Bei jeder und jedem Dritten an Saar, Rhein und Main lief Zusammenarbeit zwischen medizinischen Institutionen nicht wie gewünscht
Pressemitteilung aus Saarland
Saarbrücken, 6. Mai 2026. Bei einer medizinischen Behandlung kommt es meist nicht nur auf eine Ärztin oder einen Arzt an. Stattdessen sind häufig mehrere Institutionen am Behandlungspfad beteiligt, etwa andere Praxen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Therapeutinnen und Therapeuten. Doch nicht immer laufen Übergaben und Zusammenarbeit hier reibungslos. Jeder und jede Dritte an Saar, Rhein und Main hat in den vergangenen Jahren erlebt, dass die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren nicht wie gewünscht verlief. 13 Prozent haben das einmal erlebt, 20 Prozent mehrfach. Das zeigt eine bundesweit repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) mit Teilergebnissen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen.
ePA kann Informationsverluste verhindern
"Wir haben in Deutschland grundsätzlich noch immer eines der besten Gesundheitssysteme der Welt und gut qualifiziertes Personal. Trotzdem läuft nicht immer alles nach Plan. Ein verspäteter Entlassbrief, fehlende Informationen und unklare Verantwortlichkeiten sind nur drei Beispiele dafür, dass Abläufe in unserem Gesundheitssystem manchmal nicht reibungslos und teils sogar chaotisch verlaufen. Leidtragende sind die Patientinnen und Patienten", sagt Daniel Konrad, interimistischer Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Er ergänzt: "Wir diskutieren schon lange über die Notwendigkeit einer sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung, wirkliche Fortschritte lassen hier aber noch auf sich warten. Dabei würden klare Abläufe und Zuständigkeiten die Versorgung verbessern und das System effizienter machen. Aus meiner Sicht kann hier die elektronische Patientenakte einen entscheidenden Mehrwert für einen besseren Informationsfluss liefern - vorausgesetzt sie wird auch tagesaktuell befüllt."
70 Prozent sind für ein Primärversorgungssystem
Eine Lösung für eine bessere Versorgungssteuerung, klare Zuständigkeiten und mehr Orientierung im Behandlungsverlauf kann ein Primärversorgungssystem sein. Die Bundesregierung möchte sin solches System einführen, indem ein Arzt oder eine Ärztin den Überblick über eine Behandlung hält und alle weiteren Schritte, beispielsweise Terminüberweisungen, koordiniert. Rund 70 Prozent der Befragten an Saar, Rhein und Main finden diese Idee sehr gut beziehungsweise gut.
"Das Umfrageergebnis zeigt, dass die Menschen Bedarf an mehr Orientierung und Koordination im System haben. Wichtig ist dabei aber die Einführung einer einheitlichen und digitalen Ersteinschätzung. Dann werden die Patientinnen und Patienten schon direkt in die richtige Versorgungsebene geleitet und es entsteht kein neues Nadelöhr bei einzelnen Arztgruppen" betont Konrad.
Hinweis für die Redaktion
Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Personen ab 18 Jahre (mind. 200 Personen pro Ländergebiet) mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse beziehen sich auf die Region Rhein, Main, Saar; also die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland.
Die Forderungen der TK für eine zukunftsfähige ambulante Versorgung gibt es im Presse- und Politikportal .