Darmkrebs: Zu viele Behandlungen außerhalb spezialisierter Zentren
Pressemitteilung aus Schleswig-Holstein
Kiel, 28. April 2026. Jeder dritte Darmkrebs-Fall wird nicht in Spezialzentren behandelt. Nach aktuellen Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein erkrankten im Jahr 2024 allein im nördlichsten Bundesland 1.829 Menschen neu an Darmkrebs. Doch trotz einer höheren Überlebenschance* bei einer Behandlung in zertifizierten Darmkrebszentren lässt sich ein erheblicher Teil der Betroffenen weiterhin außerhalb dieser behandeln: Im Jahr 2025 wurden nach Routinedaten der Ersatzkassen 1.999 Fälle von Darmkrebs stationär in Schleswig-Holstein behandelt, 37 Prozent davon in nicht zertifizierten Kliniken.
Behandlungsqualität spielt bei Darmkrebs entscheidende Rolle
"Darmkrebs ist eine ernsthafte Erkrankung, bei der die Qualität der Behandlung einen großen Unterschied hinsichtlich der Heilungschancen machen kann. Die beste Versorgung nach aktuellen Qualitätsstandards erhalten Betroffene in speziell zertifizierten Krebszentren", betont Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. Im Gegensatz zu anderen Krankenhäusern unterziehen sich die zertifizierten Krebszentren einer regelmäßigen, externen Qualitätskontrolle durch die Deutsche Krebsgesellschaft.
Im Vergleich zum Jahr 2024 hat sich die Anzahl der Behandlungen bei Darmkrebs 2025 in nicht zertifizierten Zentren sogar noch einmal um 13 Prozentpunkte erhöht. 2024 waren es 24 Prozent. Anhand der aktuellen Daten zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Umsetzung der Krankenhausreform in Schleswig-Holstein ist, weil zukünftig bestimmte Operationen nur noch in spezialisierten Kliniken durchgeführt werden können. Dadurch wird die Behandlungsqualität weiter verbessert.
Hinweis für die Redaktion
*Eine Auswertung von knapp 50.000 Darmkrebspatientinnen und -patienten aus vier großen klinischen Krebsregistern zeigt: Wer in einem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmkrebszentrum behandelt wird, hat bessere Überlebenschancen als in nicht zertifizierten Kliniken. Im potenziell heilbaren Stadium war das Sterberisiko in den ersten fünf Jahren nach Diagnose in zertifizierten Zentren bei Dickdarmkrebs um 11 Prozent und beim Enddarmkrebs um 9 Prozent niedriger.
Wie die Qualität im stationären Bereich durch verbesserte Strukturen gesteigert werden kann, hat die TK in einem Positionspapier veröffentlicht:
TK-Position "Zugang - Mehr Kooperation und Koordination für einen besseren Zugang zur Versorgung" (PDF, 357 kB)Weitere Informationen zum Thema Darmkrebs und Vorsorge finden Sie hier .