Besondere Bedeutung kommt zukünftig der intra- und intersektoralen Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen zu. Hier kann Digitalisierung helfen, die Kommunikation zu erleichtern, Übertragungsfehler zu vermeiden und Versicherten, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, eine kontaktlose Alternative in der Gesundheitsversorgung anzubieten. Aus diesen Gründen sind nach Einschätzung der TK folgende Punkte umzusetzen:

  • Digitale Gesundheitsversorgung braucht schnelles Internet
  • Verbindliche Digitalstrategie für den Gesundheitsbereich schaffen
  • Digitale Kompetenzen im Land stärken
  • Rahmenbedingungen für telemedizinische Netzwerke in allen Sektoren verbessern

Digitale Gesundheitsversorgung braucht schnelles Internet

Voraussetzung für die Unterstützung der medizinischen Versorgung durch digitale Angebote ist ein leistungsfähiger Netzausbau. Besonders in ländlichen Gebieten, in denen nicht alle medizinischen Professionen ansässig sind, bietet die Telemedizin besonders großes Potential, die Versorgung vor Ort nachhaltig zu sichern. Es liegt in der Verantwortung der Landesregierung, mit einem flächendeckenden Ausbau notwendiger Gigabitnetze bis 2025, dafür die Grundlage zu schaffen.

Verbindliche Digitalstrategie für die Gesundheitsversorgung schaffen

Digitale Versorgungsangebote müssen konsequent in funktionierende Behandlungsabläufe überführt werden. Dafür ist eine Digitalstrategie notwendig, die die Versorgung des ganzen Landes im Blick hat. Diese sollte "aus einer Hand" koordiniert und Expertinnen und Experten frühzeitig in die Strategiefindung einbezogen werden. Ziel muss es sein, zeitnah eine konsentierte, landesweit verbindliche Digitalstrategie für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen.

Digitale Kompetenzen im Land stärken

Digitale Gesundheitsanwendungen werden nur dann akzeptiert, wenn sie einen Mehrwert bringen. Voraussetzung für die Akzeptanz dieser Neuerungen ist Kompetenz, mit den neuen Angeboten auch umgehen zu können. Dies gilt sowohl für die im Gesundheitswesen Tätigen, als auch für die gesamte Bevölkerung. Mit einer altersunabhängigen Bildungsoffensive sollte es dem Land gelingen, die Digitalkompetenz der Bevölkerung im Gesundheitsbereich innerhalb der nächsten fünf Jahre zu stärken.

Rahmenbedingungen für telemedizinische Netzwerke in allen Sektoren verbessern

Aus dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) stehen 116 Millionen Euro für den Ausbau der Digitalisierung an den Krankenhäusern zur Verfügung. Ein Förderschwerpunkt ist, telemedizinische Netzwerke zwischen Krankenhäusern untereinander oder mit ambulanten Einrichtungen zu verbessern. Mit einem effektiven Mitteleinsatz und einer entsprechenden Digitalstrategie im Gesundheitswesen könnte damit der Grundstein für die digitale Kommunikation auf Augenhöhe zwischen den Sektoren gelegt werden. Dies hat eine besondere Relevanz für ein Flächenland wie Sachsen-Anhalt, um die begrenzte ärztliche Ressource zu entlasten. Deshalb ist das Land aufgefordert, Anträge landesspezifisch zu favorisieren und das zur Verfügung stehende Budget auszuschöpfen.

Position der TK Sachsen-Anhalt zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

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Im Rahmen von drei öffentlichen Anhörungen der Enquete-Kommission "Die Gesundheitsversorgung und Pflege in Sachsen-Anhalt konsequent und nachhaltig absichern!" hatte die TK Gelegenheit, im Landtag von Sachsen-Anhalt ihren Standpunkt zur medizinischen Versorgung und insbesondere zum Thema digitale Gesundheit darzulegen.  

TK-Statement zur Anhörung am 15.7.2020

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TK-Statement zur Anhörung am 17.6. 2020

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TK-Statement zur Anhörung am 5.2.2020

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