 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer gaben an, dass die Migräne-App dazu beigetragen hat, eine Behandlung mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt zu besprechen, anzupassen oder neu zu beginnen.
Die Migräne-App ist kostenfrei, ohne Rezept und unabhängig von der Krankenkasse zugänglich und wurde mittlerweile mehr als 1,2 Millionen Mal heruntergeladen. Sie wurde seit dem Start im Herbst 2016 ständig weiterentwickelt. Sie enthält heute neben Informationen über Migräne und Kopfschmerzen beispielsweise auch eine Aura-Simulation und physiotherapeutische Übungen für die Halswirbelsäule. Ganz neu ist ein KI-gestütztes Angebot, über das Nutzerinnen und Nutzer Fragen stellen können. Weitere Informationen zur App bietet die TK-Website .
Hinweis für die Redaktion
Versorgungsdaten der TK: Die Auswertungen zu Migränediagnosen beziehen sich auf die ambulanten Leistungsdaten aller TK-Versicherten (Prozentwerte gerundet, Daten von 2020 bis 2025).
Migräne-bedingte Fehltage: Die Angaben zu den Migräne-bedingten Fehltagen und AU-Fällen sind dem Gesundheitsreport 2026 (PDF, 3.8 MB) entnommen.
Nutzerbefragung zur Migräne-App: An der Online-Befragung der Schmerzklinik Kiel vom 8. bis 12. September 2026 nahmen 1.485 Nutzerinnen und Nutzer teil. Eine Person unter 18 Jahren wurde entsprechend den Einschlusskriterien von der wissenschaftlichen Auswertung ausgeschlossen; die Analysen beruhen auf 1.484 Teilnehmenden. Es liegt ein positives Votum der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vor (Az. D 588/26). Die Teilnahme war freiwillig. Die Ergebnisse beruhen auf den Angaben der Nutzerinnen und Nutzer.
Migräne-App: Die Migräne-App wurde gemeinsam von Expertinnen und Experten der Schmerzklinik Kiel, des bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetzes und der TK entwickelt. Eine
frühere wissenschaftliche Evaluation
untersuchte Veränderungen des Gesundheitsverhaltens und dokumentierte eine verringerte Kopfschmerzhäufigkeit im Zusammenhang mit der Nutzung der Migräne-App. Weitere Informationen zur
Migräne-App
sind auf der Website der TK verfügbar.