Grippeschutzimpfung beugt auch Sepsis vor - Impfquote ausbaufähig
Pressemitteilung aus Thüringen
Erfurt, 10. September 2026. In der Grippesaison 2024/2025, also von Oktober 2024 bis März 2025, ließen sich 41 Prozent der Menschen ab 60 Jahren in Thüringen gegen Influenza impfen . Besonders hoch war die Impfquote in den Stadtkreisen Jena (50 Prozent), Weimar (50 Prozent) und dem Landkreis Altenburger Land (49 Prozent). Besonders niedrig im Landkreis Hildburghausen (28 Prozent). Das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).
"Am 13. September, also kommenden Sonntag, ist Welt-Sepsis-Tag. Ein guter Anlass, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Grippeschutzimpfung deutlich mehr tun kann, als vor dem Virus selbst zu schützen. Sepsis, im Volksmund Blutvergiftung genannt, und bakterielle Lungenentzündung gehören zu den möglichen Komplikationen als Folge einer Grippe. Beides endet im schlimmsten Fall tödlich. Ältere Menschen gehören zur Risikogruppe für schwere Verläufe", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.
"Influenzaerkrankungen verlaufen bei geimpften Personen in der Regel milder als bei Ungeimpften, auch wenn die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz gewährleistet. Außerdem wissen wir heute, dass die Impfung gegen Influenza, ebenso wie die gegen Pneumokokken, auch das Risiko für nicht-infektiöse Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und möglicherweise Demenz mindern kann. Das alles sind gute Argumente dafür, dass alle Beteiligten im Gesundheitssystem immer wieder darauf aufmerksam machen, die zahlreichen Impfangebote im Freistaat auch zu nutzen."
Impf-Service der elektronischen Patientenakte nutzen
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um einen Impftermin zu vereinbaren, damit der Impfschutz zum Start der Grippesaison besteht. Die Impfung gegen Influenza muss jährlich erneuert werden, da jedes Jahr andere Grippeviren mit unterschiedlichen Eigenschaften auftreten. Der Impfschutz beginnt circa zwei Wochen nach der Impfung.
Eine gute Möglichkeit, sich an diese und andere Impfungen erinnern zu lassen, bietet die elektronische Patientenakte (ePA). Mit dem Impf-Service in TK-Safe, der ePA der TK, können zum Beispiel die Impfdaten aus dem Impfpass jederzeit abgerufen werden. Der Impf-Service erinnert an bevorstehende Impfungen und Versicherte können nachvollziehen, ob ihr persönlicher Impfstatus vollständig ist.
Seit 2022 dürfen auch Apothekerinnen und Apotheker gegen Grippe impfen. Auch in Thüringen gibt es ein paar Apotheken , die bereits Impfungen anbieten.
Hinweis für die Redaktion
Die Impfquoten stammen von VacMap - Dashboard zum Impfgeschehen in Deutschland des Robert Koch-Instituts (2025), Abrufdatum 09.09.2026.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie für Personen mit gesundheitlicher Gefährdung, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal. Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfiehlt die STIKO, sich ab Oktober bis Mitte Dezember impfen zu lassen. Weitere Informationen zur Grippeschutzimpfung erhalten Sie zum Beispiel beim Robert Koch-Institut (RKI).
Unter anderem Prof. Dr. Mathias Pletz , Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena (UKJ), weist immer wieder auf den gesundheitlichen Nutzen von Impfungen, über den Schutz vor der eigentlichen Erkrankung hinaus, hin.