Sechs Jahre Gesundheitsmanagement in der Pflege
Pressemitteilung aus Hessen
Frankfurt, 24. September 2026. Seit mittlerweile sechs Jahren setzt die Agaplesion Markus Diakonie erfolgreich ein strukturiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement in ihren drei Einrichtungen in Frankfurt um. Davon profitieren das Haus Saalburg in Bornheim sowie die Einrichtungen Wohnen & Pflegen im Schwanthaler Carrée und das Oberin Martha Keller Haus in Sachsenhausen. Begleitet und gefördert wird das Projekt durch die Techniker Krankenkasse in Hessen.
Pflegekräfte haben nach wie vor deutlich mehr krankheitsbedingte Fehltage als andere Berufsgruppen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach waren TK-versicherte Pflegekräfte in Hessen im vergangenen Jahr durchschnittlich 27,6 Tage krankgeschrieben - etwa zehn Tage mehr als der Durchschnitt aller Berufstätigen mit 17,8 Tagen.
"Die Pflege fällt seit Jahren durch besonders hohe Fehlzeiten auf. Wer körperlich und emotional viel leistet, braucht gute Rahmenbedingungen, um gesund arbeiten zu können. Arbeitgeber können hier gezielt vorbeugen, indem sie im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements gesundheitsfördernde Maßnahmen und Strukturen aufbauen. Dazu gehören zum Beispiel Teamentwicklung und eine gute Führungskultur sowie Angebote zur Stress- und Gewaltprävention oder für Bewegung und Ergonomie. Solche Maßnahmen können dazu beitragen, die hohen Anforderungen in der Pflege besser zu bewältigen und die Gesundheit der Beschäftigten zu stärken", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.
Gesundheitsmanagement als zentraler Ansatz
Viele Verantwortliche in Pflegeeinrichtungen stehen daher vor der Aufgabe, Strukturen zu schaffen, die Belastungen verringern und Mitarbeitende im herausfordernden Berufsalltag stärken. Ziel ist es dabei, die Arbeit so zu gestalten, dass Pflegekräfte ihren Beruf langfristig ausüben können, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Ein zentraler Ansatz ist ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM).
"Ein BGM richtet den Blick nicht nur auf Fehlzeiten, sondern setzt gezielt auf verschiedene Maßnahmen, die die Arbeitsbedingungen verbessern und damit die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeitenden stärken. Dafür braucht es einen langen Atem, aber das Engagement zahlt sich aus. In unserem Haus sind die positiven Effekte inzwischen klar erkennbar", sagt Projektleiter Maximilian Nest.
Bei der Umsetzung gab es in den letzten sechs Jahren auch Hürden zu überwinden. Gerade die Corona-Jahre verlangten außergewöhnliche betriebliche Maßnahmen. "In dieser Zeit lag der Fokus insbesondere darauf, die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen", so Hannelore Rexroth, Geschäftsführerin der Agaplesion Markus Diakonie. "Bewegungsangebote zur aktiven Pause haben daher auch gerne mal auf der Dachterrasse stattgefunden."
Führung, Dienstplanung und Gewaltprävention im Blick
Vieles ist in der Einrichtung im Rahmen des BGM in Bewegung gekommen. Standen zu Beginn noch Teamentwicklungstage und Bewegungskurse im Vordergrund, entwickelte sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement rasch weiter. Es entstanden interdisziplinäre Arbeitsgruppen zu Themen wie gesunde Führung, gesunde Dienstplanung und Gewaltprävention. Deren Arbeit mündete in konkrete Verbesserungen und spürbare Veränderungen im Arbeitsalltag.
Beispielsweise setzen seit Jahresbeginn 2026 mehrere Wohn- und Arbeitsbereiche eine gemeinsam verantwortete Dienstplanung im Team um. Parallel wurde an neuen, visionären Dienstplansystemen gearbeitet. "Wir wollten das klassische Schichtdenken hinter uns lassen und haben gezielt nach den individuellen Präferenzen unserer Mitarbeitenden gefragt, ganz unabhängig davon, ob es um Früh-, Spät- oder Nachtdienst geht", so Maximilian Nest.
Fazit nach sechs Jahren BGM
Positive Feedbacks von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von deren Angehörigen bestätigen, dass die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden gesteigert werden konnten. Ergebnisse von Mitarbeitenden-Befragungen machen deutlich, dass sich auch die Arbeitsbedingungen und das Miteinander in der Pflege und Betreuung verbessert haben. So konnten auch die durchschnittlichen Fehltage unterhalb des Branchendurchschnitts gehalten werden.
"Es bleibt aber auch weiterhin genug zu tun. Die Gestaltung von gesunden Arbeits- und Ausbildungsbedingungen ist ein stetiger Prozess. Daher werden wir das Betriebliche Gesundheitsmanagement als einen wichtigen Baustein im Rahmen unserer Standort- und Zukunftssicherung weiterverfolgen", sagt Hannelore Rexroth.
Hintergrund
Der Agaplesion-Konzern unterstützt die Implementierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements an weiteren seiner Standorte. Unter anderem setzt er sich mit dem eigenen Programm "AGA gegen Gewalt" für Gewaltprävention ein. Das Programm wird ebenfalls durch die Techniker Krankenkasse gefördert.
Pflegeeinrichtungen, die sich für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement oder eine Gesundheitsförderung interessieren, können sich über das Lebensweltenportal bei der TK melden.