TK-Verwaltungsrat: Reformen im Gesundheitswesen wichtig für eine stabile Demokratie
Pressemitteilung
Hamburg/Dresden, 25. September 2026. Die Politik muss handeln. Das forderte der Verwaltungsrat der Techniker Krankenkasse (TK) auf seiner Herbstsitzung in Dresden. Wer die Gesundheitsversorgung vernachlässigt, gefährdet laut dem höchsten Beschlussgremium der TK nicht nur die Versicherten, sondern schwächt das Fundament unserer Demokratie.
Das Gesundheitswesen steht unter massivem Reformdruck. Damit notwendige Änderungen, etwa für einen besseren Zugang zur Versorgung, möglich sind, müssen zunächst die Finanzen stabilisiert werden, appelliert der TK-Verwaltungsrat an den Gesetzgeber.
Dieter F. Märtens, alternierender Vorsitzender des TK-Verwaltungsrats, macht die Dringlichkeit deutlich: "Die kurzfristig wirksamen Entlastungsmaßnahmen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und dürfen nicht zurückgedreht werden. Sie schaffen ein Zeitfenster. Diese Chance muss der Gesetzgeber nutzen, um echte Strukturreformen umzusetzen. Nur so bleibt unser Gesundheitssystem stabil, solidarisch und leistungsfähig. Am Ende geht es darum, unseren Sozialstaat und damit unser gesamtes demokratisches System zu stärken."
Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen beeinflusst Vertrauen in die Demokratie
Gesundheit, soziale Selbstverwaltung und Demokratie sind unmittelbar verbunden. Das bestätigten die Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Schroeder (Uni Kassel) und Prof. Dr. Hans Vorländer (TU Dresden) als Gäste der Sitzung.
Prof. Schroeder erforscht unter anderem, wie ein funktionierendes Gesundheitssystem die Demokratie stützt. Sein Fazit: Eine stabile Demokratie braucht zufriedene Bürger. "Wer merkt, dass der Zugang zum Arzt hakt oder die Qualität der Versorgung sinkt, verliert schnell das Vertrauen in die Politik. Frust im Wartezimmer bereitet Populismus den Boden und kann so zur Gefahr für den Staat werden. Resilientere Strukturen im Gesundheitswesen können dem vorbeugen."
Soziale Selbstverwaltung als gelebte Demokratie
Kritik ist wichtig, aber sie braucht einen konstruktiven Weg. Das betont Prof. Vorländer: "Wer das gesamte demokratische Gefüge pauschal diskreditiert, schadet der Gesellschaft." Gleichzeitig gehöre die inhaltliche Auseinandersetzung zur Demokratie: "Nicht jeder Konflikt bedeutet gleich die Spaltung der ganzen Gesellschaft."
Ein Beispiel für konstruktive Auseinandersetzung und Teilhabe bietet die soziale Selbstverwaltung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier setzen sich gewählte Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitgebern und Versicherten gemeinsam für die Interessen derjenigen ein, die Beiträge zahlen und Gesundheitsversorgung brauchen. Für Vorländer und Schroeder ist dieses Prinzip gelebte Demokratie: "Die Selbstverwaltung beweist, dass gemeinsame Lösungen funktionieren - und schützt so unsere offene Gesellschaft und den Rechtsstaat", sagt Schroeder.
Hinweis für die Redaktion
Der Verwaltungsrat der TK ist das höchste Entscheidungsgremium des Unternehmens und besteht aus jeweils 15 Vertreterinnen und Vertretern von Arbeitgebern und Versicherten. Weitere Informationen erhalten Sie unter tk.de/verwaltungsrat .