Schwerin, 3. Februar 2026. 58 Prozent der Menschen in Norddeutschland können sich vorstellen, bei neu auftretenden gesundheitlichen Beschwerden eine digitale medizinische Ersteinschätzung zu nutzen. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) mit Teilergebnissen aus Norddeutschland, also den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen.

Die Umfrage zeigt weiterhin, dass 30 Prozent der Befragten Schwierigkeiten haben, bei neuen gesundheitlichen Beschwerden eine geeignete Arztpraxis zu finden. Dazu Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern: "Viele Menschen sind sich unsicher, an welche Ärztin oder welchen Arzt sie sich bei neuen Beschwerden wenden sollen. Sie müssen oft selbst recherchieren, Praxen abtelefonieren und auf Termine warten. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Eine digitale Ersteinschätzung kann hier Orientierung bieten und dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten von Anfang an in die richtige Versorgung gelangen."

Verteilungsproblem statt Ärztemangel: TK fordert Ersteinschätzung 

Selbst wenn die richtige Facharztgruppe für das gesundheitliche Problem gefunden ist, erweist sich die Wartezeit bis zum Arzttermin als problematisch. 39 Prozent der Norddeutschen warten mehrere Monate von der Terminvereinbarung bis zum eigentlichen Termin. Die Statistik zeigt: Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in der gesamten Republik, steigt von Jahr zu Jahr. Austenat-Wied betont: "Das Problem ist nicht die Zahl der Ärztinnen und Ärzten, sondern die richtige Steuerung und Unterstützung der Patientinnen und Patienten. Als TK fordern wir daher die Einführung einer verbindlichen, systematischen medizinischen Ersteinschätzung des Versorgungsbedarfs - immer dann, wenn neue Gesundheitsprobleme auftreten." Mit der Ersteinschätzung lassen sich Symptome umgehend einordnen, die Dringlichkeit eines Arztbesuchs bewerten und passende Behandlungspfade empfehlen - von Haus- oder Facharztterminen über telemedizinische Versorgung bis zur Beratung durch medizinisches Personal. Sofern die Ersteinschätzung keinen ärztlichen Termin als notwendig erachtet, kann stattdessen auf spezifische Informations- und Beratungsangebote ihrer Krankenkasse oder andere Unterstützungsmaßnahmen hingewiesen werden können. Aus Sicht der TK sollte die Ersteinschätzung ärztlich entwickelt werden und an sämtlichen Zugangspunkten des Gesundheitssystems verfügbar sein - ob digital per App, telefonisch, am Praxistresen oder in der Notaufnahme.

Wer hilft bei der Arztsuche?

Um die passende Facharztrichtung sowie eine geeignete Arztpraxis zu finden, wenden sich 31 Prozent der Norddeutschen an ihre Ärztin oder ihren Arzt. 65 Prozent fragen ihre Familie oder im Freundeskreis und 45 Prozent schauen sich die Websites von Arztpraxen an. Auf Portalen und in Apps informieren sich 27 Prozent der Befragten, während 26 Prozent in sozialen Medien recherchieren.

Hinweis

Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Menschen ab 18 Jahre (mind. 200 Personen pro Ländergebiet) mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse beziehen sich auf Norddeutschland, also die nördlichen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen.

Die Forderung der TK in Mecklenburg-Vorpommern für eine zukunftsfähige ambulante Versorgung gibt es in der TK-Position "Digital vor ambulant vor stationär" .