Zahl der vermuteten Behandlungsfehler steigt
Pressemitteilung aus Berlin/Brandenburg
Berlin, 15. Juni 2026. Immer mehr TK-Versicherte in Berlin vermuten, von Ärztinnen, Ärzten oder Pflegekräften falsch behandelt worden zu sein: 2025 wandten sich 789 Patientinnen und Patienten wegen des Verdachts auf einen Behandlungsfehler an die Techniker Krankenkasse (TK) - 113 mehr als ein Jahr zuvor. Das entspricht einer Steigerung um fast 17 Prozent
Meiste Fehlermeldungen aus der Chirurgie
Die meisten Fälle wurden von TK-Versicherten in Berlin im Bereich Chirurgie gemeldet - mit 23 Prozent entfiel fast jeder vierte Fall auf diese Facharztgruppe. Am zweithäufigsten unter Fehlerverdacht: Zahnmedizin und Kieferchirurgie mit 20 Prozent der Fälle. Es folgen Geburtshilfe/Gynäkologie (zehn Prozent) und vermutete Pflegefehler (neun Prozent).
In etwa jedem dritten Fall verdichten sich die Hinweise auf einen Behandlungsfehler, sodass die TK eine Überprüfung in die Wege leitet. Darüber hinaus zeigen Studien eine erhebliche Dunkelziffer, weil viele Betroffene entweder Fehler nicht erkennen oder ihre Krankenkasse nicht zu Rate ziehen. Susanne Hertzer, Leiterin der TK in Berlin und Brandenburg: "In der Medizin können Fehler besonders schlimme Folgen haben. Deshalb brauchen wir eine offene Fehlerkultur, die dabei hilft, Behandlungsfehler künftig zu vermeiden." Patientinnen und Patienten benötigten dringend professionelle Unterstützung, wenn sie einen solchen Fehler vermuten, sagt Hertzer.
Um einen echten Überblick über die Gesamtsituation zu erhalten, fordert die TK unter anderem ein einheitliches Melderegister für Behandlungsfehler. Denn zurzeit führen Ärztekammern, Medizinischer Dienst und die Krankenkasse jeweils eigene Register, in denen die Fälle erfasst werden.
Was tun beim Verdacht auf einen Behandlungsfehler?
Die TK unterstützt ihre Versicherten dabei, mögliche Fehler aufzudecken. Unter einer speziellen Hotline (Rufnummer 040 460 66 12 140 oder per E-Mail: behandlungsfehler@tk.de), erreichen Betroffene die Medizinrechts-Expertinnen und -Experten der TK. Außerdem können sie einen Online-Lotsen ( www.tk.de/bf-wegweiser ) nutzen und sich mit einer Beratungsbroschüre informieren (www.tk.de, Suchnummer 2128216). Erhärtet sich der Verdacht auf einen Behandlungsfehler, kann die TK den Vorfall prüfen lassen, beispielsweise durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes.
Hinweis für die Redaktion
Der TK-Beauftragte für Behandlungsfehler, Jonas Petersen, erklärt im Interview , was Versicherte im Verdachtsfall tun können - und wie die TK ihnen hilft. Die TK ist eine gesetzliche Krankenkasse, die in Berlin mehr als eine Million Menschen versichert.