Sachsen-Anhalt ist ein Flächenland, in dem es zukünftig immer mehr von Bedeutung sein wird, die bestehende Gesundheitsversorgung - besonders in strukturschwachen Gebieten - durch digitale Prozesse zu ergänzen. Eine stärkere Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen, eine Verbesserung der medizinischen Versorgungsqualität, ein transparentes, patientenorientiertes Gesundheitssystem, welches Mediziner nachhaltig entlastet und Patienten lange Wege oder Wartezeiten erspart, stehen hierbei an erster Stelle. Daher fordert die TK, nicht bei den bereits bestehenden Maßnahmen stehen zu bleiben, sondern zusätzlich folgende  Punkte zu diskutieren:

  • Digitale Gesundheitsversorgung braucht schnelles Internet
  • Digitalstrategien für die Gesundheitsversorgung im Land entwickeln
  • Herzstück der Digitalisierung: elektronische Patientenakte (ePA)
  • Durch Digitalisierung Leistungserbringer entlasten
  • Einsatz von Telemedizin und Videosprechstunden ausweiten

Digitale Gesundheitsversorgung braucht schnelles Internet

Die Voraussetzung für eine bessere medizinische Versorgung durch digitale Angebote ist die Bereitstellung schnellen Internets. Hier ist in Sachsen-Anhalt noch Luft nach oben. Gerade im ländlichen Gebiet besteht deshalb die Herausforderung, die Gesundheitsversorgung dauerhaft zu sichern und mit digitalen Anwendungen zu ergänzen.

Grundlage für das Gelingen zukünftiger digitaler Transformationen im Gesundheitswesen ist eine leistungsfähige und verlässliche Infrastruktur. Die TK sieht deshalb in einem engagierten Vorgehen der sachsen-anhaltischen Landesregierung in Bezug auf den Auf- und Ausbau dieser notwendigen Gigabitnetze ein Muss. 

Digitalstrategien für die Gesundheitsversorgung im Land entwickeln

Um digitale Versorgung so gelingen zu lassen, dass flächendeckend Patienten, Ärzte und Vertreter anderer Gesundheitsberufe spürbar davon profitieren, muss Digitalisierung konsequent weiter diskutiert werden. Die TK hält deshalb eine landesweit verbindliche Digitalstrategie für die Gesundheitsversorgung für erforderlich.

Die "Digitale Agenda Sachsen-Anhalt", der Diskussionsstand aus der Enquete-Kommission und die vielerorts angestrengten digitalen Projekte müssen stärker gebündelt werden. Davon kann gerade die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum profitieren und auf hohem Niveau gesichert werden. Chancen bei der Weiterentwicklung regionaler Strategien sieht die TK darin, bereits frühzeitig beteiligte Akteure, wie Leistungserbringer oder Krankenkassen, in den Prozess mit einzubeziehen.

Herzstück der Digitalisierung: elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte besitzt das Potenzial, die Effizienz und Transparenz für die Versorgung der Patienten zu verbessern und sie beim Selbstmanagement ihrer Gesundheit zu unterstützen. Neben einer obligatorischen Basisversion können Krankenkassen zusätzliche Funktionen und Module zur Verfügung stellen. Dies generiert für Versicherte und Leistungserbringer einen echten Mehrwert.

Mit dem Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) ist die ePA damit auf der Zielgeraden und sichert so, dass Ärzte und Patienten in Zukunft leichter kommunizieren können, aber sich auch Ärzte untereinander besser vernetzen. Das stellt in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt einen klaren Vorteil für die medizinische Versorgung dar. Ein Beispiel dafür ist die frühzeitige Übermittlung notwendiger Krankheits- und Behandlungsdaten aus dem Rettungswagen direkt in das aufnehmende Krankenhaus.

Durch Digitalisierung Leistungserbringer entlasten

Digitale Prozesse können nur zu einer Entlastung der Akteure und einer Qualitätsverbesserung in der Versorgung führen, wenn die einzelnen Teile eines Versorgungspfades lückenlos und tagesaktuell ineinandergreifen. Ein digitaler Austausch von Allgemein- und Fachärzten in Telekonsilen, ein eMedikationsplan, das eRezept, die eAU oder das digitale Bereitstellen der Patientendokumente auf der ePA sind nur einige Gesundheitsanwendungen, die eine effiziente und qualitativ hochwertige Versorgung der Versicherten sichern können.

Einsatz von Telemedizin und Videosprechstunden ausweiten

Der digitale, intersektorale Austausch bringt für den Patienten eine Reihe von Vorteilen, zum Beispiel durch eine zeitnah verfügbare Experten- bzw. Zweitmeinung oder den Wegfall von Wartezeiten.

Sind alle relevanten Daten mit der ePA zentral verfügbar, wird so eine professionelle telemedizinische Behandlung besser möglich. Hierbei ist es unerheblich, ob der Patient seit langer Zeit beim Arzt in Behandlung oder dem Arzt noch unbekannt ist. In einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt können damit Ärzte in Ballungszentren zum Beispiel Patienten in der Peripherie versorgen und so Mediziner in den ländlichen Regionen entlasten.

Die TK fördert in Sachsen-Anhalt digitale Komponenten mit dem im Hausarztvertrag integrierten Innovationszuschlag. Der Hausarzt wird beim Aufbau einer digitalen Infrastruktur finanziell unterstützt, um beispielsweise die Online-Terminbuchung, die Videosprechstunde oder den elektronischen Austausch von Arztbriefen einfacher in seinen Praxisalltag zu integrieren.

Ziel sollte es sein, grundsätzlich alle im Rahmen einer Fernbehandlung unter medizinischen Aspekten sinnvoll erbringbaren Leistungen auch für diese zu legitimieren, um die beste Behandlung für jeden Einzelnen zu ermöglich.

Position der TK Sachsen-Anhalt zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

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Im Rahmen zweier öffentlicher Anhörungen der Enquete-Kommission "Die Gesundheitsversorgung und Pflege in Sachsen-Anhalt konsequent und nachhaltig absichern! " hatte die TK Gelegenheit,  im Landtag von Sachsen-Anhalt ihren Standpunkt zur medizinischen Versorgung  und insbesondere zum Thema digitale Gesundheit darzulegen.  

TK-Statement zur Anhörung am 17.6. 2020

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TK-Statement zur Anhörung am 5.2.2020

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