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Mit ehrenamtlichen Tätigkeiten können Sie anderen Menschen, der Natur oder Tieren helfen und neue Kontakte knüpfen. Und Ihre Gesundheit profitiert obendrein gleich noch mit, wie US-Forscher herausfanden. Mehr als genug gute Gründe, sich eingehender mit ehrenamtlichen Tätigkeiten zu befassen, oder?

Ehrenamt im Überblick

Soziales Engagement liegt uns Menschen im wahrsten Sinne des Wortes im Blut. Anderen zu helfen, sicherte den Fortbestand der eigenen Gruppe und damit der Art. Und das ist auch heute noch so. Ehrenamtliche Arbeit ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, denn ohne Menschen, die sich freiwillig engagieren, gäbe es die meisten gemeinnützigen Organisationen gar nicht. Laut einer Umfrage der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) engagierten sich rund 17,11 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Die freiwilligen Helfer engagierten sich hierbei vor allem in Sportvereinen, bei kirchlichen Einrichtungen und Hilfsorganisationen.

Ehrenamtliche Arbeit ist per Definition unbezahlt. Es gibt zwar ein paar Ausnahmen, etwa Sportvereine oder politische Parteien, die Ihnen in gewissen Fällen eine Aufwandsentschädigung zahlen, erwarten sollten Sie das aber nicht, wenn Sie planen sich zu engagieren. Der Großteil der Organisationen finanziert sich über Spenden, manchmal kommen noch staatliche Förderungen hinzu. Und je weniger Personalkosten bestehen, desto mehr Geld kann für die eigentlichen Hilfsprojekte aufgewendet werden.

Wo kann man ehrenamtlich arbeiten? 10 Möglichkeiten

Die Palette an möglichen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist breit gefächert. Das beginnt bei freiwilligem Engagement für ältere Menschen, Kinder oder chronisch Kranke, reicht über die Unterstützung von Obdachlosen oder Flüchtlingen bis hin zu Umweltschutzaktionen oder der Versorgung von Tieren in Not. Als erste Orientierung finden Sie hier 10 Möglichkeiten, freiwillig aktiv zu werden:

1. Rettungssanitäter werden

Ganz oben auf der Liste landet das Paradebeispiel der ehrenamtlichen Tätigkeit. Als Rettungssanitäter erhalten Sie eine umfassende Ausbildung, begleiten Krankentransporte oder sind bei Notfällen im Einsatz. Dieses Ehrenamt ist zweifellos eines der anspruchsvollsten, aber auch wichtigsten, denn ohne Freiwillige ließe sich das Rettungssystem, wie wir es kennen, nicht aufrechterhalten.

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Credit: Unsplash, Camilo Jimenez

2. Soziales Engagement im Sportverein

Besser planbar ist da das soziale Engagement in einem Sportverein. Dort trainieren Sie unentgeltlich Kinder oder Erwachsene, fahren mit ihnen auf Veranstaltungen oder Wettkämpfe und kümmern sich um die Instandhaltung der Anlage oder die organisatorischen Dinge des Vereins. Für die Trainertätigkeit gibt es manchmal eine geringe Aufwandsentschädigung, meist ist es jedoch die Begeisterung für den Sport und die Weitergabe von Kenntnissen, die zur freiwilligen Mitarbeit in einem Sportverein motivieren.

3. Zur Freiwilligen Feuerwehr gehen

Ganz Ähnliches gilt für die Freiwillige Feuerwehr. Die "Freizeit-Feuerwehrleute" stellen den Großteil aller Feuerwehren in Deutschland. Ohne Freiwillige Feuerwehr wären, gerade in ländlichen Regionen, die Menschen beispielsweise bei Bränden, Unfällen oder Unwettern auf sich allein gestellt. Zu diesem Ehrenamt gehören ebenfalls eine umfassende Ausbildung sowie regelmäßige Übungen, damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert. Als Mitglied der FF sind Sie immer in Bereitschaft, feste Dienste gibt es hier nur sehr bedingt.

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Credit: Unsplash, Hush Naidoo

4. Arbeit für die Kinder- und Jugendhilfe

Dieses Ehrenamt bietet dir die Gelegenheit, die Zukunft junger Menschen positiv zu beeinflussen. Klingt übertrieben, ist es aber nicht. Vorleseabende, Nachhilfe geben, Kinder bei den Hausaufgaben und dem Lernen betreuen, Ausflüge organisieren und ihnen mit Rat und Tat zu Seite stehen, wenn sie Probleme haben, das alles sind Aufgaben, die Sie im Rahmen dieses Ehrenamtes übernehmen können.

