TK-Umfrage in Hamburg: Zusammenarbeit bei medizinischen Behandlungen läuft oft nicht reibungslos
Pressemitteilung aus Hamburg
Hamburg, 11. Mai 2026. Für den Erfolg einer medizinischen Behandlung ist eine enge und gut koordinierte Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Praxen und Einrichtungen ein wichtiger Faktor. Dass es hier im Alltag aber oft zu Problemen kommt, zeigt eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg. Danach ist bei 41 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen im Rahmen einer medizinischen Behandlung in den vergangenen Jahren nicht wie gewünscht verlaufen. Dabei fehlte dem Großteil von ihnen (72 Prozent) eine klare Ansprechperson, die den Fortschritt der Behandlung im Blick hatte und an die sie sich bei Fragen oder Problemen wenden konnten. Bei 61 Prozent kam es zwischen Terminen zu langen Wartezeiten, durch die die Behandlung verzögert wurde.
"Wir haben in Hamburg im Allgemeinen eine sehr gute medizinische Versorgung. Unsere Umfrage verdeutlicht jedoch, wo es noch Verbesserungspotential gibt: Patientinnen und Patienten brauchen mehr Orientierung und klare Zuständigkeiten unter den medizinischen Fachkräften", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg.
Chaos im Behandlungsverlauf
Elektronische Patientenakte als Chance für besseren Informationsfluss
Die Umfrage zeigt außerdem, dass es bei der Weitergabe von Informationen öfter mal hakt. Von den Personen, bei denen die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Praxen oder Einrichtungen in den vergangenen Jahren nicht wie gewünscht ablief, kamen bei 66 Prozent wichtige Informationen nicht rechtzeitig an, bei 65 Prozent waren wichtige Informationen falsch oder unvollständig. Bei mehr als der Hälfte (55 Prozent) gab es keine Informationen darüber, was der nächste Behandlungsschritt sein sollte. Zudem kam es bei etwa jedem bzw. jeder Dritten (34 Prozent) zu unnötigen Doppeluntersuchungen.
"Als zentraler Speicherort für beispielweise Befunde oder verordnete Medikamente bietet die elektronische Patientenakte die Chance für einen besseren Informationsfluss zwischen allen Beteiligten", sagt Puttfarcken. "Für einen effizienten und qualitativ hochwertigen Behandlungsverlauf fordern wir deshalb, die elektronische Patientenakte als festen Bestandteil in den Behandlungsalltag zu integrieren."
Primärversorgungssystem mit zentraler Ersteinschätzung für bessere Koordination
Insgesamt 68 Prozent der Befragten würden die Einführung eines Primärversorgungssystems befürworten, bei dem eine Ärztin oder ein Arzt als erste Anlaufstelle die Behandlung koordiniert und Überweisungen veranlasst. "Damit ein Primärversorgungssystem unsere Gesundheitsversorgung effektiv verbessern und für effizientere Abläufe sorgen kann, brauchen wir ergänzend eine verbindliche medizinische Ersteinschätzung", fordert Puttfarcken. Bei einer solchen Ersteinschätzung werden die Beschwerden der Hilfesuchenden zunächst mit einem standardisierten Fragebogen digital, per Telefon oder am Praxistresen erfasst und die Patientinnen und Patienten anschließend anhand ihrer Symptome an die passende Stelle in der Versorgung geleitet. Außerdem legt sie fest, ob die Rolle des Primärversorgers, der den folgenden Behandlungspfad koordiniert, vom Haus- oder Facharzt übernommen wird. "Durch klare Zuständigkeiten kann die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten besser organisiert und koordiniert werden. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Behandlungsqualität", so die Landeschefin.
Hinweis für die Redaktion
Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Oktober 2025 insgesamt 500 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Hamburg zur ambulanten Gesundheitsversorgung.
Seit Januar 2025 haben sich bundesweit mehr als eine Million TK-Versicherte für die elektronische Patientenakte registriert und nutzen sie aktiv.