Hamburg, 15. Oktober 2026. Heute findet die zweite und dritte Lesung der Notfallreform im Bundestag statt. Dazu sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK): 

"Wer einen gesundheitlichen Notfall hat, findet sich in unserem Gesundheitssystem oft nur schwer zurecht. Die Notfallreform kann die nötige Orientierung schaffen. Mit der neuen Akutleitstelle aus den Rufnummern 112 und 116 117 sowie den Integrierten Notfallzentren bringt die Regierung eine bessere Notfallversorgung auf den Weg." 

"Die qualifizierte Ersteinschätzung, die telefonisch und vor Ort erfolgen soll, ist das Kernstück der Reform. So steht zukünftig auf Basis klarer Kriterien fest, wer in die Notaufnahme muss, wer durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst gut versorgt werden kann oder wer erst einmal abwarten sollte, bis die reguläre Arztpraxis wieder geöffnet ist. Das spart den Patientinnen und Patienten unnötige Wege und sorgt für die dringend nötige Entlastung beim Personal in Notaufnahmen." 

Baas weiter: "Es ist gut, dass die Regierung endlich die Mängel im Rettungsdienst angeht und dort für bessere Standards sorgt. Durch die Notfallreform kann die Versorgung organisierter und damit besser werden. Sie ist aber nur dann wirksam, wenn die Politik jetzt keine Abstriche zulässt. Die Reform muss jetzt endlich über die Ziellinie, dafür müssen alle an einem Strang ziehen." 

Hinweis für die Redaktion

37 Prozent der Menschen in Deutschland hatten in den vergangenen drei Jahren plötzliche Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten. Von diesen ging der Großteil in die Notaufnahme (34 Prozent). Einen Krankenwagen riefen 20 Prozent an.
18 Prozent warteten, bis ihre reguläre Arztpraxis wieder geöffnet hatte.
14 Prozent haben sich telefonisch unter der 116 117 beraten lassen, 10 Prozent suchten den ärztlichen Bereitschaftsdienst auf. 
Das ist Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der TK.  

Die politische Position der TK zur Notfallversorgung ist im Presseportal zu finden.