TK-Umfrage in Hamburg: Notaufnahme oft erste Anlaufstelle bei akuten Beschwerden
Pressemitteilung aus Hamburg
Hamburg, 23. April 2026. Viele Hamburgerinnen und Hamburger wenden sich bei plötzlich auftretenden gesundheitlichen Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten direkt an die Notaufnahme oder den Rettungsdienst. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage, die im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) in der Hansestadt durchgeführt wurde. Demnach hatten 35 Prozent der Befragten innerhalb der letzten drei Jahre plötzliche Gesundheitsprobleme außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten - von diesen ging der Großteil (40 Prozent) direkt in die Notaufnahme, jede bzw. jeder Sechste (15 Prozent) rief den Krankenwagen. Insgesamt deutlich seltener wurden hingegen ambulante Angebote genutzt: 24 Prozent kontaktierten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117, sieben Prozent suchten eine kassenärztliche Bereitschaftspraxis auf. 14 Prozent warteten, bis ihre Arztpraxis wieder geöffnet hatte.
"Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen bei akuten Gesundheitsproblemen unsicher sind, wo sie die richtige Hilfe bekommen. Statt sie mit dieser Entscheidung allein zu lassen, brauchen wir ein System, das die Patientinnen und Patienten unterstützt und in Notfällen zielgerichtet in die geeigneten Hilfsangebote lenkt", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Aktuell werden Notaufnahmen und Rettungsdienst häufig auch dann in Anspruch genommen, wenn andere Versorgungsangebote geeigneter wären. Eine qualifizierte Ersteinschätzung würde hier die nötige Orientierung bieten und gleichzeitig Notaufnahmen sowie den Rettungsdienst entlasten."
Notfallversorgung in Hamburg
Notfallreform: Bessere Steuerung durch Integrierte Notfallzentren
Am 22. April hat das Bundeskabinett über einen Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung beraten. Vorgesehen ist unter anderem der Aufbau Integrierter Notfallzentren (INZ) an geeigneten Krankenhausstandorten. Dort arbeiten Krankenhäuser, Kassenärztliche Vereinigung (KV) und Ersteinschätzung zusammen und leiten Patientinnen und Patienten vor Ort in die passende Versorgungsstruktur. So soll die Notfallversorgung insgesamt besser koordiniert werden. Weiterhin sollen die Rufnummern der Rettungsleitstelle 112 und die Akutleitstelle der KV miteinander vernetzt werden.
"Wir begrüßen, dass mit Integrierten Notfallzentren mehr Klarheit in die Notfallversorgung gebracht werden soll. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass eine standardisierte, digitale Ersteinschätzung verbindlich eingebunden wird, damit Patientinnen und Patienten nicht länger allein entscheiden müssen, wohin sie sich im Notfall wenden", so Puttfarcken. "Aus Sicht der TK müssen bundeseinheitliche Kriterien zur Struktur und Ausstattung der INZ festgelegt werden. Gleichzeitig muss gelten: Neue Strukturen sollten sinnvoll in bestehende Versorgungsangebote integriert werden, statt neue zu schaffen. Die INZ-Standorte müssen daher für Hamburg bedarfsgerecht über das Stadtgebiet verteilt werden und sich nicht auf einzelne Standorte konzentrieren."
Hinweis für die Redaktion
Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Oktober 2025 insgesamt 500 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Hamburg.
In der TK-Position " Notfallversorgung in Hamburg zukunftsfest aufstellen " macht die TK in Hamburg Vorschläge, wie die Notfallversorgung durch bessere Steuerung, stärkere Vernetzung und digitale Lösungen effizienter und zukunftssicher gestaltet werden kann.