Es sieht vor, dass Patienten mit einem bestimmten Risikoprofil vor einem geplanten Klinikaufenthalt auf multiresistente gramnegative Keime (MRGN) getestet werden. Der Abstrich soll ein bis zwei Wochen vor der Aufnahme durch den einweisenden Arzt erfolgen.

MRGN sind Bakterien, die gegen drei beziehungsweise alle vier Substanzklassen von Antibiotika resistent sind. Menschen, die diese Keime tragen, wissen häufig nichts davon, können sie aber an andere Patienten weitergeben. Diese erkranken dann möglicherweise schwer. Sollte der Test positiv ausfallen, berät der Arzt seinen Patienten ausführlich. Außerdem informiert er die Klinik, damit dort frühzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.

Ziel der Hamburger Initiative ist es, Patienten und Mitarbeiter in Hamburger Kliniken besser vor schweren Infektionen zu schützen. Dabei müssen zunächst vor allem die Maßnahmen der Standardhygiene strikt eingehalten werden.

Zitat Maren Puttfarcken

Maren Puttfarcken

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Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg

"Das Screening-Programm ist ein Baustein, um den Patientenschutz in Hamburger Krankenhäusern zu verbessern. Es ist wichtig, die Verbreitung multiresistenter Keime einzudämmen. Flankierend sind weitere Maßnahmen für einen wirksamen Infektionsschutz nötig, etwa verständliche Patienteninformationen und -begleitbögen. Vor allem aber dürfen betroffene Patienten nicht stigmatisiert werden."

Maren Puttfarcken, Leiterin TK-Landesvertretung Hamburg

Hintergrund

Das Screening-Programm gibt es als Modell nur in Hamburg. Es ergänzt den bisher schon möglichen ambulanten Test auf MRSA-Erreger, Bakterien, die ebenfalls gegen eine Reihe von Antibiotika resistent sind.

Initiiert wurde das Screening-Programm von der Landeskonferenz Versorgung in Hamburg. Beteiligt sind alle Hamburger Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, die Hamburgische Krankenhausgesellschaft und die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz.