Hamburg, 9. März 2026. Lange Wartezeiten auf Arzttermine gehen auf Seiten der Hilfesuchenden häufig mit Unsicherheit und Frustration einher. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) gibt neue Einblicke, wie lange die Menschen in Hamburg warten müssen, wenn sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen möchten. Dabei kommt es insbesondere in Facharztpraxen oftmals zu langen Wartezeiten: 18 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger warten hier länger als vier Wochen auf einen Termin, 25 Prozent warten sogar mehrere Monate. Zeitgleich gab insgesamt ein Drittel der Befragten an, bereits innerhalb von wenigen Tagen (18 Prozent) oder bis zu zwei Wochen (15 Prozent) einen Termin bei einer Fachärztin oder einem Facharzt zu bekommen. 19 Prozent kriegen innerhalb von vier Wochen einen Termin. 

"Die Wartezeiten auf Facharzttermine fallen in Hamburg sehr unterschiedlich aus: Während manche innerhalb weniger Tage einen Termin in einer Facharztpraxis bekommen, muss ein nicht unerheblicher Teil mehrere Monate warten", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Dieses Ungleichgewicht verdeutlicht, was in der ambulanten Versorgung aktuell schiefläuft: Es mangelt an klaren Anlaufstellen und strukturierten Behandlungswegen. Das Resultat ist eine Terminvergabe, die nicht an dem medizinischen Bedarf der Patientinnen und Patienten ausgerichtet ist, sondern vielfach vom Zufall und der individuellen Gesundheitskompetenz bestimmt wird." 

Sie fordert: "Für eine bedarfsgerechte Versorgung benötigen wir ein gutes Primärversorgungssystem, das auf einer möglichst digitalen medizinischen Ersteinschätzung sowie einer zentralen Terminvermittlungsplattform aufbaut. In diesem neuen System werden die Menschen schnell und zielgerichtet an die richtige Stelle in der Versorgung geleitet." 

Warte­zeiten auf Arzt­ter­mine in Hamburg

Wartezeiten auf Arzttermine in Hamburg. Quelle: Forsa Sep/ Okt 2025 Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Viele Hamburgerinnen und Hamburger müssen lange auf einen Termin in der Facharztpraxis warten, in der Hausarztpraxis geht es deutlich schneller. 

Faire Terminvergabe durch Terminplattform

Zwar gibt es bereits diverse Terminvermittlungsplattformen auf dem Markt, an einheitlichen Regelungen zur Terminvergabe mangelt es jedoch. "Für eine faire Vergabe von Arztterminen benötigen wir eine zentrale Terminplattform, an die Ärztinnen und Ärzte ihre freien Termine melden. Diese werden dann auf Basis der zuvor erfolgten medizinischen Ersteinschätzung nach Dringlichkeit vergeben - frei von Diskriminierung und Kommerzialisierung", so Puttfarcken.

Kurze Wartezeiten in der Hausarztpraxis 

In der Hausarztpraxis bekommt der Großteil der Hamburgerinnen und Hamburger kurzfristig einen Termin: 69 Prozent der Befragten können hier bereits innerhalb weniger Tage vorstellig werden, 16 Prozent innerhalb von zwei Wochen. Nur insgesamt neun Prozent der Menschen in Hamburg warten länger als zwei Wochen auf einen Termin bei der Hausärztin oder dem Hausarzt (6 Prozent bis zu vier Wochen, 1 Prozent mehr als vier Wochen, 2 Prozent mehrere Monate).  

"Diese Zahlen sprechen dafür, dass wir aktuell eine sehr gute hausärztliche Versorgung in Hamburg haben. Wir müssen jedoch bedenken, dass ein großer Teil der Hausärztinnen und Hausärzte in unserer Stadt in den kommenden Jahren in Rente gehen wird - 2024 waren mehr als 40 Prozent von ihnen 60 Jahre oder älter", sagt Puttfarcken. "Damit hier durch ein Primärversorgungssystem keine neuen Engpässe geschaffen werden, darf der Besuch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt für Erkrankte nicht zur grundsätzlichen Verpflichtung werden. Stattdessen braucht es ein medizinisches Ersteinschätzungstool, das anhand klarer Kriterien sicherstellt, dass die Hilfesuchenden dort behandelt werden, wo ihnen am besten geholfen werden kann. Das kann je nach Fall die Hausarzt- oder auch direkt die Facharztpraxis sein." 

Hinweis für die Redaktion

Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Oktober 2025 insgesamt 500 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Hamburg zur ambulanten Gesundheitsversorgung. 

Das Statistische Bundesamt hat die Altersverteilung der Hausärztinnen und -ärzte in Hamburg in einer Pressemitteilung im September 2025 veröffentlicht. 

Die neue Position der TK " Faire Regeln bei der Ersteinschätzung und Terminvergabe " mit konkreten Forderungen für die Ersteinschätzung und Terminplattform gibt es im Presse- und Politikportal.