Zunehmend häufen sich aber Probleme in der Notfallversorgung in Hamburg und auch deutschlandweit, die durch einzelne organisatorische Maßnahmen nicht mehr zu beheben sind.

Die Notfallversorgung gliedert sich in Hamburg in vier Bereiche, die jeweils eigenständig und getrennt voneinander organisiert sind:

(1) Ärztlicher Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung,
(2) Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung
(3) Rettungsdienst und
(4) Notaufnahmen der Krankenhäuser.

Häufig wird damit argumentiert, das Problem sei "historisch gewachsen". Denn wer in Hamburg ungeplant als Notfall medizinische Hilfe innerhalb oder außerhalb der Sprechstundenzeit der Arztpraxen braucht, hat die Qual der Wahl: Es gibt den ärztlichen Bereitschaftsdienst, den Patienten unter der Rufnummer 116 117 herbeirufen können. Darüber hinaus können die Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung in Farmsen, Harburg oder Altona sowie die zentralen Notaufnahmen der Krankenhäuser direkt aufgesucht werden.

Schnelle Hilfe im akuten Notfall bietet auch der Rettungsdienst der Feuerwehr mit der allseits bekannten Rufnummer "112". Alle arbeiten mehr oder weniger unabhängig voneinander in ihrem jeweiligen Bereich und übernehmen die Versorgung im Notfall.

Aber an welcher Stelle ist man im medizinischen Notfall "richtig"? Diese Frage ist für Patienten nicht immer leicht zu beantworten. Im Zweifel rufen sie den Rettungsdienst oder suchen gleich direkt die Notaufnahme eines nahegelegenen Krankenhauses auf.

Es zeigt sich also, dass die Patienten aktuell nicht immer auf der angemessenen Versorgungsebene behandelt werden. Eine Zusammenführung der unterschiedlichen Bereiche der Notfallversorgung ist deshalb erforderlich.

Die TK fordert eine koordinierte Notfallversorgung und schlägt hierfür sechs Umsetzungsschritte vor:

1. Gemeinsame Leitstelle für den ärztlichen Bereitschaftsdienst und den Rettungsdienst

2. Portalpraxen als Anlaufstelle für Patienten

3. Digitaler Zentraler Versorgungsnachweis

4. Standardisierte Einschätzung des Behandlungsbedarfs

5. Gesundheitskompetenz der Patienten stärken

6. Finanzierung muss der sektorenübergreifenden Organisation folgen

Die TK-Position zur Reform der Notfallversorgung in Hamburg

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