Nachgefragt: Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg
Position aus Baden-Württemberg
Cem Özdemir und Manuel Hagel haben am 6. Mai den neuen Koalitionsvertrag vorgestellt. Unter dem Titel "Aus Verantwortung fürs Land - Gemeinsam stark in stürmischen Zeiten" ist diese Vereinbarung für die kommenden fünf Jahre die Basis des Regierungshandelns.
Die Pläne für das Gesundheitswesen werden unter Kapitel acht "Soziales, Gesundheit und Integration" beschrieben.
TK: Wie bewerten Sie den Koalitionsvertrag insgesamt?
Nadia Mussa: Der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung ist eine gute Basis, um das Gesundheitswesen in Baden-Württemberg voranzubringen. In der Vereinbarung wird Verantwortung fürs Land versprochen und es sind darin auch einige konkrete Maßnahmen enthalten.
Nadia Mussa
TK: Welche dieser Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
Mussa: Insbesondere die Überführung der Gesundheitsplattform MEDI:CUS in die Regelversorgung, das Bekenntnis zur Förderung der Krankenhäuser bei den Investitionskosten, der Ausbau von Pflegeplätzen, die bessere Nutzung von Gesundheitsdaten sowie die Einrichtung von Integrierten Notfallzentren (INZ) sind positive Signale für ein modernes und zukunftsorientiertes Gesundheitswesen.
TK: Welche generellen Ziele sollte sich die neue Landesregierung für das Gesundheitswesen setzen?
Mussa: Ziel in den kommenden fünf Jahren muss es sein, das große Potenzial der über 800.000 Menschen im Gesundheitswesen in Baden-Württemberg beschäftigten Menschen so effizient wie möglich für die Patientinnen und Patienten einzusetzen. Zentrale Aufgaben sind dabei aus meiner Sicht, die Krankenhausreform mit dem neuen Landeskrankenhausplan qualitätsorientiert umzusetzen, gute Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung zu schaffen sowie von digitalen Leuchtturmprojekten hin zu einem digital vernetzten Gesundheitssystem in der Fläche zu kommen.