Saarbrücken, 19. Februar 2026. Rund jede zweite Person (48 Prozent) im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen wartet länger als vier Wochen auf einen Facharzttermin. Dies ergab eine bundesweit repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) mit Teilergebnissen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen. Ein Viertel aller Befragten (24 Prozent) gab an, dass es sogar mehrere Monate dauert, bis sie eine fachärztliche Behandlung erhalten. Nur jede und jeder Zwanzigste (fünf Prozent) erhält einen Termin innerhalb weniger Tage, 13 Prozent der Befragten warten bis zu zwei Wochen und 31 Prozent bis zu vier Wochen.

Aber auch die Suche nach einer passenden Arztpraxis ist für viele Menschen im Ländergebiet eine Herausforderung. 29 Prozent der Befragten fällt es eher schwer oder sehr schwer, eine passende Arztpraxis bei neuen gesundheitlichen Beschwerden zu finden.

"Hilfesuchende sind in unserem Gesundheitssystem zu oft auf sich allein gestellt. Ob sie im richtigen Versorgungspfad landen, ist in vielen Fällen Zufall. Das bindet viele Kapazitäten und sorgt auf allen Seiten für Frust", sagt Daniel Konrad, interimistischer Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Er ergänzt: "Um dem entgegenzuwirken ist aus Sicht der TK die Einführung eines digitalen Ersteinschätzungstool notwendig. Egal ob der Erstkontakt in den Praxen, der Krankenkassen-App oder der 116 117 erfolgt. Denn durch eine verbindliche, standardisierte Ersteinschätzung können Erkrankte anhand ihrer Symptome zielgenau versorgt werden."

Bereitschaft zur Nutzung der Ersteinschätzung hoch

Die Bereitschaft, eine solche Ersteinschätzung zu nutzen, ist unter den Befragten an Saar, Rhein und Main derweil hoch: 72 Prozent der Menschen in der Region sind offen dafür. "Unsere Befragung zeigt, dass sich die Menschen praktische Lösungen wünschen, die ihnen bei der Navigation in unserem komplexen Gesundheitssystem helfen", so Daniel Konrad. "Wir begrüßen daher, dass die Bundesregierung ein Primärversorgungssystem mit digitaler Ersteinschätzung einführen will." Es müsse dabei aber zwingend die Möglichkeit geben, im Anschluss an die Ersteinschätzung einen Termin bei einer Haus- oder Facharztpraxis zu buchen. Auch eine telemedizinische Behandlung oder eine Beratung durch medizinisches Personal könnten ein Ergebnis sein. In Notfällen wird der Rettungsdienst verständigt.

Einheitliche digitale Terminplattform

Damit dieses System auch entsprechende Arzttermine vermitteln kann, ist eine verpflichtende Meldung von Terminkapazitäten aus den Praxen an eine einheitliche Plattform nötig. Konrad dazu: "Die Termine müssen auf Basis der Ersteinschätzung nach medizinischer Dringlichkeit vergeben werden. Das ist auch entscheidend für die Akzeptanz einer digitalen Ersteinschätzung."

Terminvergabe im hausärztlichen Bereich zufriedenstellend

Besser läuft die Terminvergabe bei den Hausärzten und -ärztinnen. Hier erhalten rund drei Viertel (76 Prozent) der Befragten an Saar, Rhein und Main innerhalb weniger Tage einen Termin. 15 Prozent warten bis zu zwei Wochen, nur sechs Prozent bis zu vier Wochen. 

Hinweis für die Redaktion

Die neue Position der TK "Faire Regeln bei der Ersteinschätzung und Terminvergabe" mit konkreten Forderungen für Ersteinschätzung und Terminplattform gibt es im  Presse- und Politikportal .

Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Personen ab 18 Jahre mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse beziehen sich auf die Region Rhein, Main, Saar; also die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Im Saarland zählt die TK derzeit rund 105.000 Versicherte (Stand: 01.02.2026).