Herzrhythmusstörungen in Thüringen: fünftmeiste Klinikbehandlungen, digitale Helfer können vorbeugen
Pressemitteilung aus Thüringen
- Vorhofflimmern, die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung, ist Schwerpunkt der derzeit laufenden Herzwochen.
- Mit 570 pro 100.000 Menschen wurden die Thüringerinnen und Thüringer im Vergleich der Bundesländer am fünfthäufigsten wegen Herzrhythmusstörungen im Krankenhaus behandelt.
- Guido Dresse: "Ziel sollte sein, Herzproblemen so gut wie möglich vorzubeugen und Menschen mit Herzproblemen zu helfen, bevor sie überhaupt deswegen stationär behandelt werden müssen."
Erfurt, 6. November 2026. 15.868 Thüringerinnen und Thüringer wurden 2024 aufgrund von Herzrhythmusstörungen im Krankenhaus behandelt. Das entspricht 570 pro 100.000 Menschen, berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich auf Daten des Deutschen Herzberichts 2026 der Deutschen Herzstiftung.
Fünfthöchster Wert im Bundeslandvergleich
Im Vergleich der Bundesländer wurden die Menschen in Thüringen am fünfthäufigsten wegen Herzrhythmusstörungen im Krankenhaus behandelt. Auf den vorderen Plätzen liegen Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (Bundesdurchschnitt: 532 pro 100.000 Einwohner).
Vorhofflimmern als Schwerpunkt der Herzwochen im November
Vom 1. bis 30. November 2026 finden die bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung statt. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Vorhofflimmern, die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Unbehandeltes Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Komplikationen wie Schlaganfälle und Herzschwäche. Gleichzeitig bleibt die Erkrankung oft unbemerkt.
Prävention und Kontrolle für Herzgesundheit
"Ziel sollte sein, Herzproblemen so gut wie möglich vorzubeugen und Menschen mit Herzproblemen zu helfen, bevor sie überhaupt deswegen stationär behandelt werden müssen. Der eigenen Lebensweise kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Starker Stress und Angst können das Herz ebenso zum Stolpern bringen wie Schlafmangel und übermäßiger Konsum von Koffein, Alkohol und Nikotin.
Da Herz- und Gefäßerkrankungen eng zusammenhängen, ist auch alles, was dem Blutdruck hilft, gut fürs Herz. Ausreichend Bewegung und eine gesundheitsförderliche Ernährung spielen dafür zum Beispiel eine wichtige Rolle", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit zunehmendem Alter.
"Die Symptome für Vorhofflimmern spürt nur jeder zweite Betroffene. Die Behandlung ist aber wichtig, um zum Beispiel das Schlaganfallrisiko zu senken. Mit digitaler Unterstützung kann man seine Herzgesundheit leicht im Blick haben", sagt Dressel.
HerzFit-App: vorzubeugen, frühzeitig zu erkennen und optimal behandeln
Die TK-geförderte HerzFit-App ist eine digitale Unterstützung, um die individuelle Herzgesundheit zu verbessern. Entwickelt wurde sie unter anderem mit der Deutschen Herzstiftung. Die App ist sowohl geeignet für Menschen, die einer Herz-Kreislauf-Erkrankung vorbeugen möchten als auch für Betroffene, bei denen bereits eine Herzerkrankung diagnostiziert wurde. Sie bietet zum Beispiel einen Risikorechner, um das Herzalter zu bestimmen und herausfinden, wie hoch das individuelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.
Hinweis an die Redaktion:
Die verwendeten Zahlen stammen aus dem Deutschen Herzbericht - Update 2026. Die verwendeten Zahlen des Herzberichts je 100.000 Menschen sind altersstandardisiert. Grundlage für die Berechnung der stationären Behandlungsfälle in den Herzberichten bildetet die Krankenhausdiagnosestatistik des Statistischen Bundesamtes (ICD-10).