Notfallversorgung in Hamburg
Position aus Hamburg
Eine leistungsfähige Notfallversorgung ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge und entscheidend für eine gute medizinische Versorgung.
Hamburg verfügt als Metropolregion über ein starkes und qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem, das weit über die Stadtgrenzen hinaus wirkt. Gleichzeitig steht die Notfallversorgung vor wachsenden Herausforderungen, die strukturelle Anpassungen erforderlich machen.
Wer in Hamburg ungeplant medizinische Hilfe innerhalb oder außerhalb der Sprechstundenzeit der Arztpraxen benötigt, hat die Qual der Wahl: Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter der Rufnummer 116 117 erreichbar. Zusätzlich können Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sowie die zentralen Notaufnahmen der Krankenhäuser direkt aufgesucht werden. Schnelle Hilfe im akuten Notfall bietet auch der Rettungsdienst der Feuerwehr mit der allseits bekannten Rufnummer "112".
Das Problem: Für Patientinnen und Patienten ist oft unklar, welcher Versorgungsweg im konkreten Fall der richtige ist. Eine repräsentative Forsa-Umfrage der Techniker Krankenkasse zeigt, dass ein Großteil der Hamburgerinnen und Hamburger bei plötzlichen gesundheitlichen Beschwerden am Abend, in der Nacht oder am Wochenende direkt in die Notaufnahme geht (40 Prozent), jede bzw. jeder Sechste ruft den Krankenwagen (15 Prozent). Deutlich seltener werden hingegen ambulante Angebote genutzt: 24 Prozent kontaktieren den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), sieben Prozent suchen eine Bereitschaftspraxis auf.
Maren Puttfarcken
Viele Menschen sind bei akuten Gesundheitsproblemen unsicher, wo sie die richtige Hilfe bekommen. Wir brauchen ein System, das die Patientinnen und Patienten unterstützt und in Notfällen zielgerichtet in die geeigneten Hilfsangebote lenkt.
"Viele Menschen sind bei akuten Gesundheitsproblemen unsicher, wo sie die richtige Hilfe bekommen. Statt sie mit dieser Entscheidung allein zu lassen, brauchen wir ein System, das die Patientinnen und Patienten unterstützt und in Notfällen zielgerichtet in die geeigneten Hilfsangebote lenkt", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg.
Aktuell werden die Patientinnen und Patienten nicht immer auf der angemessenen Versorgungsebene behandelt. Eine Zusammenführung der unterschiedlichen Bereiche der Notfallversorgung ist deshalb erforderlich.
Die TK fordert eine zukunftsfeste Notfallversorgung und schlägt hierfür fünf Umsetzungsschritte vor:
Integrierte Notfallzentren als zentrale Anlaufstellen etablieren
Einheitliche Ersteinschätzung und digitale Patientensteuerung einführen
Rettungsdienst als medizinische Leistung im Sozialgesetzbuch V verankern
Digitale Lösungen integrieren
Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken