Notaufnahmen stark gefragt
Pressemitteilung aus Sachsen
Dresden, 28. April 2026. 30 Prozent der Menschen aus Mitteldeutschland hatten in den letzten drei Jahren plötzliche Gesundheitsbeschwerden, als die Arztpraxen geschlossen waren. Das zeigt eine bundesweit repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) mit Teilergebnissen aus Mitteldeutschland, also den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die bundesweiten Ergebnisse zeigen, dass der Großteil der Menschen in dieser Situation in die Notaufnahme geht: 34 Prozent der Befragten haben sich dafür entschieden, Männer deutlich häufiger dafür als Frauen (42 Prozent vs. 28 Prozent). Jede bzw. jeder Fünfte (20 Prozent) mit akuten Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten rief einen Krankenwagen über die 112. 18 Prozent warteten, bis ihre reguläre Arztpraxis wieder geöffnet hatte - darunter deutlich mehr Frauen als Männer (22 Prozent vs. 12 Prozent).
Ärztlicher Bereitschaftsdienst wird selten genutzt
Noch vergleichsweise selten greifen Patientinnen und Patienten bei Gesundheitsbeschwerden außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst zurück: 14 Prozent der Befragten mit plötzlichen Beschwerden nutzten die telefonische Beratung unter 116 117, nur 10 Prozent suchten eine Bereitschaftspraxis auf. Alexander Krauß, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen, erklärt: "Für viele Menschen ist es schwer einzuschätzen, wie dringend sie medizinische Hilfe brauchen und an welche Stelle sie sich im Ernstfall wenden sollen. Das liegt auch daran, dass unser System der Notfallversorgung sehr unübersichtlich ist. Umso wichtiger ist es, dass die Notfallreform jetzt kommen soll - sie kann helfen, die Wege für Patientinnen und Patienten klarer und verlässlicher zu machen."
Notfallreform soll Versorgung strukturieren
Die im Bundeskabinett beschlossene Notfallreform sieht unter anderem eine qualifizierte Ersteinschätzung vor, die Hilfesuchende auf Basis ihrer Symptome zur passenden Versorgung steuert - etwa telefonisch über eine neue gemeinsame Akutleitstelle von 112 und 116 117 oder direkt in integrierten Notfallzentren (INZ) an Krankenhäusern. Krauß betont: "Die Reform kann den Grundstein für eine passgenauere Notfallversorgung legen. Wenn Menschen schnell eine klare Empfehlung bekommen, ob Abwarten, der Bereitschaftsdienst oder die Notaufnahme der richtige Schritt ist, kommen sie im Ernstfall schneller an die richtige Stelle. Das entlastet die Notaufnahmen und den Rettungsdienst - und hilft am Ende allen Beteiligten."
Die neue politische Position zur Notfallreform:
TK-Position Notfallreform: Notwendige Strukturreform gezielt nachbessern und zügig umsetzen
Hinweis für die Redaktion
Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Personen ab 18 Jahre (mind. 200 Personen pro Ländergebiet) mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse). Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse der bundesweiten Studie beziehen sich auf Mitteldeutschland; also die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.
In Deutschland fanden laut Statistischen Bundesamt im Jahr 2024 rund 13 Millionen Behandlungen in Notfallambulanzen statt. Das ist der höchste Wert seit der Erfassung 2018 und ein Anstieg um 5 Prozent gegenüber dem Jahr 2023.