In einem Flächenland wie MecklenburgVorpommern darf gute Versorgung keine Frage des Zufalls sein. Die Techniker Krankenkasse will ihren Versicherten den Weg erleichtern und bringt einen Vorschlag ein, wie sie schneller zur richtigen Versorgung kommen.

Weshalb muss sich etwas tun?

Die Realität ist bekannt: überfüllte Notaufnahmen, lange Wartezeiten in Praxen, gleichzeitig ungenutzte digitale Möglichkeiten. Wer akut Hilfe braucht, irrt häufig zwischen Hausarzt bzw. Hausärztin, digitalen Angeboten, Bereitschaftspraxis sowie Klinik - und hofft, irgendwie "richtig" anzukommen.Historisch gewachsene Strukturen, Vergütungsanreize und Zufälle bestimmen heute oft den ersten Behandlungsschritt statt einer konsequent bedarfsgerechten Steuerung. Für ein Flächenland wie Mecklenburg‑Vorpommern mit großen Distanzen und alternder Bevölkerung ist eine bessere Koordination der Patientinnen und Patienten besonders wichtig. Daher schlägt die TK vor: Der Weg zur richtigen Behandlung wird nicht dem Zufall überlassen, sondern entlang eines klaren Prinzips organisiert.

Kernidee: "Digital vor ambulant vor stationär"

Im Zentrum steht eine digital-gestützte Ersteinschätzung, die Beschwerden systematisch bewertet und daraus den passenden nächsten Schritt ableitet - von Selbstmanagement über haus‑ und fachärztliche Versorgung bis hin zur Notaufnahme. Diese digitale Einstufung fungiert als Türöffner des gesamten Modells: Sie leitet Patientinnen und Patienten von Beginn an verlässlich durch die Versorgungsstrukturen, ob online, in der Praxis oder an integrierten Notfallzentren.

Digitale Ersteinschätzung, vernetzte Terminvermittlung und klare Zuweisungspfade - so können wir Versorgung endlich nach Bedarf statt nach Zufall steuern.
Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Auf Grundlage dieser Einschätzung sollten über eine vernetzte Terminplattform freie ambulante Termine für die Patientinnen und Patienten einfach buchbar sein.

  • Digital: Eine standardisierte digitale Ersteinschätzung bewertet Beschwerden qualitätsgesichert und empfiehlt den passenden nächsten Schritt - von Selbstversorgung bis Spezialambulanz.
  • Ambulant: Über eine vernetzte Terminplattform werden freie Praxiskapazitäten nach medizinischer Dringlichkeit vergeben; Hausärztinnen und Fachärzte stellen dafür definierte Kontingente ein.
  • Stationär: Kliniken werden stärker für die Fälle genutzt, die wirklich nur dort adäquat versorgt werden können, was Notaufnahmen entlastet und Ressourcen gezielter einsetzt.

Für Versicherte bedeutet das: weniger Zufall, mehr Orientierung und schnellere Hilfe.

Manon Auste­nat-Wied

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Rolle von Praxen, Kliniken und Kassen in MV

Damit das Modell im Versorgungsalltag in Mecklenburg‑Vorpommern greift, müssen alle Beteiligten interdisziplinär zusammenarbeiten.

  • Praxen sollen definierte Terminkontingente tagesaktuell über eine Plattform bereitstellen; Grundlage ist stets die Dringlichkeit laut digitaler Ersteinschätzung.
  • Kliniken werden über integrierte Notfallstrukturen und klare Zuweisungspfade angebunden, damit Notaufnahmen nicht länger die "Auffangbecken" für alle Unklarheiten im System sind.
  • Die TK versteht sich als aktive Lotse: Sie begleitet, berät und unterstützt Versicherte bei der Navigation durch die neuen digitalen und ambulanten Versorgungsangebote.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern mit weiten Wegen eröffnet diese Struktur neue Chancen: Digitale Angebote schlagen Brücken, ambulante Strukturen werden gezielt genutzt, während stationäre Kapazitäten sich auf die für das Setting passende Aufgaben konzentrieren.

Wir sehen unsere Rolle als Lotse im Gesundheitssystem - damit die Versicherten gezielt und sicher zur richtigen Versorgung finden.
Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Was das für Patientinnen und Patienten bedeutet

Für die Versicherten in Mecklenburg‑Vorpommern bedeutet "digital vor ambulant vor stationär" vor allem eines: weniger Zufall, mehr Verlässlichkeit.

  • Wer Hilfe braucht, erhält schneller Klarheit: Ist das ein Fall für die Videosprechstunde, die Hausarztpraxis, die Bereitschaftsdienststruktur oder doch die Notaufnahme.
  • Wartezeiten sinken und die Versorgungsqualität erhöht sich.
  • Ärztinnen und Ärzte gewinnen Zeit für komplexe Fälle, weil leichtere Anliegen früh digital aufgefangen oder besser verteilt werden.

So wird aus einem abstrakten Zugangsmodell ein greifbares Versprechen: zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Versorgung zu erhalten.

TK-Position zum Zugang