Magdeburg, 9. Juli 2026. Krampfadern (Varizen) sind auch in Sachsen-Anhalt weit verbreitet - und für Betroffene mitunter ein schambehaftetes Thema. Wie eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) für Sachsen‑Anhalt zeigt, befanden sich im Jahr 2024 rund 11.500 TK‑Versicherte wegen Varizen in ärztlicher Behandlung - davon ein Drittel Männer.

"Krampfadern werden in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer als typisches Frauenthema dargestellt. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass ebenfalls viele Männer betroffen sind", sagt Steffi Suchant, Leiterin der TK‑Landesvertretung Sachsen‑Anhalt. "Bei Erkrankungen, über die aus Scham wenig gesprochen wird, benötigen wir niederschwellige und moderne Behandlungsangebote", betont Suchant.

Minimalinvasive Behandlung von Krampfadern in Halle

In Sachsen-Anhalt können TK-Versicherte deswegen ein neues, spezialisiertes Behandlungsangebot für Krampfadern nutzen. Die TK kooperiert dazu in Halle (Saale) mit der Praxis für Innere Medizin und Gefäßkrankheiten von Dr. Tobias Hirsch, der Varizen minimalinvasiv mit Laser- oder Radiofrequenztherapie behandelt. Dabei wird die erkrankte Vene mittels Laser‑ oder Radiofrequenztherapie von innen thermisch verschlossen, sodass der Rückfluss von Blut verhindert wird.

Das Verfahren ist schonend, kann ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt werden und bietet mehrere Vorteile gegenüber herkömmlichen Eingriffen. "Patientinnen und Patienten benötigen keine Narkose, sie können in den meisten Fällen am nächsten Tag wieder arbeiten gehen", erklärt Dr. med. Tobias Hirsch. "Es gibt deutlich weniger Blutungen, das Risiko für operationsbedingte Gewebeschädigungen der Haut und für Wundinfektionen ist geringer und es entstehen keine Narben."

Krampfader-Behandlung ist mehr als nur Kosmetik

Krampfadern sind für Betroffene oftmals sowohl medizinisch als auch psychisch belastend. "Häufig führen Krampfadern dazu, dass Situationen gemieden werden, in denen die Beine sichtbar sind", berichtet Dr. Hirsch aus seiner Praxiserfahrung. "Darüber hinaus dominiert meist die Sorge, dass Komplikationen wie Thrombosen oder die Entwicklung eines ‚offenen Beines‘ auftreten könnten."

Prävention: Was Betroffene selbst tun können

Auch wenn sich Krampfadern aufgrund genetischer Veranlagung nicht immer vollständig vermeiden lassen, kann präventiv viel getan werden, da insbesondere Übergewicht und langes Stehen oder Sitzen die Entstehung von Varizen begünstigen. Mit einem aktiven Lebensstil, regelmäßiger Bewegung und dem Vermeiden langer Sitz- oder Stehphasen können Betroffene das Erkrankungsrisiko deutlich senken und den Verlauf positiv beeinflussen.

Hinweis für die Redaktion

Varizen sind krankhafte Erweiterungen der Venen, meist an den Beinen. Sie können zu Beschwerden wie Schweregefühl, Schmerzen, nächtlichen Krämpfen oder Schwellungen führen und bei fortgeschrittenen Stadien das Risiko für Thrombosen und chronische Wunden ("offene Beine") erhöhen.

Mehr Informationen zum Angebot für TK-Versicherte finden Sie im  TK-Leistungsangebot . Ein ausführliches Interview mit dem Gefäßspezialisten Dr. Tobias Hirsch finden Sie im  Presse- und Politikportal der TK.