5. Senioren unterstützen

Menschen am anderen Ende des Altersspektrums zählen oft zu jenen, die Unterstützung brauchen. Älteren Menschen beim Einkaufen helfen, sie zum Arzt begleiten, einen monatlichen Besuch im Seniorenheim oder Amtswege übernehmen, es gibt einiges, was Sie ehrenamtlich tun können.

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Credit: Unsplash, Josh Appel

6. Bei der städtischen Tafel helfen

In beinahe jeder größeren Stadt gibt es eine Tafel-Organisation, die sich über freiwillige Helfer freut. Schließlich müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel händisch Lebensmittelspenden sortieren, Mahlzeiten kochen und Essen ausgeben und es gibt immer mehr Menschen, die auf solche Angebote angewiesen sind, weil ihnen schlicht das Geld fehlt sich die zum Leben notwendigen Dinge wie Lebensmittel, Kleider und Co. leisten zu können.

7. Bei der Obdachlosenhilfe arbeiten

Organisationen für Obdachlosenhilfe sind speziell im Winter oder Hochsommer stark gefordert, also immer dann, wenn das Leben auf der Straße besonders hart ist. Wollen Sie hier helfen, erkundigen Sie sich beispielsweise nach Notschlafstellen oder Einrichtungen, die Kleidung sammeln und kostenlos an Bedürftige verteilen. Oder Sie beteiligen sich an Projekten für Langzeitarbeitslose, die den Wiedereinstieg in ein geregeltes Leben möglich machen sollen.

8. Katastrophen-/ Entwicklungshilfe

Die Arbeit für Katastrophen- und Entwicklungshilfe-Organisationen ist eine emotional, körperlich und zeitlich ziemlich fordernde ehrenamtliche Tätigkeit. Dennoch können solche Projekte sehr erfüllend sein und Ihnen helfen, Ihre Sicht auf die Welt zu verändern. Sei es im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres (FSJ/FÖJ) oder in Ihrem Urlaub. Informieren Sie sich bei Hilfsorganisationen oder speziellen Agenturen, welche Möglichkeiten es gibt.

9. Beim Umweltschutz mit machen

Wenn Ihnen Umweltschutz ein Anliegen ist, erkundigen Sie sich doch mal bei Ihrer Gemeinde, ob eine Müllsammelaktion geplant ist oder versuchen Sie selbst eine zu organisieren. Alternativ könnten Sie sich auch an Initiativen beteiligen, die Bäume pflanzen und Grünflächen anlegen.

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Credit: Unsplash, John Cameron

10. Im Tierschutz arbeiten

Soziales Engagement im Tierschutz ist eine alles andere als spektakuläre, medienwirksame Aktion. Streunerkatzen versorgen, Haustiere vorübergehend pflegen und an gute neue Plätze vermitteln, wenn Frauchen oder Herrchen sie nicht mehr behalten können, sowie Tierheimen bei der Betreuung ihrer Schützlinge helfen sind alles Dinge, die Sie ehrenamtlich übernehmen können.
Tipp: viele kleine Hilfsorganisationen, egal, ob für Mensch, Tier oder Umwelt, sind schon dankbar dafür, dass Sie ihre Anliegen in den sozialen Medien teilen und dadurch ihren Bekanntheitsgrad steigern.

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Credit: Unsplash, Markus Winkler

So finden Sie das richtige Ehrenamt:

Um die passende ehrenamtliche Arbeit für sich zu finden, sollten Sie sich über ein paar Punkte im Klaren sein:

