Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass es schwierig sei, die passende Arztpraxis zu finden. Gleichzeitig geben Arztpraxen an, stark ausgelastet zu sein. Die Gründe hierfür liegen insbesondere in den strukturellen Problemen des Gesundheitssystems: einer nicht bedarfsgerechten Versorgung sowie einer unzureichenden Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen, Ärzten und anderen Gesundheitsberufen. 

Suche nach der passenden Versor­gung

Jeder und jede Vierte in Schleswig-Holstein hat Schwierigkeiten, die passende Arztpraxis zu finden. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Viele Menschen in Schleswig-Holstein haben Schwierigkeiten, die passende Arztpraxis zu finden. 

Digital vor ambulant vor stationär  

Um Ratsuchende schneller in die jeweils passende Versorgungsebene zu steuern und die ambulanten Strukturen zu entlasten, spricht sich die TK für die Einführung eines Primärversorgungssystems nach dem Leitgedanken "Digital vor ambulant vor stationär" aus.

Die erste Stufe bildet eine digital-gestützte, standardisierte Ersteinschätzung, die Patientinnen und Patienten entsprechend ihrem Behandlungsbedarf einen Behandlungspfad empfiehlt. Ist danach ein Termin bei einer Ärztin oder einem Arzt notwendig, soll die Terminvergabe über eine digitale Plattform erfolgen, auf der Arztpraxen feste Kontingente bereitstellen. Die Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten derweil durch ein umfassendes Versorgungsmanagement.  

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der TK zeigt, dass die Menschen in Schleswig-Holstein offen für eine solche Ersteinschätzung sind. 67 Prozent könnten sich vorstellen, diese zu nutzen.

Medi­zi­ni­sche Erstein­schät­zung

67 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein steht einer medizinischen Ersteinschätzung offen gegenüber. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Befragung zeigt, wie viele Menschen in Schleswig-Holstein sich eine medizinische Ersteinschätzung vorstellen können. 

Wir brauchen ein digitales, standardisiertes Instrument zur Ersteinschätzung. Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein

Verbesserung der Versorgung 

Durch diesen Vorschlag werden Kapazitäten in fachärztlichen Praxen gerechter und schneller am Behandlungsbedarf orientiert vergeben. Die Versorgungsqualität wird durch eine stärkere Fokussierung auf schwerwiegende oder komplexe Erkrankungen bei gleichzeitiger Entlastung der haus- und fachärztlichen Versorgung verbessert. Für die Behandlung leichterer Fälle ist ein Ausbau der digitalen Selbstversorgung, Telemedizin oder Delegation an nichtärztliche medizinische Fachkräfte vorgesehen. Das Konzept optimiert die gesamte ambulante Versorgung neuer Behandlungsfälle. 

Die Vorschläge der TK für ein zukunftsfähiges Primärversorgungssystem finden Sie hier: 

TK-Posi­tion: Primär­ver­sor­gungs­system als Schlüssel für mehr Effi­zienz

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Kommentar Sören Schmidt-Bodenstein : "Warum der Zugang in die Versorgung einen Neustart braucht"

Hinweis für die Redaktion 

Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im September/Oktober 2025 bundesweit insgesamt 500 Personen ab 18 Jahre bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Schleswig-Holstein.