Pflegeheimkosten könnten die meisten Menschen nicht selbst aufbringen
Pressemitteilung aus Sachsen-Anhalt
Magdeburg, 23. Juni 2026. In Sachsen-Anhalt liegt der durchschnittliche Eigenanteil eines Pflegebedürftigen für einen Platz im Pflegeheim bei 2.720 Euro pro Monat im ersten Aufenthaltsjahr. Viele Menschen in Sachsen-Anhalt könnten diesen Betrag im Falle der eigenen Pflegebedürftigkeit nicht aus eigener Tasche zahlen. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach gaben 83 Prozent der Befragten an, den Betrag wahrscheinlich oder bestimmt nicht selbst aufbringen zu können.
"Zwischen 2020 und 2026 hat sich die finanzielle Belastung der Bewohnerinnen und Bewohner in der stationären Langzeitpflege in Sachsen-Anhalt mehr als verdoppelt", erklärt Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt. "Bund und Land sind angehalten, die Betroffenen schnell und spürbar finanziell zu entlasten."
Pflegereform als Chance für faire Lastenverteilung wahrnehmen
Das Pflegeneuordnungsgesetz, das gegenwärtig im Bundesministerium für Gesundheit erarbeitet wird, bietet nach Ansicht der TK die Chance, die Finanzierungsverantwortung fair zu verteilen. Dafür müssten sich Bund und Länder gleichermaßen in die Pflicht nehmen: Auf Bundesebene wurden die pandemiebedingten Mehrkosten in Höhe von rund sechs Milliarden Euro aus den Pflegekassen-Rücklagen noch immer nicht zurückgezahlt. Zudem würden die Betroffenen in den Pflegeheimen monatlich um mehr als 600 Euro entlastet, wenn die Länder die Investitionskosten in der stationären Pflege verlässlich übernehmen würden.
Große Offenheit für digitale Hilfen in der Pflege
Der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes sieht unter anderem auch vor, dass Gelder aus dem "Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität" in die Digitalisierung der Langzeitpflege investiert werden sollen. Gefragt nach digitalen Hilfen, die im Falle der eigenen Pflegebedürftigkeit oder der eines Angehörigen genutzt werden würden, zeigte sich die Befragten in Sachsen-Anhalt insbesondere gegenüber unterstützender Technik im Haushalt offen: 84 Prozent würden beispielsweise Sensoren, die Stürze registrieren und melden, nutzen.
Auch andere digitale Angebote fanden mehrheitliche Zustimmung: So würden 70 Prozent der Befragten für die Organisation des Pflegealltags beispielsweise eine App verwenden, um einen Pflegeantrag zu stellen, 62 Prozent würden Video-Gespräche mit Pflegefachkräften oder Ärztinnen und Ärzten nutzen.
Hinweis für die Redaktion
Im September 2026 stellt die Landtagswahl die gesundheitspolitischen Weichen für Sachsen-Anhalt neu. Als Land mit der ältesten Bevölkerung Deutschlands und einem bis 2040 erwarteten Rückgang auf 1,83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner gilt es, die Versorgung so weiterzuentwickeln, dass alle Menschen verlässliche Orientierung sowie einen einfachen Zugang zu passenden Gesundheitsangeboten erhalten.
Die neue Position der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt "Perspektive 2031: Digital. Qualitätsorientiert. Kompetent" mit den zentralen Handlungsprinzipien für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem finden Sie
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Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Februar 2026 insgesamt 1.000 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Sachsen-Anhalt