• Die Mehrheit der Menschen in Thüringen befürwortet elektronische Verordnungen (eVerordnungen) auch für Heil- und Hilfsmittel.
     
  • Sieben Kassen testen bereits einen durchgängig digitalen Verordnungsprozess für Hilfsmittel.
     
  • Heute wird bei einer Fachveranstaltung diskutiert, wo Thüringen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens steht.

Erfurt/ Weimar, 31. August 2026. Acht von zehn Menschen in Thüringen sind dafür, dass auch Physiotherapie, Kompressionsstrümpfe, Bandagen und andere sogenannte Heil- und Hilfsmittel künftig elektronisch verordnet werden können. Das ist ein Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

"Für rezeptpflichtige Medikamente bekommen Versicherte seit mehr als zwei Jahren das sogenannte E-Rezept ausgestellt. Dass die digitale Verordnung den Papierzettel abgelöst hat, hat den Alltag deutlich vereinfacht. Da ist es nur folgerichtig, den Prozess auch auf Heil- und Hilfsmittel zu übertragen", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

"Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird in der Regel dann befürwortet, wenn die Menschen den Nutzen erkennen, ihn im besten Fall sogar selbst erleben können. Das E-Rezept ist dafür ein gutes Beispiel. Nutzt man es über die TK-App, kann man vorab schauen, ob das verordnete Medikament in der gewünschten Apotheke vorrätig ist. Auch Folgerezepte können ohne erneuten Praxisbesuch in der App abgerufen werden. Beides spart Zeit und unnötige Wege."

eRezept für Hilfs­mittel erwünscht

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eVerordnung für Hilfsmittel wird derzeit erprobt

Dass auch Heil- und Hilfsmittel zukünftig elektronisch verordnet werden sollen, ist bereits gesetzlich verankert. Sieben Krankenkassen, darunter die TK, erproben im Verbund eGesundheit Deutschland die eVerordnung für Hilfsmittel, also zum Beispiel Bandagen, Schuheinlagen, Diabetes-Sensoren oder Inhalationsgeräte, noch vor der gesetzlich vorgesehenen flächendeckenden Einführung.

Seit dem Start im Herbst 2024 haben sich bundesweit mehr als 175.000 Versicherte für den Test angemeldet. Per Klick in der Krankenkassen-App lösen Patientinnen und Patienten die eVerordnung im Sanitätshaus ein. Um Ausstellungsfehler zu vermeiden und mögliche Rückfragen von Sanitätshäusern und anderen Hilfsmittel-Leistungserbringern oder Krankenkassen zu reduzieren, werden die teilnehmenden Arztpraxen bei der eVerordnung durch einen digitalen Assistenten unterstützt.

"Arztpraxen und Sanitätshäuser im Freistaat sind dazu aufgerufen, beim Testlauf mitzumachen. Im Moment ist die Teilnahme aus Thüringen noch verhalten", sagt Dressel.

Wo steht Thüringen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens? - Fachveranstaltung heute in Weimar

Der Frage, wie digital die Gesundheitsversorgung in Thüringen bereits ist, widmet sich heute eine Fachveranstaltung in Weimar . In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Jena (UKJ) hat die TK-Landesvertretung Thüringen zu den Weimarer Gesprächen zum Gesundheitswesen eingeladen.

Expertinnen und Experten aus der Pflege, der ambulanten Versorgung, aus dem UKJ und aus der Politik diskutieren im Podium und mit den Gästen unter anderem, wie die Digitalisierung die medizinische und pflegerische Versorgungspraxis im Land beeinflusst und wie digital vernetzte Gesundheitsversorgung den Thüringerinnen und Thüringern helfen kann.

Hinweise für die Redaktion

Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Oktober 2025 insgesamt 500 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Thüringen.

Weitere Informationen zur Pilotierung der eVerordnung und zur Teilnahme finden sich für TK-Versicherte hier .

Unter eGesundheit Deutschland haben sich die AOK Bayern, BARMER, BIG direkt gesund, DAK-Gesundheit, Hanseatische Krankenkasse (HEK), IKK classic und Techniker Krankenkasse (TK) zusammengeschlossen, um krankenkassenübergreifend das Gesundheitswesen digital aufzustellen. Die sieben Krankenkassen haben bundesweit zusammen rund 34 Millionen Versicherte. In Thüringen sind es etwa 650.000 Versicherte. 

Gesetzlich ist festgelegt, dass die eVerordnung für Hilfsmittel Mitte 2027 flächendeckend eingeführt wird. Aktuell diskutiert die Politik eine spätere Frist. So sieht der Kabinettsentwurf des "Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen" (GeDIG) eine Verschiebung auf 1. Juli 2030 vor.