Schätzungen der Caritas zufolge fließen etwa 30 Prozent der Arbeitszeit von Pflegekräften - sowohl in stationären Pflegeheimen als auch bei den ambulanten Pflegediensten - in die Dokumentation von Pflegeleistungen und in andere administrative Vorgänge. Das ist Zeit, die am Ende bei der Betreuung der Pflegebedürftigen fehlt. Digitale Anwendungen, die dazu beitragen, dass die Pflegekräfte an dieser Stelle entlastet werden und dadurch wieder mehr Zeit für menschliche Zuwendung gewinnen, sollten daher so schnell wie möglich Einzug in ihren Berufsalltag erhalten. Das wünschen sich auch 70 Prozent der professionell Pflegenden, wie die Trendstudie "Pflege 2024" gezeigt hat.
Oftmals können schon kleine Schritte eine große Entlastung darstellen. Anwendungen, die den Dokumentationsaufwand und die Arbeitslast verringern, könnten zum Beispiel Spracherkennungs-Tools sein. Hier sprächen die Pflegekräfte lediglich ein, wann sie Pflegebedürftige mit Medikamenten sowie Mahlzeiten und Getränken versorgt haben, anstatt dies mühsam abtippen oder sogar noch händisch notieren zu müssen. Außerdem sind Anwendungen denkbar, die dafür sorgen, dass Vitalparameter wie Körpertemperatur, Herzfrequenz oder Blutdruckwerte automatisiert in die Pflegedokumentation übertragen werden.
Digitale Sensoren, die Pflegekräfte alarmieren, wenn ein Pflegebedürftiger gestürzt oder dehydriert ist, würden nicht nur den professionell Pflegenden, sondern auch den Pflegebedürftigen zugutekommen. Gleiches gilt für Simultan-Übersetzungs-Software, die bei der Verständigung zwischen ausländischen Pflegekräften und Pflegebedürftigen unterstützen könnte.