TK: Große Mehrheit sieht Reformbedarf im Gesundheitswesen
Pressemitteilung
Hamburg, 10. März 2026. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht Reformbedarf für das Gesundheitssystem. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). 29 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das deutsche Gesundheitssystem grundlegend und umfassend geändert werden sollte, 63 Prozent sehen stellenweise Reformbedarf. Nur acht Prozent geben an, dass es so bleiben soll wie es ist.
"Menschen spüren, dass das System reformbedürftig ist"
"Es wird ein entscheidendes Jahr für das Gesundheitssystem. Die Beiträge sind auf einem Rekordniveau und die Menschen spüren zunehmend, dass das System an vielen Stellen nicht effizient und deshalb reformbedürftig ist", sagt Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK. Die Befragung zeigt, welche Reformen den Menschen besonders wichtig sind. So geben 95 Prozent an, dass es ihnen sehr wichtig oder wichtig ist, dass die Politik sich darum kümmert, dass Patientinnen und Patienten schneller die passende medizinische Versorgung erhalten, bei Bedarf etwa einen schnelleren Arzttermin. 88 Prozent halten die Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge für sehr wichtig oder wichtig.
2027 fehlen mindestens zwölf Milliarden Euro
Um den steigenden Wartezeiten für Arzttermine zu begegnen, möchte die Regierung ein Primärversorgungssystem einführen. Für die Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge soll die von der Bundesgesundheitsministerin eingesetzte Finanzkommission Gesundheit Vorschläge machen. Die ersten Ergebnisse sollen Ende März veröffentlicht werden. Ziel ist die Stabilisierung der Beiträge 2027.
"Versicherte und Arbeitgeber dürfen nicht noch stärker belastet werden", sagt TK-Chef Baas. "Doch die Ausgaben für die medizinische Versorgung steigen weiterhin stark, die aktuellen Prognosen gehen für das nächste Jahr von einem 12-Milliarden-Defizit aus. Um die Beiträge zum Jahreswechsel zu stabilisieren, muss die Regierung schnell und konsequent handeln und die Belastungen fair auf viele Schultern verteilen."
Mit welchen kurzfristigen Maßnahmen ein zweistelliger Milliardenbetrag eingespart werden kann, ohne dass Leistungen für die Versicherten gekürzt werden müssen, zeigt das neue
Positionspapier der TK
. So würde die GKV allein durch die Erhöhung des Herstellerabschlags auf neue Arzneimittel, die dauerhafte Streichung der Meistbegünstigungsklausel in Krankenhäusern und die auch vom Bundesrechnungshof kritisierte teure Doppelvergütung für Terminvermittlungen bei Ärztinnen und Ärzten um etwa 5,6 Milliarden Euro entlastet werden.
Hinweis für die Redaktion
Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Februar 2026 bundesweit insgesamt 1.001 Personen ab 18 Jahren befragt.