  1. Ihr Alter. Klar können Sie sich theoretisch in jedem Alter engagieren, doch viele Aufgaben sind mit einer gewissen Verantwortung verbunden, für die Sie volljährig sein müssen. Bei manchen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist sogar ein Mindestalter vorgeschrieben.
  2. Wo liegen Ihre Stärken? Sind Sie sportlich, gut in Mathe oder ein Organisationstalent? Vielleicht handwerklich geschickt, können Sie gut mit Menschen umgehen oder kochen? Wählen Sie ein Ehrenamt, das zu Ihren Fähigkeiten passt, sonst ist Frust vorprogrammiert.
  3. Wofür können Sie sich begeistern? Machen Sie sich das klar, denn ganz ohne Enthusiasmus für die Sache, werden Sie wahrscheinlich schnell aufgeben.
  4. Wie viel Zeit haben Sie für ein Ehrenamt übrig? Ist es nur ein Nachmittag im Monat, dann macht es wenig Sinn sich bei der Freiwilligen Feuerwehr zu bewerben. Haben Sie als Student nur in den Ferien Zeit, suchen Sie sich ein Projekt, das über einen klar begrenzten Zeitraum läuft. Je realistischer Ihre Einschätzung ist, desto besser. Die Organisation, die Sie unterstützen, muss sich auf Sie verlassen können.
  5. Informieren Sie sich über die Organisation, für die Sie aktiv werden wollen. Welche Ziele und Anliegen verfolgt sie? Handelt es sich um einen eingetragenen Verein oder ist sie sonst irgendwo anerkannt? Wer steckt dahinter? Das gilt natürlich nicht, wenn es sich um Ihren Sportverein, das Tierheim um die Ecke oder den Jugendtreff im Ort handelt, den Sie selbst früher besucht haben. Auch große Organisationen wie die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz oder die Caritas garantieren für Seriosität.
  6. Last but not least: Seien Sie ehrlich zu sich selbst über Ihre Beweggründe für eine ehrenamtliche Arbeit. Machen Sie das nur, um Ihren Lebenslauf aufzubessern, sollten Sie es lieber lassen. Ebenso, wenn Ihnen das gewählte Ehrenamt keine Freude macht. Sie sollten das, was Sie tun, auch wirklich tun wollen, sonst bleiben die positiven Effekte eines freiwilligen Engagements aus.

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Credit: Unsplash, Nick Fithen

Wie Sie von ehrenamtlicher Arbeit profitieren können

Sich sozial zu engagieren, macht nicht reich, ganz im Gegenteil, Sie zahlen manchmal sogar drauf, wenn Material angeschafft oder ein Raum gemietet werden muss. Umsonst ist ehrenamtliche Arbeit allerdings ganz sicher nicht. Soziales Engagement ermöglicht es Ihnen, etwas zu tun, das Ihnen wichtig ist, was Sie aber nicht beruflich machen können oder wollen. Ein Ehrenamt kann so der Ausgleich zu einem Routinejob sein und Ihrem Leben Sinn geben.

In einer Krise wie der aktuellen gibt Ihnen eine ehrenamtliche Tätigkeit Halt, auch wenn sonst alles unsicher erscheint. Zusätzlich können Sie Ihre Fertigkeiten vertiefen, vielleicht sogar ganz neue Dinge lernen. Das alles stärkt Ihr Selbstwertgefühl, sodass Sie Ihre Alltagsprobleme besser bewältigen können. Außerdem treffen Sie dabei auf Menschen, die zumindest teilweise ähnliche Interessen haben. Damit ist es ein Leichtes, neue Kontakte zu knüpfen und eventuell Freunde zu gewinnen, auch wenn Sie sonst eher schüchtern sind.

Warum soziales Engagement?

Die Gründe warum sich Menschen ehrenamtlich einbringen sind dabei sehr unterschiedlich: Die einen wollen den Mitmenschen der Gesellschaft etwas Gutes tun und nutzen dazu die sinnstiftende Tätigkeit eines Ehrenamtes, die anderen wollen Dinge wie Zeit, Wissen und Know-how zurückgeben, um so einen Beitrag zur offenen Gesellschaft zu leisten. Mit einem ehrenamtlichen Engagement schenkt man nicht nur Zeit, sondern vor allem Aufmerksamkeit, praktische Hilfe und Wertschätzung gegenüber den Gruppen, für die man sich einsetzt.

Spricht man mit ehrenamtlichen Helfern darüber, warum sie sich engagieren, fällt oft das Wort "Dankbarkeit". Menschen (und auch Tiere), denen Sie helfen, sind dankbar für Ihren Einsatz. Leuchtende Kinderaugen, nachdem sie eine schwierige Aufgabe bewältigt haben, die Freude eines Obdachlosen, wenn Sie ihm im Winter einen dick gefütterten Mantel überreichen - das alles tut der Psyche gut und wirkt sich damit auch positiv auf Sie aus.

Neben Gruppen können auch bestimmte Formate gefördert werden, die einem guten Zweck dienen: Als Gesundheitspartner unterstützt die Techniker Krankenkasse den sogenannten "Science Slam", bei dem junge Wissenschaftler:innen für ihre Forschungsprojekte einstehen und die Zuschauer:innen für die Wissenschaft begeistern möchten. Alle Infos zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier .

Wussten Sie, dass Gutes tun uns tatsächlich glücklich macht? Warum das so ist und was die Wissenschaft dazu sagt, erfahren Sie im Special der Techniker Krankenkasse .