Hamburg, 25. März 2026. Schmerzen während der Menstruation werden häufig als normal abgetan - doch sie können auch Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein: Endometriose. Im Jahr 2024 waren 3.850 bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherte Frauen in Hamburg von Endometriose betroffen. Bei 946 von ihnen wurde die Erkrankung 2024 erstmals sicher festgestellt. Das teilt die TK anlässlich des Endometriose-Monats März ("Endo-March") mit.

"Endometriose wurde sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch in der Forschung lange Zeit vernachlässigt. Umso erfreulicher ist es, dass das Bewusstsein für diese Erkrankung auf Seiten der Betroffenen, aber auch auf Seiten der Ärztinnen und Ärzte immer weiter zunimmt", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Dies spiegelt sich auch darin wider, dass immer mehr Frauen eine Diagnose erhalten: Jede vierte TK-Versicherte, bei der Endometriose festgestellt wurde, erhielt die Diagnose 2024."

Endometriose: Häufig erst späte Diagnose 

Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Bei der Erkrankung siedelt sich gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum an, etwa an den Eierstöcken, der Darmwand oder dem Zwerchfell. Zu den häufigsten Beschwerden zählen - neben starken Unterleibsschmerzen vor und während der Menstruation - unter anderem Verdauungsprobleme, Rückenschmerzen und Erschöpfung. Bei manchen Frauen führt Endometriose außerdem zu einem unerfüllten Kinderwunsch. Da die Symptome oft unspezifisch sind, erhalten viele Betroffene erst spät eine Diagnose. Im Jahr 2024 war bundesweit knapp jede dritte TK-Versicherte (32,8 Prozent), bei der Endometriose erstmals sicher diagnostiziert wurde, zwischen 30 und 39 Jahren alt. Knapp ein Viertel (23,1 Prozent) war zwischen 18 und 29 Jahren alt, 15,8 Prozent zwischen 40 und 49 Jahren.

"Viele betroffene Frauen werden mit ihren Symptomen lange nicht ernstgenommen. Das bedeutet für sie häufig Jahre voller Schmerzen, Unsicherheit und wiederholter Arztbesuche", so Puttfarcken. "Durch gezielte Aufklärung können wir nicht nur das Verständnis für Endometriose fördern, sondern betroffenen Frauen helfen, die richtige Diagnose und Behandlung schnellstmöglich zu erhalten."

Unterstützung und Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene in Hamburg

Die TK unterstützt betroffene Frauen mit verschiedenen Informations- und Behandlungsangeboten. Über die digitale Therapie- und Aufklärungsplattform  FEMNA können sich TK-Versicherte in einem zwölfmonatigem Online-Programm umfassend über Endometriose informieren. In mehreren Modulen vermittelt das Programm Wissen über die Erkrankung und zeigt, wie sich verschiedene Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Stress oder Schlaf auf die Beschwerden auswirken können. Ergänzend gibt es Selbsthilfeangebote wie Yoga- oder Entspannungsübungen zur Schmerzlinderung sowie Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Betroffenen. Auch der TK-Podcast " Gesundheit zum Hören " greift das Thema in der Folge " Endometriose: Wenn Schmerzen zur Regel werden " mit Dr. Sylvia Mechsner, Leiterin des Endometriosezentrums an der Charité Berlin, auf und gibt Einblicke in Ursachen, Symptome und Therapieansätze der Erkrankung. 

In Hamburg stehen TK-Versicherten darüber hinaus auch spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. So hat die TK seit 2022 einen speziellen  Versorgungsvertrag mit der Frauenklinik an der Elbe, die auf gynäkologische Behandlungen spezialisiert ist und minimalinvasive, besonders schonende Behandlungsmöglichkeiten anbietet. Das zertifizierte Endometriose Zentrum der Frauenklinik an der Elbe bietet eine umfassende Betreuung für Betroffene - von der Diagnostik über die Behandlung bis hin zur Anbindung an weitere Unterstützungsangebote wie Schmerz- und Kinderwunschzentren sowie Selbsthilfegruppen. 

Hinweis für die Redaktion 

In Hamburg zählt die TK rund 556.000 Versicherte, davon sind 289.000 weiblich (Stand 01. März 2026).